Was uns in den letzten Wochen im Netz aufgefallen ist

Einmal im Monat, immer Freitags veröffentlichen wir eine kleine Sammlung an lesenswerten Artikeln und Lieblingslinks aus den letzten Wochen. Für und von Eltern, Hebammen und Expert.innen für Schwangerschaft, Geburt und Elternsein. Einen schönen Start ins Wochenende wünschen wir Euch.

Jede Mutter kann schlafen lernen

Unsere Co-Autorin Susanne Mierau hat auf ihrem eigenen Blog geborgen-wachsen.de einen hervorragenden Artikel zum Thema Schlaf für Mütter gepostet: Der Gender-Sleep-Gap – Jede Mutter kann schlafen lernen.

Der Artikel beleuchtet die Unterschiede im Schlafverhalten zwischen Babys, Kindern, Teenagern und Erwachsenen, betont die evolutionäre Bedeutung des kindlichen Schlafmusters und thematisiert die Herausforderungen, die sich daraus für den Schlaf der Eltern, insbesondere der Mütter, ergeben.

Er hebt hervor, wie die nächtliche Betreuung und die daraus resultierende Schlafunterbrechung meistens von Müttern übernommen wird, was zu einem signifikanten „Gender-Sleep-Gap“ führt. Dieser Unterschied im Schlafmangel spiegelt den allgemeinen Gender-Care-Gap wider, mit langfristigen Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Mütter und betont die Notwendigkeit gesellschaftlicher und politischer Lösungsansätze für mehr Gerechtigkeit in der Verteilung von Betreuungsarbeit und Schlaf.

«Das Schlafbuch für die ganze Familie von Susanne Mierau ist am 6. März erschienen.

Wie sich die Forschung in der Entwicklungspsychologie verändert hat

Der (englischsprachige) Artikel in The Atlantic „A Paradigm Shift in How Scientists Study Kids“ von Connie Chang, veröffentlicht am 15. Februar 2024, beleuchtet eine signifikante Herausforderung in der Entwicklungspsychologie: Die Mehrheit der Forschung basiert auf Daten von Kindern aus westlichen, gebildeten, industrialisierten, reichen und demokratischen (WEIRD) Nationen, welche nur 12% der Weltbevölkerung ausmachen, aber 96% der Forschungsdaten stellen.

Dies wirft Fragen über die Universalität der gewonnenen Erkenntnisse auf. Die Pandemie bot eine unerwartete Lösung durch die Einführung von Lookit, einem Online-Tool, das von Laura Schulz, einer Kognitionswissenschaftlerin am MIT, und Kollegen entwickelt wurde. Lookit ermöglicht es Familien, virtuell an Studien teilzunehmen, wodurch die geographische und demographische Diversität der Teilnehmer erhöht wird. Über 8.000 Kinder aus über 200 Instituten weltweit wurden bereits mit einbezogen.

Opa werden
© Marcia Friese

Dieser Ansatz adressiert das Problem der geringen Teilnehmerzahl und der Verzerrung durch WEIRD-Populationen in der Entwicklungspsychologie und eröffnet neue Wege, um ein umfassenderes Verständnis der kindlichen Entwicklung zu erreichen.
So wurden mittlerweile bspw. der Marshmallow Test widerlegt und neue Erkenntnisse zum Hauptmechanismus durch 1:1 Interaktion im Spracherwerb erlangt.

Podcast und Multimediadossier zum Thema Frühgeburten

Die Berliner Chefärztin Mandy Mangler widmet sich im generell sehr empfehlenswerten Tagesspiegel-Podcast «Gyncast» dem Thema Frühgeburtleichkeit. Unter dem Titel «Fakten statt Angst» klärt sie einfühlsam über die Risiken aber vor allem über die zunehmend sich verbessernden Behandlungsmöglichkeiten für zu früh geborener Babys auf. Eine Mutter berichtet von ihren Erfahrungen, die von Mandy Mangler fachlich eingeordnet werden.

https://www.tagesspiegel.de/gesundheit/fakten-statt-angst-das-passiert-wirklich-bei-fruhgeburten-11066596.html

Sehr lesenswert und berührend dazu ist auch das Multimediadossier https://390gramm.tagesspiegel.de/ Dort kann man den weg von Levi, der mit 390 Gramm in der 25. Schwangerschaftswoche geboren wird und seinen Eltern mitverfolgen

Burnout bei Hebammen nimmt zu

Eine Studie bestätigt die Zunahme von Burnout bei schwedischen Hebammen. Besonders waren Hebammen mit kurzer Berufserfahrung und im Schichtdienst tätige Hebammen betroffen. Die Arbeitsbedingungen sind nicht nur in Schweden, sondern auch hier ein entscheidender Faktor, der die mentale Gesundheit von Hebammen beeinflusst.

https://www.dhz-online.de/news/detail/artikel/burnout-unter-hebammen-nimmt-zu/

Reality Check auf der Wochenbettstation

Noch eine Hörempfehlung ist der Podcast von Hebammen Jana Friedrich. Die Folge zur Wochenbettstation stellt realistisch die Situation auf der Wochenbettstation da. Womit Eltern rechnen müssen und wie sie sich auf die Zeit nach der Geburt in der Klinik vorbereiten können, erzählt Jana empathisch und  ehrlich zusammen mit Hebammenkollegin Luise Schmitt. Wir freuen uns, im April auch bei Jana im Podcast zu Gast zu sein.

https://geburtskanal.hebammenblog.de/15-wochenbettstation-reality-check-hebamme-luise-schmitt

Kinotipp «Eine Million Minuten»

Unsere Hebamme Anja durfte die Premiere von «Eine Million Minuten» in Berlin besuchen und kann diesen Film von Herzen empfehlen. Es ist die Verfilmung des gleichnamigen Buchs, welches die Geschichte einer Familie erzählt, die aus dem Hamsterrad zwischen Erwerbs- und Carearbeit auszusteigen versucht. Die von einer Entwicklungsverzögerung betroffene Tochter Nina wünscht sich eine Million Minuten «nur für die ganz schönen Sachen». Dies ist der Anstoß, Heimat und Job hinter sich zu lassen und loszureisen. Eine bewegende wahre Geschichte, die zum Nachdenken über die wirklich wichtigen Dinge im Familienalltag anregt.

https://www.warnerbros.de/de-de/filme/eine-million-minuten

www.filmstarts.de

Push – sechsteilige Hebammenserie in der ZDF Mediathek

Die Dramaserie rund um zwei Hebammen und eine Hebammenstudentin zeigt ungeschönt den Alltag zwischen Klinik, Wochenbettbesuchen und Privatleben. Man merkt der Serie an , dass sie unter fachlicher Begleitung der Berliner Hebammenkollegin Christiane Hammerl gedreht wurde. Aus Hebammensicht ist die Serie ein echter Serientipp. Da Kinderwunsch, Geburt und Elternsein sehr ehrlich in allen Facetten zeigt, ist sie für Schwangere eher keine leichte Kost. „Push“ erzählt tabufrei von der Arbeit in der Geburtshilfe.

Berührung des Babys

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