Warum ein Herz für Hebammen nicht reichen wird…

von Anja

Es ist wirklich bewegend und berührend, wie viele Menschen sich in den letzten Tagen seit dem Verkünden der ungeklärten Haftpflichtversicherungssituation für uns Hebammen einsetzen. Es werden Facebook-Gruppen zur Unterstützung gegründet, offene Briefe an Politiker verfasst und mit Facebook-Aktionen wie „Ein Herz für meine Hebamme“ ein Zeichen gesetzt. Das ist wirklich großartig und zeigt eine ungeheure Wertschätzung unserer Arbeit.

Trotzdem wage ich mal auszusprechen, was wahrscheinlich viele Kolleginnen auch denken: Das wird wahrscheinlich nicht reichen für eine wirklich nachhaltige Lösung der Probleme. Denn es kommt trotzdem nicht bei denen an, die unsere Arbeit scheinbar nicht wertschätzen. Bei den Entscheidungsträgern, den „Weltbestimmern“, wie sie so schön im Vorlesegeschichtenbuch meiner Fünfjährigen heißen. Denn wenn die bisher in Deutschland am meisten unterzeichnete Petition mit über 200.000 Unterstützern ebenso wenig bringt wie der persönliche Dialog mit der Kanzlerin zum Erhalt des Hebammenberufsstandes, werden auch jetzt die vielen Stimmen dazu vermutlich leider ungehört bleiben. Oder vielleicht gehört, aber ignoriert werden. Vielleicht redet man sich auch wieder mit schwammigen Aussagen wie „Wir werden die Situation der Geburtshilfe und der Hebammen im Speziellen beobachten“ heraus. Eigentlich hätte man das seitens der Regierung noch mit „Abwarten und Tee trinken“ ergänzen können.

Denn machen wir uns nichts vor: Alle Kolleginnen, die seit mehreren Jahren in diesem Beruf arbeiten, sehen und spüren die beständige Verschlechterung der Situation. Es ist längst Fakt, dass viele Kolleginnen aufgegeben haben. Ich habe bereits dieses Jahr weit über 60 Betreuungsanfragen absagen müssen, weil ich keine Kapazitäten mehr habe. Und ich bin nicht die erste und einzige Hebamme, die diese Frauen angerufen haben. Und nein, die Anzahl der Schwangeren in Prenzlauer Berg ist 2014 nicht exorbitant angestiegen. Doch trotzdem kenne ich keine Kollegin mehr, die für die Sommermonate, also in gut einem halben Jahr, noch großartig Kapazitäten frei hat. Viele Kolleginnen gehen andere Wege oder finanzieren ihre Hebammenarbeit durch andere Tätigkeiten quer. Eine Empfehlung für eine geburtshilflich arbeitende Kollegin mit noch vorhandenen Betreuungskapazitäten habe ich schon längst nicht mehr. Geburtshäuser, Hebammenpraxen und kleinere geburtshilflich arbeitende Krankenhausabteilungen schließen beständig und fortlaufend.

Es geht hier nicht nur um Hausgeburten

Es müssten auch mittlerweile alle verstanden haben, dass es hier nicht um das Problem einer kleinen Prozentzahl von Müttern geht, die außerklinisch ihre Kinder zur Welt bringen wollen. Es betrifft die Betreuuung ALLER Mütter – egal ob vor, während oder nach der Geburt und an welchem Geburtsort auch immer. Auch die angestellten Kolleginnen, die eigentlich über die Klinik versichert sind, betrifft das Ganze. Denn schon seit Jahren empfiehlt der Hebammenverband eine zusätzliche Haftpflichtversicherung, da die Deckungssummen der Klinikversicherer im Schadensfall oft nicht ausreichend sind. Gibt es überhaupt eine Summe, die ein Menschenleben „abdecken“ kann? Auch diese Frage muss sich eine Gesellschaft wohl stellen, so wie es die Kollegin Sabine Dörpinghaus getan hat.

Und jetzt? Den Kopf in den Sand stecken? Nein, aber ich glaube der reine Solidaritätsbekundungskurs allein wird uns nicht weiter bringen, wie die vergangenen Jahre leider gezeigt haben. Vielleicht müssen jetzt zusätzliche Wege gegangen werden. Wege, die den „Weltbestimmern“ wirklich weh tun. Weh tut es auf politischer Ebene meist, wenn etwas Kosten verursacht. Vielleicht müssten also die Schwangeren klagen, die durch die Situation einfach nicht mehr die im Sozialgesetzbuch verankerten Betreuungsoptionen in ihrer Schwangerschaft, unter der Geburt und im Wochenbett haben. Vielleicht müssten Eltern anfangen, die Leistungen, die ihre Krankenkasse anbietet, auch einzufordern. Denn was nützt es, wenn Krankenkassen mit den vielschichtigen Hebammenleistungen und teilweise sogar mit Extras wie der Übernahme der Rufbereitschaftskosten werben, wenn es keine Hebammen gibt, die das Ganze mehr anbieten können.

Dumm daran ist nur: Schwangerschaft, Geburt und die ersten Babymonate sind Zeiten, in denen wir den Familien Ruhe und Zeit wünschen, sich ganz auf sich und ihr Baby zu besinnen. Dazu passen keine Klagen, Gerichtsprozesse oder nervenaufreibende Diskussionen mit den Krankenkassen.

Rechte einfordern und vielleicht nun auch einklagen

Natürlich schicke ich den Frauen mit meiner Absage-E-Mail das PDF mit einem Standardbeschwerdeschreiben an ihre Krankenkasse. Aber insgeheim hoffe ich immer, dass sie doch noch irgendwo eine Kollegin finden, die sie durch eine gesunde und entspannte Schwangerschaft begleiten wird. Aber wahrscheinlich werden wir bald nicht darum herum kommen, dass sich Schwangere und ihre Partner beschweren müssen. Und zwar so richtig, so dass es weh tut und die, die handeln müssten, endlich zum Handeln zwingt.

Denn sonst wird sich absehbar wahrscheinlich NICHTS zum Positiven ändern. Es wird vielleicht ein Versicherer gefunden werden, der auch 2015 noch Hebammen versichert. Aber sicherlich nur mit einer weiteren Erhöhung der Kosten, was erneut viele Kolleginnen aus dem Beruf treiben wird, so wie es seit Jahren der Fall ist. Denn sicherlich wird es keine entsprechende Erhöhung der Bezüge seitens der Krankenkassen geben.

Die Hebammen werden sicherlich nicht von heute auf morgen von der Bildfläche verschwinden. Aber alle Kolleginnen, die schon länger dabei sind, sehen genau wie ich, dass dieser Prozess längst voll im Gange ist. Man muss sich nur mal den Stellenmarkt für Hebammen ansehen. Egal ob Hebammenpraxis, Klinik oder Geburtshaus – alle suchen Hebammen. Diese große Auswahl an Jobs hatte man als Hebamme vor zehn Jahren noch nicht. Und nein, leider ist keine eklatant angestiegene Geburtenrate in Deutschland der Grund dafür. Oder gar grandiose Verdienstmöglichkeiten…

Also, liebe Hebammenunterstützer: Wir Hebammen sind absolut dankbar für die großartige Unterstützung und die damit verbundene Wertschätzung der Hebammenarbeit. Ohne solche Signale hätten schon viel mehr Kolleginnen wohl längst aufgegeben. Jetzt müssen aber auch so viele Schwangere wie möglich aktiv ihre Rechte und Wahlmöglichkeiten einfordern und notfalls einklagen. Die „Weltbestimmer“ dürfen sich nicht mehr entziehen können. Denn Freiheit bei der Wahl des Geburtsortes und der Art der Geburt sollen auch noch unsere großen Kinder und Kindeskinder haben. Ebenso eine gute Begleitung vor und nach der Geburt. Jede Mutter, jedes Baby und jede Familie verdient zu jeder Zeit einen würdigen und gut begleiteten Start ins Leben. Immer!

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29 Kommentare

Mandy 27. März 2014 - 08:18

Hallo, ich bin eine Mutter von drei Kindern. Ich habe mir die Habamme Ingrid Rösing ausgesucht. Sie war während der Schwangerschaft, bei der Geburt und auch nach der Schwangerschaft für mich da. Ich konnte mich immer bei ihr melden,wenn es Probleme gab,wenn ich Fragen hatte rund ums Kind oder bestimmte Informationen für das Neugeborende brauchte. Ich bin der Meinung, Hebammen sind bei der Schwangerschaft, während der Geburt und auch nach der Schwangerschaft sehr wichtig. Es muß weiter gekämft werden für die Hebammen. Toll geschrieben von Anja und es macht Mut für werdende Mütter.

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Mandy 27. März 2014 - 07:59

Hallo, ich bin eine Mutter von drei Kindern. Ich habe mir die Habamme Ingrid Rösing ausgesucht. Sie war während der Schwangerschaft, bei der Geburt und auch nach der Schwangerschaft für mich da. Ich konnte mich immer bei ihr melden,wenn es Probleme gab,wenn ich Fragen hatte rund ums Kind oder bestimmte Informationen für das Neugeborende brauchte. Ich bin der Meinung, Hebammen sind bei der Schwangerschaft, während der Geburt und auch nach der Schwangerschaft sehr wichtig.

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Anna 21. Februar 2014 - 14:42

Liebe Anja
Danke wieder einmal für die absolut wahren und intelligenten Worte, die Du da sprichst!
Es macht mich absolut fassungslos wenn ich mir die aktuellen Entwicklungen angucke. Wie konnte es bloß so weit kommen? Und warum stehen wir Hebammen in dieser Zeit nicht noch enger zusammen? Im Prinzip wäre es gut wenn alle Hebammen Mitglied in EINEM Verband wären, ihren Mitgliedsbeitrag zahlen und damit helfen, dass sich der Verband noch stärker für die Interessen ALLER Hebammen einsetzen könnte.
Was ich mich noch frage: Gäbe es nicht die Möglichkeit eine Verfassungsklage einzureichen da es ja bald nicht mehr gewährleistet werden kann, dass bei jeder Geburt eine Hebamme dabei ist…?
Und warum legen die Hebammen in den Kliniken nicht mal ihre Arbeit nieder? Machen Ärzte doch z. T. auch. Oder haben Hebammen keinen Streitrecht?

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Dirk von der Lippe 21. Februar 2014 - 11:01

Die Höhe einer Versicherungssumme bemisst sich am Wert einer Sache oder in diesem Falle an der Höhe von möglich!! entstehenden Folgekosten.

Die Prämie errechnet sich aus dem Risiko der Tätigkeit, also kann man daher ableiten welche Verantwortung diese Berufsgruppe trägt und welchen Stellenwert diese in unserer Gemeinschaft hat oder haben müsste.

Wenn ein Zahnarzt nur ein zehntel bezahlt………….?

Wo viel gearbeitet wird können leider auch Fehler gemacht werden.

Je höher die Belastung für jeden einzelnen wird, desto höher steigt leider auch die Fehlerquote. Also sollte sich jeder Gedanken darüber machen was passieren kann wenn der Druck auf die einzelnen noch! weiter steigt.
Die Berufswahl der Hebamme, hat nach meiner Erfahrung, nicht bonitäre Gründe, sondern sind dies Menschen die Ihrer Berufung nachkommen um anderen zu helfen.

Es trifft in diesem Fall letztendlich mal wieder die schwächsten in unserer Gesellschaft.

Nur diesmal nicht unsere Kinder, sondern unsere Babies!!!!!

Dirk

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Ursa Simon 18. Februar 2014 - 10:06

Hallo, meine Mama, Mutter von 5, Großmutter von 11 und Urgroßmutter von 10 Kindern, ist entsetzt über die Entwicklung. Sie möchte sich in ihrem Alter nicht mit dem Internet und Computern beschäftigen. Aber einen Musterbrief an den Gesundheitsminister unterschreiben und versenden und diesen Brief Vervielfältigt bei ihren Freunden verbreiten, das möchte sie. Könnt Ihr so einen Musterbrief hier einstellen,oder bei Facebook, damit wir Internetfähigen denen helfen können, die es herkömmlich mit Papier machen möchten?
Glückwunsch für Eure Aktion.
Ursa (Mutter von 2 Töchtern und Großmutter von 2 Enkelinnen

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Julia Stolp 25. Februar 2014 - 20:47

Moin,
ich muß hier ‘mal mit einer anderen website antworten, denn Musterbriefe, vor allem an den Gesundheitsminister, sind Ressourcenverschwendung! Der Text ist länger, aber am Ende kommt eine sehr gute Anleitung, wie erfolgreicher Protest aussieht: http://lolliesberlin.blogspot.de/2014/02/mal-etwas-anderes-ab-nachstem-sommer.html

Danke!

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Nine 18. Februar 2014 - 09:53

hat denn schon mal jemand mit den Versicherungen gesprochen?
Es müßte doch möglich sein, einen Pauschalversicherungsbeitrag pro Geburt zu erheben, die man dann selbst zahlt oder die von der Krankenkasse bezahlt wird. Im Falle eines Autounfalls deckt meine Kfz-Versicherung ja auch die Vollkasko und Haftpflichtversicherung für den Leihwagen, den ich dann brauche…oder hinkt der Vergleich jetzt?

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Peter Böhi 17. Februar 2014 - 21:30

Die gleichen Frauen, die jetzt nach dem Erhalt der freien Hebammen schreien, haben diese Entwicklung selbst zu verantworten – durch die ungehemmte Klagebereitschaft, wenn was (vermeintlich oder zu Recht) schief läuft. Jetzt habt ihr, was ihr wollt: Sectios bis zum Abwinken…

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Cornelia 20. Februar 2014 - 11:52

Mal abgesehen von der unangebrachten Polemik Ihres Kommentars, ist er auch inhaltlich daneben. Es sind nicht die Klagen von Privatpersonen ( der Frauen, die Väter klagen sicher nicht mit?), die die Versicherungssummen in die Höhe treiben, sondern die viel höheren Forderungen der Krankenkassen, die sich so die Kosten für anfallende Weiterbehandlungen eines geschädigten Kindes zurück erstatten lassen.

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Dr.Topp 17. Februar 2014 - 21:09

Hmm, mag ja alles sein, wir haben bei der Geburt unserer Kinder KEINE Hebamme gebraucht. Das ich als niedergelassener Zahnarzt ein Zehntel der Prämie zahlen muss, die eine Hebamme für die Berufshaftpflicht zahlen soll, gibt mir zu denken. Wird wohl daran liegen, dass isch einige Hebammen überschätzt haben und dass es daduch zu, für Versicherungen teure, Unglücken gekommen ist.
Es ist manchmal gut, sich an das Sprichwort: “Schuster, bleib’ bei Deinen Leisten!” zu halten.

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Katrin Karsubke 17. Februar 2014 - 23:32

Lieber Dr. Topp,
wenn man sich mit einer Materie nicht auskennt, sollte man sich erstmal informieren, bevor man so einen unqualifizierten Beitrag schreibt!
Zum ersten: es gibt in Deutschland eine gesetzliche Regelung, dass bei jeder Geburt, egal ob im Krankenhaus, im Geburtshaus oder zu Hause, eine Hebamme anwesend sein muss! So eine Vorschrift gibt es für Ärzte nicht!!!!! Es ist also sehr verwunderlich, dass bei der Geburt Ihrer Kinder keine Hebamme dabei war! Oder haben Sie diese als Zahnarzt selbst begleitet? Und die Nachgeburtsperiode, und das Wochenbett????
Zum zweiten: wie aus der Öffentlichkeit zu entnehmen sind die Kosten für die Berufshaftpflicht nicht etwa so stark angestiegen, weil die Hebammen so viel mehr Fehler gemacht haben, sondern weil die Schadensleistungen steigen. Die Therapiemöglichkeiten und die Lebenserwartung für die Kinder, die eine Schädigung bei der Geburt erleiden, sind in den letzten Jahren enorm gestiegen, daher bekommen diese Kinder on den Versicherungen auch deutlich mehr Geld zugesprochen.!
Also bitte: erst denken und informieren, dann schreiben!

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Siri 18. Februar 2014 - 09:49

…ein Zahnarzt der bei der Geburt seiner Kinder keine Hebamme hatte/brauchte und dann “Schuster bleib bei deinen Leisten” schreibt….ach so…..ich bin verwirrt.

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Kleine Lachfrau 17. Februar 2014 - 20:46

Das Thema ist ein Unerfreuliches. Es gibt viele unerfreuliche Themen. Allerdings sind sie vor der Berichterstattung nicht gleichberechtigt. Dass die Lehrer keine unbezahlte Stunde mehr arbeiten wollen/können und deswegen die Klassenfahrten gestrichen werden, kommt einem aus jedem/vielen Nachrichtenorganen entgegen.

Die Causa Hebammen? Schweigen. Wäre ich nicht Mutter eines Babies (und ergo an “Babythemen” interessiert), wüsste ich davon auch nichts. Ich bedaure, aber wer nicht schwanger ist, kleine Kinder hat oder aktuell am Informationstripp ist, weil er Kinder haben will, der ist in diese Richtung nicht interessiert oder informiert. Sojemand sieht die Poblematiken nicht oder anders. Ohne Kinderwunsch hätte auch ich mich nicht informiert!

Vielleicht ist auch das ein Ansatzpunkt.
Schöne Grüße
Lachfrau

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Kjell Kühne 17. Februar 2014 - 20:11

Wir sollten uns von der “vergeblichen” Petition nicht abschrecken lassen. Wenn ich einmal unterzeichne, und es klappt nicht, dann unterzeichne ich nochmal. Und wenn es dann immer noch nicht klappt, dann rufe ich meinen Bundestagsabgeordneten mal an, oder schreibe dem Minister direkt einen Brief, oder nehme an einer Demonstration teil.

Wenn wir alle etwas wollen, dann sehe ich keinen triftigen Grund, warum es nicht umgesetzt werden sollte. Und wenn handfeste (oft finanzielle) Interessen dem entgegenstehen, dann müssen wir die identifizieren, herausstellen und angreifen.

Fazit: Nicht abschütteln lassen! Hebammen gehören zum Menschen und wir werden uns doch nicht so leicht ein wichtiges Stück unserer Menschlichkeit zerstören lassen!

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Bianca Kasting 17. Februar 2014 - 19:17

Liebe helfenden Hände!

Wenn ihr die Hebammen unterstützen wollt, tut bitte Folgendes: Teilt den Link http://www.change.org/hebammenretten jedem Bekannten, Freund, jedem Familienmitglied, jeder Freundin, allen Leuten bei Facebook, Twitter, in eurem Mail-Verteiler mit. Denn jede/r, die/der dort unterschrieben hat, erhält Nachrichten über change.org zu geplanten Großaktionen, bei denen jedes Gesicht gebraucht wird. Ich bin gerade dabei mit Hilfe anderer Eltern die vielen Wortführer zu vernetzen. Gebt uns ein paar Tage und dann melden wir uns bei euch. Wir brauchen jede Stimme und jede helfende und für die Hebammen schützende Hand!

in Liebe

Bianca Kasting

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Tina 17. Februar 2014 - 13:17

… mich würde auch interessieren, ob ich, ohne aktuell schwanger zu sein, etwas tun kann, was über Online-Petitionen hinausgeht.

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JoVo 17. Februar 2014 - 10:56

Das PDF mit einem Standardbeschwerdeschreiben an die Krankenkasse. Kann ich das irgendwo im Netz finden?

Denn es stimmt, dass man während Schwangerschaft, Wochenbett und auch der Zeit danach, den Kopf meist ganz woanders hat und nie das tut, was man eigentlich gerade tun wollte, sondern schon das nächste. Mit einem fertigen Standardschreiben wäre einem der erste Schritt schon mal abgenommen.
Danke

Antworten
Christian 17. Februar 2014 - 11:37 Antworten
Siri 17. Februar 2014 - 10:14

Hallo,

was können denn nicht Schwangere für Eure Unterstützung tun?
Denn schließlich sind nicht alle die Euch unterstützen wollen auch gerade zufällig schwanger 😉
Ich arbeite mit vielen Hebammen zusammen und möchte auch helfen und das geht vielen anderen sicher auch so.

LG Siri

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Jennifer 17. Februar 2014 - 10:14

Ich bin Mama von 3 Kindern und das vierte ist unterwegs.Ich bekomme eine Gänsehaut wenn ich die Ereignisse so lese.Was wird aus meinen Töchtern wenn die mal Kinderwunsch haben?Was aus den Müttern die noch “kommen”.Ich verstehe das Problem nicht so ganz, denn “ohne” Hebammen wird es bald kaum noch Gebutren geben weil viele wohl Angst haben.Wo soll das noch hinführen?Es muss was passieren die Hebammen machen tolle Arbeit und müssen unterstützt werden wo es nur geht.

Antworten
Saskia 17. Februar 2014 - 10:11

Ich bin dafür, dass sich soviele Frauen, Familien oder auch werdende Väter beschweren! Auch wenn grad kein Kind unterwegs ist! Es geht auch um unsere Kinder und deren Nachwuchs! Um Frauengesundheit im Allgemeinen und DA liegt das Problem! Es wird mal wieder von überwiegend Männern entschieden, wie Frauen zu behandeln sind! Von Gleichberechtigung keine Spur! Es geht ja NUR um einen Frauenberuf!
Ich bin selbst Hebamme und 2fache Mutter und hätte meine Hebamme nicht missen wollen! Ein 3tes Kind? Ganz klares NEIN, weil ich keine Hebamme finden werde, weil die Familienpolitik an der Familie vorbei geht, weil man sich mit dreien vor anderen rechtfertigen muss! Ich kann und will mich auch nicht selbst betreuen!
Dieses Jahr bin ich wieder eingestiegen in den Beruf! Ich muss noch mindestens 30 Jahre arbeiten und hoffe, dass ich mit der Hebammerei nicht so früh aufgeben muss!
Viele Länder neiden unser Gesundheitssystem grade im Bezug auf Schwangerschaft und Geburt, auch von seiten der Ärzte, mit denen ich zusammenarbeite, bekommen wir ein wenig Rückenwind! Diese sagen selbst, dass sie für Komplikationen da sind und die Hebammen mehr Wissen und Erfahrung in der Physiologie/ normalen Geburtshilfe haben und uns nicht missen möchten!
Ich hoffe, dass die derzeitigen Aktionen etwas bewirken und werde auch selbst weiterkämpfen! FÜR Frauen, Für eine würdevolle Begeleitung in der Schwangerschaft, bei der Geburt und auch der Entstehung einer Familie!
Beschwert Euch! Seit laut und unangenehm!!!!!!

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Mari 17. Februar 2014 - 09:09

Diese Entwicklung ist ganz furchtbar. Ich bin selbst Mama von sieben Kindern, meine Älteste ist mit ihrem ersten Baby schwanger. Ich habe jahrelang selbst als Krankenschwester in der Geburtshilfe gearbeitet, kenne sehr viele Hebammen und ihre Nöte.

Aber wir müssen uns doch auch mal fragen warum es überhaupt soweit gekommen ist.
Heutzutage wollen so viele Eltern ein ‘perfektes’ Kind und wenn es das dann leider nicht gibt wird durch alle Instanzen geklagt, da wird dann auch die während der Schwangerschaft freundschafliche Beziehung zur Hebamme völlig vergessen.

Selbst wenn über mögliche Gefahren, bei Eingriffen die sogar von den Eltern gewünscht werden, aufgeklärt wird und es passiert etwas, wird geklagt. So wurde ein wirklich sehr lieber und kompetenter Kinderarzt in den finanziellen Ruin getrieben, als nach einer von ihm nicht befürworteten, aber von den Eltern unbedingt gewünschten Impfung das Kind eine Behinderung davon getragen hatte.

Meine schwangere Tochter musste bei ihrer Erstuntersuchung einiges an Formularen unterzeichnen mit denen sich die Ärztin abgesichert hat, dass sie nicht verklagt werden kann, wenn zB das Baby eine Behinderung hat die im US nicht erkannt werden konnte.

Das ist eine wirklich sehr schlimme Entwicklung, keine Geburt läuft wirklich nach Bilderbuch, keine Schwangerschaft, kein Kind kommt so auf die Welt wie wir es uns vorstellen. Es gibt kein Recht auf ein gesundes Kind, wie sollte es das auch. Und wenn das Kind dann da ist, gesund, die Geburt ohne Komplikationen, kann immer noch so vel passieren, das ist das Leben.

Und ja, auch bei mir ist nicht alles ‘perfekt’ gelaufen. Eines meiner Kinder ist durch eine Geburtskomplikation, die weder vorhersehbar noch verhinderbar war, ein ganz besonderes Kind, genau wie ein Bruder bei dem schon während der Schwangerschaft entdeckt wurde dass auch er ein Kind mit anderen Bedürfnissen ist. Ich kann den Schmerz verstehen wenn nicht alles so gekommen ist wie man es sich gewünscht und erträumt hat.

Ich drücke uns allen die Daumen dass uns die Hebammen erhalten bleiben und ich werde mit euch kämpfen.
Danke an alle Hebammen für ihre wunderbare Arbeit und das was ihr leistet, jeden Tag, jede Nacht. Ihr seid einfach klasse.

Ganz liebe Grüsse von Mari

Antworten
Nicole 17. Februar 2014 - 22:37

Das kann ich nur unterschreiben. Dieser Anspruch an Perfektion und die Angst etwas falsch zu machen ist einer der Hauptgründe dieser Misere. Früher wurden Fehler angenommen, sie waren nicht einklagbar, es war Schicksal. Im Zeitalter der Vollkaso ist so eine Haltung undenkbar geworden.

Ich habe selbst vier Kinder-zwei davon ambulant entbunden. Ich schätze die Arbeit derHebammen sehr!

Liebe Grüße von Nicole

Antworten
Frische Brise 17. Februar 2014 - 08:25

Oh ja! Das geht alle etwas an!

Auch wenn ich mit dem Kinderkriegen durch bin, kann ich trotzdem Solidarität zeigen und mich einsetzen für meine Kinder und Enkelkinder, für meine Mitmenschen.

Antworten
Melly 16. Februar 2014 - 23:59

Ich bin grad in genau so einer Situation. Ich bin seit Monaten auf der Suche nach einer Hebamme für die Nachsorge und bekomme nur Absagen. Nun habe ich noch ganze 7 Wochen bis zum ET. Das kann es wirklich nicht sein!!!
Aber nun habe ich das Problem, daß ich bei dem Link die PDF zur Beschwerde an die Krankenkasse nicht finde 🙁

Antworten
Anja 17. Februar 2014 - 00:17

Liebe Melli,

das tut mir sehr leid zu hören:( Bitte beschwere Dich unbedingt an entsprechender Stelle!!
Der Link müsste jetzt direkt funktionieren.
Liebe Grüße, Anja

Antworten
Jenny 16. Februar 2014 - 23:10

Ich wäre dabei, wüsste jetzt jedoch nich genau, wie und warum…ich bin schwanger (ET im juli), habe aber so wie es ausschaut eine Beleghebamme und eine für die Nachsorge.
Richtet sich der Aufruf zur Beschwerde nicht vor allem an die, die dann schwanger wären, wenn es diese Versicherung für Hebammen nicht mehr gibt, also ab nächstem Jahr im Sommer? Bloß dann ist es ja quasi auch schon zu spät…
Oder könnenjetzt die was tun, die sich vergeblich um eine Hebamme bemüht haben, aber aufgrund keiner freien Kapazitäten dieser keine finden konnten?
Damit würde ich ja weg fallen, nicht wahr?
Ich wäre so gern bereit, zu helfen, ichbkann das alles einfach nicht fassen, der Gedanke, dass es irgendwann keine Hebammen mehr zur Vor- und vor allem -Nachsorge gibt ist eigentlich unvorstellbar…

Antworten
Gunnar 16. Februar 2014 - 23:04

Toll geschrieben, macht Mut!

Weiter kämpfen 🙂

Lg

Antworten
Ebun 16. Februar 2014 - 22:59

Kann ich auch ohne bestehende Schwangerschaft eine Beschwerde an die Krankenkasse richten? Macht das Sinn? Ich denke dabei an meine möglichen Enkelkinder to-be. Die müssen doch auch ein Recht darauf haben gesund und kompetent begleitet auf die Welt zu kommen.

Antworten

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