Wochenbettambulanz, Wochenbett, Wochenbettbetreuung

Das war es wohl mit dem Wochenbett

von Anja

In der aktuellen Ausgabe der Deutschen Hebammenzeitschrift wird gefragt, was Experten von Wochenbettambulanzen statt aufsuchender Wochenbettbetreuung durch Hebammen halten. Während die beiden interviewten Hebammen ganz klar eher die Schattenseiten dieses Systems sehen, antwortet Ann Marini, stellvertretende Pressesprecherin der GKV, folgendes: „Ein Nebeneinander von aufsuchender und ambulanter Wochenbettbetreuung […] wäre eine echter Gewinn. Die Versicherte erhält einen zusätzlichen Service. […] So würden geringere Wegzeiten für die Hebamme anfallen.“

„Und weniger Kosten für die Krankenkassen!“ – das ist jedenfalls mein erster Gedanke zu dieser Stellungnahme.

Die Entstehung von Wochenbettambulanzen ist längst in vollem Gange. Seit ich vor zwei Jahren auf dem Blog erstmalig über das Thema schrieb, sind etliche Wochenbettambulanzen dazu gekommen. Oft angeboten von Geburtskliniken, aber auch von Hebammen in ihren Praxen. Alle Anbieter eint sicher die gut gemeinte Idee, Frauen ohne Hebammenbetreuung wenigstens „ein bisschen“ Wochenbettbetreuung anbieten zu können. In Frankfurt ist aktuell jede zweite Frau ohne Hebammenbetreuung, obwohl diese ausdrücklich gewünscht wird. Es findet sich aber schlicht keine Hebamme mehr, die zur Betreuung verfügbar ist.

Gröhe sieht großzügig über Probleme hinweg

Und das Problem ist längst nicht nur in Frankfurt eines. Noch redet sich die Krankenkassenseite gerne damit raus, dass „es ja genug Hebammen gäbe, diese aber Hebammen nur nicht gefunden werden wollen“. Und die Politik? Nun ja, selbst in Wahlkampfzeiten ist die Verbesserung der Versorgungslage rund um den Lebensanfang nicht viele Worte wert.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe besucht derzeit mal hier und da einen Kreißsaal, sieht dabei aber großzügig über die wahren Probleme hinweg. Die Kolleginnen, die heute Nacht mal wieder zu zweit statt zu viert zu viele Geburten im Kreißsaal begleiten und nebenbei noch die gynäkologische Ambulanz mit betreuen, die wird der Herr Minister ganz bestimmt nicht zu Gesicht kriegen.

Die Frau, die sich im Wochenbett ohne Hebamme allein mit Stillproblemen und schmerzender Dammnaht herumschlägt, die will und wird auch keiner sehen und hören. In die Wochenbettambulanz wird sie es übrigens nicht schaffen, denn dafür geht es ihr ja nicht gut genug. Und ob dem schlecht gedeihenden Baby mit einer einmal wöchentlich stattfindenden Sprechstunde adäquat geholfen werden kann, ist ohnehin fraglich. Tägliche Besuche in notorisch überfüllten Kinderarztpraxen sind auch keine gangbare Lösung. Und hätte dort wirklich jemand Zeit für eine ausführliche Stillberatung?

Neue Normalität der Wochenbettbetreuung

Psychische Belastungen wie zum Bespiel durch traumatische Geburtserfahrungen oder eine Wochenbettdepression werden wohl noch häufiger unbearbeitet bleiben. Denn gerade für Frauen, denen es nach der Geburt psychisch nicht gut geht, ist es noch schwieriger, sich ganz allein um adäquate Hilfe zu kümmern. Und ob die sicherlich auch schnell überfüllte Wochenbettambulanz genug Zeit und Raum für diese Sorgen bietet, ist mehr als fraglich.

Ja, natürlich ist „ein bisschen was“ besser als nichts. Aber meine Befürchtung ist, dass dies die neue Normalität der Wochenbettbetreuung werden wird. Viele Kolleginnen sehen das ähnlich. Wenn Frauen sich künftig zu Recht bei ihren Krankenkassen beschweren, dass sie keine Hebamme finden, werden sie dort auf solche Angebote verwiesen werden. Der Druck auf GKV und Politik, endlich adäquat zu handeln, nimmt derweil weiter ab. Es ist das Resultat, wenn die eigentlich von der Misere betroffenen Leistungsanbieter selbst irgendwelche vermeintlichen Ersatzangebote schaffen. Diese sind nämlich nicht, wie von der GKV-Pressesprecherin behauptet, ein „zusätzlichen Service“. Sie sind ganz real ein schlechter Ersatz für das eigentlich gute Wochenbettbetreuungssystem, das wir hier in Deutschland haben. Oder zumindest mal hatten…

Eigentlich war der Artikel an dieser Stelle mit meinem doch leider eher pessimistischen Blick in die Zukunft der Wochenbettbetreuung fertig geschrieben und sollte morgen veröffentlicht werden. Doch noch während ich ein passendes Beitragsbild suchte, kam die aktuelle Nachricht vom Deutschen Hebammenverband herein, der über den aktuellen Schiedsstellenbeschluss berichtete. Unter anderem steht da zu lesen: „Die aufsuchende Wochenbettbetreuung wird durch ambulante Betreuung ergänzt. Damit wird die in Deutschland einmalige Betreuung von Frauen nach der Geburt zu Hause ausgehöhlt.“

Die Zukunft und damit die Abschaffung einer den Bedürfnissen der Müttern entsprechenden Wochenbettbetreuung hat also schon längst begonnen!

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41 Kommentare

Annemarie 16. September 2017 - 19:43

Ich versehe all eure Kommentare, eure guten Argumente und sehe den Idealismus dahinter. Aber der häuslichen Wochenbettpflege wurde nichts weggenommen. Nicht eine Position wurde gekürzt, weder in der Anzahl noch in der Vergütung. Die Leistung der amb. Wochenbettpflege sind lediglich dazugekommen.
Ich arbeite als Belegerin in einer Level-1 Klinik. Uns wurden massive Kürzungen durch den neuen Schiedsspruch beschert. Und zwar nicht in einem Maß, dass ich meinen Jahresurlaub finanziell anders planen muss, sondern in einem Umfang in dem unser ganzes Arbeitssystem zusammenbricht und es noch nicht nicht klar ist ob die Abteilung über den 1.1.18 noch funktionstüchtig bleiben wird. Somit brechen deutschlandweit viele Entbindungsstandorte weg. Der Schiedsspruch ist bindend. Warum wird das nicht bemerkt, gesehen, diskutiert und somit scheinbar kommentarlos hingenommen? Das sehe ich als deutlich größeres Problem für die jungen Familien als eine “zusätzliche” Möglichkeit der amb. Wochenbettbetreuung neben der unveränderten häuslichen Betreuung.
Die Diskussionen in den sozialen Medien gehen in die falsche Richtung.

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Anja 16. September 2017 - 21:26

Liebe Annemarie,

der Artikel hier hat so ein bisschen zufällig an Aktualität gewonnen. Eigentlich ging es ja zunächst nur um die Aussage der Pressesprecherin bzgl. der Wochenbettsprechstunde in der Hebammenzeitschrift. Nun bekam das durch den Schiedsstellenbeschluss eine gewisse Form der Legalisierung. Ich wusste übrigens gar nicht, dass dies zur Debatte stand.
Die Idee dahinter wird aber aus Kassensicht nicht sein, dass es ein Zusatzangebot ist, sondern dass so mehr Frauen “abgefertigt” werden können 🙁
Zu den anderen von Dir genannten Punkten: auch ich bin fassungslos darüber und frage mich wie das umsetzbar sein soll bzw. was die Folgen sein werden. Der Grund, weshalb ich dazu noch nichts geschrieben habe ist, dass so viele Punkte noch so unklar sind, wie ich auch von den Kolleginnen im Belegsystem höre.
Der DHV prüft wohl gerade noch die Rechtslage bzgl. einiger Punkte und alle Informationen dazu sind irgendwie noch etwas unkonkret.
Ich sehe genau wie Du riesige Probleme auf uns zurollen und das muss dringend noch mehr thematisiert werden!!!
Vielleicht magst Du mir dazu auch ein paar Gedanken mitteilen oder Fragen beantworten für einen weiteren Artikel. Du kannst vor allem ja direkt aus Deinem Arbeitsalltag dazu berichten. Also falls Du ein bisschen Zeit hast, würde ich mich über Deinen Input dazu freuen- gerne kurze Mail an [email protected]
Das Thema muss unbedingt in die Medien!!!

Liebe Grüße. Anja

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Corinna 14. September 2017 - 23:09

Wochenbett, das bedeutet: sich zuhause geborgen fühlen in vertrauter Umgebung sein neugeborenes Baby kennenlernen in Ruhe.
Wochenbett, das bedeutet: das sichere Gefühl zu haben, nach mir und meinem Neugeborenen schaut jemand, der Wissen und Erfahrung hat, der mir mit jedem Problem helfen kann.
Wochenbett, das bedeutet: ich kann mich erholen von der Geburt und wieder stark werden für meinen Alltag mit Kind(ern)

Und in dieser Zeit sollen Frauen mit ihren Neugeborenen Kindern zu einer Sprechstunde außer Haus fahren?! Wer das ernsthaft vorschlägt hat selbst nie ein Kind bekommen und ist ein emotionsloser Kostenrechner…

Ich hoffe sehr, das es noch genug Hebammen in Deutschland gibt um dieses Horrorszenario abzuwenden… als ich vor nicht zu langer Zeit meine 3 Kinde bekommen habe gab es die Wochenbettbetreuung noch und das war das Wichtigste, das ich nach den (allesamt komplikationslosen) Geburten gebraucht habe um mich als Mensch und als Mutter wertgeschätzt zu fühlen und meine Würde als Mensch zu behalten.

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Lydia 12. September 2017 - 22:13

Als Hebamme in Ausbildung kann ich dazu eigentlich nur eins sagen: Wozu heißt das Wochenbett dann noch WochenBETT??!
So ein scheiß! Und das größte Problem ist ja, dass es angenommen wird, weil die Frauen nur diese einzige Möglichkeit haben, um wenigstens etwas Beratung zu bekommen. Im Kreis Heilbronn hat von 10 Frauen, (wenn überhaupt) eine Frau ‘ne Hebamme zur Nachsorge. Traurig…

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Lydia 12. September 2017 - 22:26

Noch ergänzend den Link zum DHV dort könnt ihr Mamis euch anonym, mit eurem Wohnort melden, wofur ihr keine Hebamme findet. Ich denke das öffnet auch Augen. Vorsorge/Hausgeburt/Beleggeburt/Geburtshausgeburt/Nachsorge/Kurse
http://www.unsere-hebammen.de/mitmachen/unterversorgung-melden/#unterversorgung-eintragen

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Anja 14. September 2017 - 10:04

Ich war ziemlich verunsichert als Neumama und wäre wahrscheinlich einfach länger im Krankenhaus geblieben. Jetzt weiß ichk dass mir das nicht gut getan hätte, aber aber ohne richtig Laufen zu können und mit Stillproblemen wäre mir das sicher der bessere Ort erschienen. Das kommt den Krankenkassen dann auch nicht billiger, im Gegenteil.
Wenn jemand eine Hausbetreuung nicht möchte, kann man das sicher mit der Hebamme vereinbaren, die meisten haben ja eine Praxis, jedenfalls da wo ich wohne.

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Dagmar 10. September 2017 - 18:41

Völlig am Thema vorbei, aber DANKE, dass ihr auch von Partnerin gesprochen habt <3

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Laura Herrmann 8. September 2017 - 13:58

Liebe Anja.
Ich bin eine frischgebackene Hebamme und frage mich folgendes:
Wir diskutieren ständig und kämpfen darum, dass Krankenkassen und Politiker uns erhören. Gleichzeitig kaufen werdende Eltern den teuersten Schnickschnack für ihre Kinder. Der teure Bugaboo muss es sein, der gebrauchte Anhänger stellt auch nicht zufrieden. Weder Osteopathie noch Homöopathie gibt es umsonst. Eltern sind bereit so viel für ihre Kinder zu zahlen, aber die Hebammenhilfe soll unsonst sein.
Ich verstehe den Standpunkt, dass Geburtshilfe für alle Menschen gleich zugänglich sein soll. Aber wenn wir ehrlich sind finden die weniger priviligierten Frauen doch längst keine Hebammen mehr.
Solange es irgendwie läuft ist den Eltern der Notstand der Hebammen doch auch irgendwie egal. Mit einer teilweisen Privatisierung def Geburtshilfe würden sie zur Kasse gebeten. Und sich dann vielleicht auch endlich mal über die Unzulänglichkeiten der Krankenkassen aufregen. Denn momentan versuchen wir doch für Frauenrechte zu kämpfen von denen viele Frauen nicht mal etwas wissen wollen.
Ich würde mich freuen etwas von dir zu hören.
Viele Grüsse
Laura

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Ann-Catherine 10. September 2017 - 21:06

Liebe Laura, da gebe ich Dir völlig recht… natürlich muss man sicherstellen, dass auch Familien mit geringem/ohne Einkommen Zugang zu Hebammen haben, aber wir anderen könnten hier ruhig etwas dazuzahlen! Die Prioritäten sind echt verschoben.
Neulich stellte ich in meinem Pekip-Kurs fest, dass sich sechs von acht stillenden Müttern (ohne Stillprobleme) eine Milchpumpe hatten verschreiben lassen. Und regten sich dann auf, dass das ab dem 6. Monat nicht mehr geht. Natürlich alle stolze Joolz/Bugaboo/Whatnot-Besitzer. So geht Solidarsystem… NICHT!

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An 7. September 2017 - 13:15

Danke für Deine Arbeit und diesen Artikel, Anja. Gibt es denn etwas, das wir Eltern tun können, also jede und jeder einzelne von uns, um für den Erhalt des Hebammensystems einzutreten? Also, natürlich könnten wir uns theoretisch bei MotherHood engagieren oder so, aber die Zeit fehlt eben mit kleinen Kindern und Babies. Meinst Du, es würde z.B. helfen, wenn viele von uns einen Brief an ihre Krankenkasse schicken würden, in dem wir die Verantwortlichen auffordern, sich für eine höhere Vergütung der Hebammen einzusetzen?

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CarpeClaudiem 7. September 2017 - 10:46

Das ist wohl der unaufhaltsame Weg ☹
Wir haben keine wirtschaftlich gut gestellte Lobby, wie die Pharmafirmen. Es wird ausgesessen und sich von selbst verändern. Das Angebot der Hebammenbetreuung, wie sie mal war, wird mit der Zeit verschwinden und Ersatz finden. Ob es ein adäquater Ersatz wird, wissen wir nicht. Ambulante Betreuung wird ein Teil davon sein. Ich bin ja immer noch der Auffassung, dass in näherer Zeit auch andere Berufe in einstige Bereiche der Hebammenarbeit vorstoßen. Die Krankenpflege ist ja jetzt schon in den meisten Krankenhäusern damit betraut. Aufgrund von Hebammenmangel kann da ganz schnell ein neues Aufgabenfeld für die Pflege hinzukommen. Ein paar Kurse und schon kann es losgehen. Ich beobachte in letzter Zeit, dass auch immer mehr Menschen ohne medizinische Ausbildung in diese Bereiche vordringen. Berufsfremde Stillberatung, Geburtsvorbereitung und Rückbildungsangebote schießen wie Pilze aus dem Boden. Zahlungskräftige haben da in Großstädten schon eine breite Auswahl. Zumal sie auch in anderen Sprachen angeboten wird. Viele Menschen aus anderen Ländern freuen sich zwar über unser Angebot, aber die Erwartungshaltung ist sehr gering, aufgrund des Fehlens eines solchen Angebots im Herkunftsland. Ausländische Versicherungen übernehmen auch keine Kosten. Dadurch ist die Zahlungsbereitschaft für eine komplette Wochebettberreuung in dieser Gruppe sehr gering, aufgrund des fehlenden Vergleiches. Oft kommt die Frage, nach dem Sinn unserer Betreuung und der Vergleich mit den eigenen Landsleuten, die das ja auch allein geschafft hätten. Man könne ja immer noch zum Arzt gehen bei Schwierigkeiten und das würde übernommen werden. Wir werden für uns werben müssen, um in Zukunft Frauen von unserer Arbeit zu überzeugen, damit in etwas fernerer Zukunft unsere Dienste auch privat angenommen werden. Hebammen, die die Wochenbettbetreuung nicht ernst genug nehmen und bei den Frauen einen Eindruck hinterlassen, dass es ohne Hebamme, wohl auch gegangen wäre, weil nur 3x dagewesen, tragen dazu bei, dass die Akzeptanz eines Wegfalles wächst.
Wirtdchaftlich gesehen, kann es für die Übergangsphase in der eine ambulante Wochenbettbetreuung angeboten wird, durchaus besser laufen für eine Hebamme. Die Wege fallen weg, alle 30 min eine neue Klientin und die Kasse klingelt. Man könnte geregelte Pausen haben und das Wetter, die Parkplatzsuche etc. scheren uns nicht.
Das ist auf lange Sicht ein Trugschluss. Schaut euch andere vergleichbare Orte an. Überfüllung, Personalmangel, Reduzierung der Sätze durch die Krankenkassen (warum sollten sie plötzlich mehr zahlen 15 Euro für 30 min, wären dann wohl angemessener), Übernahme des Angebotes durch Polykliniken, Krankenhäuser und Firmen, ein Leben im Angestelltendasein oder Leiharbeiterverhältnis. Wir werden nicht weiter freiberuflich sein am Ende… entweder angestellt und Akkordschuften oder ganz privat.
Das ist die Zukunft. Natürlich wissen wir nicht, wie lange es braucht für diese Veränderung, aber ein anderer Weg müsste politisch gewollt sein. Es einfach laufen zu lassen, hat schon in anderen Berufsgruppen gezeigt, wie es am Ende aussieht. Wirtschaftlich läuft es immer auf dasselbe hinaus: viel Arbeit für wenig Geld. Hinzu kommt für uns alle das Angestelltenverhältnis oder die Privatwirtschaft, in der wir auch mit anderen konkurrieren werden. Auf den Teller gelegt bekommt man in dieser Welt nichts.
Innerhalb unseres Berufes baut sich gleichzeitig auch eine Differenzierung auf. Hebammen mit Studienabschluss werden vermutlich in Zukunft auch eine andere Perspektive haben. Aber das ist ja auch nur ein Übergangsproblem…

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Caro Carp 8. September 2017 - 15:20

oh mein Gott, ist das frustrierend 🙁

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Anja 7. September 2017 - 08:42

Wie traurig! Wieder ein Bereich in dem nur eine Kosten- Nutzen-Rechnung aufgestellt wird und das menschliche auf der Strecke bleibt.

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Micha Tabor 6. September 2017 - 22:02

Ich bin selber Hebamme und freue mich das es jetzt diese Moeglichkeit der ambulanten Wichenbettbetreuung gibt die von vielen Frauen unserer Praxis schon gerne angenommen wird! Erstens weil sie so st gar keine Hebamme haetten und zweitens weil es vielen nach einigen Tagen schon so gut geht das sie unproblematisch außer Haus koennen. In einer Hebammenpraxis die solch ambulante Betreuung anbietet gibt es keine lange Wartezeiten und der Austausch zwischen den Jungen Mamis im Warteraum ist auch schoen! WRum soll ich als Hebamme viele Kilometer fahren wenn die Frauen sich gut fuehle nun auch zu mir zu kommen? So hat die Hebamme viel weniger Stress und kann deutlich mehr Frauen helfen! Meine Familie dankt es auch weil ich enorm viel Zeit spare. Die anfahrende Wochenbettbetreuung ist ja nicht gestrichen und kann bei fiebernden Frauen, Frauen mit schmerzenden Geburtsverletzungen oder frischen Sectiones weiter stattfinden.Ich treffe viele Muetter einige Tage nach der Geburt schon beim einkaufen was spricht dann also dagegen dann zum Wochenbesuch auch in die Praxis zu kommen? Jede Hebamme kann es doch jetzt machen wie sie moechte und wie es zu ihren Mamis passt.Der aufsuchende Hausbesuch ist eine Luxusleistung und voellig unterbezahlt- wenn eine Mama krank wird oder deren Baby muss sie auch außer Haus um den Arzt/ Kinderarzt aufzusuchen – das ist ganz normal. In vielen anderen Laendern klappt das ohne Probleme, weil es die Frauen dort nicht anders kennen. Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Jeder kann es doch machen wie er moechte – und das ist auch gut so!

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Petra 7. September 2017 - 07:04

Hallo,
das liest sich so harmonisch, daß ich finde, daß Du in Deiner Praxis den jungen Muttis noch Getränke und Kuchen zum Austausch reichen könntest. … aber wahrscheinlich haben sie dann gar keine Zeit, ihre Tasse leerzutrinken, weil Du sie in einer bestimmten Taktung durchschleusen mußt, um Deine Praxis am Leben halten zu können.

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Caro Carp 7. September 2017 - 10:29

Ich fand bisher eigentlich, dass wir uns in Deutschland freuen können, dass hier gerade im “sozialen Bereich” vieles eben nicht so ist wie im anderen Ländern. Dass es hier besser ist. Aber Deutschland muss ja unbedingt so sein wie alle anderen und die Wirtschaft und… Ich finde das bescheuert.

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Inatofe 13. September 2017 - 21:44

Danke für deinen Kommentar. Ich als 3fach Mama und Kinderkrankenschwester fand den Hausbesuch der Hebamme immer etwas komisch. Ich hatte keine Probleme und war fit, die Kinder auch und hatte immer das Gefühl, der Besuch wäre nicht wirklich nötig gewesen. Im Krankenhaus wurde großen Wert darauf gelegt, dass man eine Hebamme hat, die die Nachsorge übernimmt. Ich hatte fast schon das Gefühl, wenn ich jetzt keine habe, rücken sie mein Kind nicht raus, weil ich es ohne fremde Hilfe nicht versorgen kann. Sicher gibt es viele frischgebackene Eltern, für die die intensive Betreuung durch eine Hebamme sehr hilfreich ist. Die Möglichkeit der Hausbesuche ist eine tolle Errungenschaft, die zukünftig auch bestehen bleiben sollte. Aber nicht alle benötigen diesen Rund-um-Service. Eine freie Wahl, welche Form der Nachsorge der Frau am Besten passt, wäre super.

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Petra 14. September 2017 - 14:08

Hallo Inatofe,
bezüglich “immer etwas komisch”: Bestimmt spricht nichts dagegen, auf der Basis einer guten Zusammenarbeit Deiner betreuenden Hebamme mitzuteilen, daß Du weniger Betreuung brauchst/ gebraucht hättest. … und eine Fachkraft bei Bedarf im Hintergrund zu haben, kann schließlich ebenfalls beruhigend sein, ja nach Situation. Viele Grüße!
Viele Grüße!

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Karin 6. August 2020 - 17:03

Ich kann dir nur zustimmen. Man spart viel Zeit, ist weniger gestresst durch lange Autofahrten und kann entspannter arbeiten. Ich finde es auch angenehmer mit Menschen in einem neutralen Raum zu arbeiten, dass Zuhause ist ja schon sehr persönlich. Familienhebammen sollten natürlich Hausbesuche machen, da kommen noch andere Faktoren zum Tragen. Mir wäre es auch angenehmer in eine Praxis zu gehen als zuhause aufgesucht zu werden.

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Franziska 6. September 2017 - 16:15

“Es findet sich aber schlicht keine Hebamme mehr, die zur Betreuung verfügbar ist.” Weil freiberuflichen Hebammen die Hände gebunden werden und nur noch in ärztlicher Kooperation und Absprache handeln dürfen…
Kein Wunder, dass sich dann alle in den Krankenhäusern tummeln und wofür zahlen wir eigentlich in die Krankenkassen ein, wo doch die Beiträge Anfang diesen Jahres gestiegen sind? Das ganze System ist krank, mir wird schlecht als Gesundheits- und Krankenpflegerin und frische Mutter, wenn ich so etwas lese 🙁

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Lesof 6. September 2017 - 16:02

Schlimm! Was hätte ich nur ohne meine Hebamme mit meinem Kind gemacht? Heute ist sie in die Schule gekommen und es hat während der Schwangerschaft und auch nach ihrer Geburt Momente gegeben, da hatten wir Angst, dass sie es nicht bis zum nächsten Tag schafft. Ohne die Begleitung und den Zuspruch meiner Hebamme hätte einiges nicht so funktioniert, wie es dann funktioniert hat, wäre einiges anders gekommen, als es dann gekommen ist. Ich hatte trotz sehr schwieriger Momente ein wunderbares Wochenbett, konnte das KH dank guter Hebammenbetreuung sofort nach der Entbindung wieder verlassen – nach Hause, da wo im Tempo meines Kindes und mir der Tag passiert. Da wo er nicht durch Krankenhausroutine und Hektik stattfindet, sondern in der Stille und Behutsamkeit, die meinem kleinen Wunder gebührt.

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Anna 6. September 2017 - 15:39

Hallo an alle. Ich muss dazu sagen ich hab zwei Kinder und leider keine beide Male Glück gehabt. Ich wurde kaum behandelt meine beide Hebammen waren bei mir hoch gerechnet 3 mal, wie beim ersten so wie beim zweiten Kind.
Schlimm war es beim ersten ich wurde total alleine gelassen.
Dennoch hoffe ich, dass die Hebammen genug Lohn kriegen dürfen für dass was”Die Guten Hebammen” Tag täglich leisten.

Besten Wünsche

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soe 6. September 2017 - 13:50

Was kann man tun?

Da die Bundestagswahl ansteht, ist die erste Möglichkeit, bei den Kandidatinnen und Kandidaten des Wahlkreises nachzufragen, ob sie das Problem sehen und was sie tun wollen. Der DHV hat dazu Argumentationshilfen zur Verfügung gestellt: http://www.unsere-hebammen.de/tour2017/uebersicht/#mitmachen
Außer am Wahlkampfstand können Eltern, Großeltern und alle anderen natürlich auch per Mail, am Telefon oder in Sozialen Netzwerken nachhaken.

Vom DHV und dem Netzwerk Elterninitiativen für Geburtskultur gibt es außerdem noch Wahlprüfsteine, d.h. sie haben die Parteien zu ihrem Wahlprogramm bezüglich der Geburtshilfe befragt. In kurz: Die Grünen und die Linke haben sinnvolle, konkrete Maßnahmen im Programm.
https://www.netzwerk-geburtskultur.de/wahlprüfsteine-2017/
https://www.hebammenverband.de/aktuell/nachricht-detail/datum/2017/03/29/artikel/wahlpruefsteine-zur-bundestagswahl-2017/

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Nina 6. September 2017 - 12:12

Ich hatte eine stille Geburt und war so froh, dass meine Hebamme zu Besuch kam und ich nicht irgendwohin musste.
Hebammenambulanzen sollten eher als zusätzliches Angebot fungieren. Z.B. nach der Zeit des Mutterschutzes bzw. im ersten Lebensjahr des Babies. Es ist eine Schande, dass so wichtige Berufsgruppen, wie Hebammen/Geburtshelfern, Erzieherinnen/Erziehern nicht die (finanzielle) Anerkennung erhalten, die Sie verdienen. Ihnen vertrauen wir doch das Wertvollste an, das wir haben!

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Joana 6. September 2017 - 11:24

Es ist so unfassbar traurig, wie so eine wichtige Zeit im Leben unserer Mütter und Kinder – unserer Zukunft – mal wieder mit Füssen getreten wird.
Unsere Hebamme war und ist noch ein Segen für uns…eine Fahrt ins 20 km entfernte Krankenhaus im Winter mit zu früh geborenem Baby mit Bus, Bahn oder Taxi (hin- und Rückfahrt mind. 60€) und dann noch mit Stillproblemen in ein Wartezimmer?! Allein weil der Partner wieder arbeiten muss?!
Wie stellen sich die Damen und Herren der Krankenkassen das bitte vor?
Sind die alle Kinderlos? Haben vergessen wie es ist zum ersten mal mit dem Baby allein zu Hause zu sein?
Bitte berichtet weiter auch was “wir” tun können um vorzubeugen damit unsere Hebammen nicht einfach verschwinden… Es wird etwas existenzielles für eine gute Betreuung rund um die Geburt und Wochenbett fehlen – das darf nicht passieren!
Die Betreuung wäre es mir wert privat dafür aufzukommen – das ist aber nicht allen Familien möglich und kann und darf nicht die Lösung sein.
Liebe Grüße aus dem Harz
LinasMama

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Andrea 6. September 2017 - 11:22

Hi,
ich hatte das Glück, in meinen 8 Wochen Wochenbett von einer Hebamme betreut zu werden, die uns über alle Unsicherheiten und Probleme mit Stillproblemen und Dammrissnaht begleitet hat. Meine Dammnaht ist so schon schlecht abgeheilt, ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es gewesen wäre mit einer Ambulanz. Ich kann die Frustration der Hebammen gut verstehen, glaube aber, dass ihr in der Elternschaft durchaus Untersttützung habt. Die “Elternlobby” ist ja z.B. unter Bildungspolitikern durchaus gefürchtet (s. Hamburg und das Gymnasium) – das Elterninteresse ist da und kann man bestimmt auch für das Thema Geburt nutzen. Was mich wundert: Warum macht die Politik so wenig? Warum gibt es auf Bundesebene niemanden, der sich einsetzt? Wäre doch ein gutes Profilierungsthema für die neue Familienministerin.

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Lena 6. September 2017 - 09:58

Es ist so eine Frechheit, wie Politik und Krankenkassen mit der Frauengesundheit umgehen!
Dazu kommt noch, dass die Hausbesuche sowieso so schlecht bezahlt sind, dass ein Handwerker für das Geld nicht mal losfahren würde. Es ist wirklich unerträglich, was da mit Hebammen und Müttern gemacht wird und das ausgerechnet jetzt, wo endlich mehr Kinder geboren werden.
Ähnliche Missstände würde es in der Urologie nie geben…
Und da wundert man sich, wieso es mehr weibliche als männliche Nichtwähler gibt. Ich bin derart enttäuscht, das kann ich gar nicht ausdrücken.

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Petra 6. September 2017 - 09:33

Guten Morgen,
mal von einer anderen Seite beleuchtet: wieviele frustrierte Pflerger/-innen gibt es? …- eine Menge! Auch in vielen anderen Berufsbereichen sieht es zwar nicht wie bei den Hebammen existenzbedrohend, aber dennoch ähnlich aus: Zeitarbeitsverträge und Niedriglöhne als zwei wesentliche Faktoren. Scheinbar geht es von der momentanen Regierung kein Veränderungswunsch aus. Menschen identifizieren sich mit ihrer Arbeit und wollen wertgeschätzt werden! Wer das nicht erkennt, kann aus seinen Mitarbeitern/-innen niemals das beste herausholen. Als Hebammen geben wir oft mehr als 100%, aber diese Kraft ist nicht von außen mal so einfach meßbar. Vor Jahren gab es immer wieder Studien, zu welchen wir aufgefordert wurden, mitzumachen: Transparent unsere Arbeit darstellen. Auch davon ist nichts hängengeblieben. Solange nur gerechnet wird und andere Berufsgruppen lobbyistisch bevorzugt werden, kann es sich nicht um qualitative menschliche Arbeit handeln. Bloß, wer checkt das mal von den Entscheidenden?

Antworten
Petra - 20 Jahre Hebamme und immer noch bzw. wieder verarscht 6. September 2017 - 00:06

Hallo liebe Anja,
ich bin stinkewütend auf den BfHD! Wie kann ein Verband sich nur so auf die Seite des Spitzenverbands schlagen?? (…) Wie können die mitwirkenden Kolleginnen solch eine Entscheidung mit unterstützen? Und noch schlimmer: Sie entscheiden hiermit über die berufliche Zukunft aller freiberuflichen Hebammen, nicht nur für deren Mitglieder. Ich könnte kotzen, welch Rückschritt! Was sind 17% von bereits zu geringer Bezahlung? Eine weitere Demütigung unseres Berufsstandes. – Das aus Sicht einer Hebamme, die Im Oktober ihren Beruf 20 Jahre ausübt!

Antworten
Julia 5. September 2017 - 23:06

Hallo ihr lieben,

Ich bin Hebamme und ich sehe es wie ihr . Allerdings noch schlimmer für mich persönlich und meine Kolleginnen. Ich habe wahnsinnige Existenzängste. Wie wird es weitergehen? Ich habe noch 30 Jahre Berufsleben vor mir. Ich liebe meinen Beruf, ich möchte nichts anderes machen. Überlege aber dennoch wie ich mich weiterentwickeln bzw verändern kann um auch in ein paar Jahren zu überleben. Was habe ich nicht alles auf mich genommen, stets das Privatleben zurückgestellt…. und wofür? Für einen Tritt in den Allerwertesten . Ich könnte schreien, heulen….

Antworten
Katrin 5. September 2017 - 21:59

Ich könnte auch heulen und bin so wütend. Es ist so unrealistisch. Was soll eine mehrfach – oder Zwillingsmutter machen, die kein Auto hat und wo der Partner schon wieder arbeitet, wenn der Milchstau nach ein paar Wochen zuschlägt, abends oder am Wochenende? Mit den großen Geschwistern abends mit dem Taxi in die 25km entfernte Geburtsklinik, wo sie dann zwei Stunden wartet?
Es ist unverschämt, wie gering die Geburt geschätzt wird,wie gering Frauen geschätzt werden. Wir sollen Kinder kriegen, ja, aber das wie interessiert sie Verantwortlichen nicht. Hauptsache, kostengünstig, planbar, am besten geplanter KS. Das macht mich so so wütend.
Danke, Anja, dass du nach wie vor darüber berichtest, auch wenn der Frust doch unermesslich sein muss.

Antworten
Julie 5. September 2017 - 21:39

Das ist wirklich schrecklich und fahrlässig! Ohne den Schutzraum der 8 Wochen Wochenbett und der liebevollen Betreuung “meiner” Hebamme hätte ich den sehr traumatischen notkaiserschnitt bei der Geburt meines 2. Kindes nicht verarbeiten können. Ohne die täglichen Besuche, Gespräche, Massagen, bonding Bad und und und wäre ich definitiv in eine wochenbettdepression gerutscht und wir hätten, uns selbst überlassen sicher nicht doch noch so zueinander finden können. So fallen gerade die Frauen und Babies, die dringend Hilfe und Zuwendung benötigen einfach durchs nicht-versorgungs-raster…

Antworten
Madeleine 5. September 2017 - 21:24

Wenn ich mir vorstelle, wegen einer sensiblen Dammnaht auf nur einer Pobacke in irgendeiner Ambulanz zu sitzen und auf die Beratung oder Betreuung einer mir fremden Person zu warten, wird mir ganz anders. Von dem später schreienden Baby, was diesen zu frühen “Ausflug” vielleicht viel zu überreizt zurück lässt, will ich mal gar nicht reden. Es ist einfach unvorstellbar, wie es immer weiter abwärts geht, mit der Versorgung unseres größten Guts. Den Müttern, die die Zukunft unseres Landes gebären. Ich kann nur noch mit demKopfschütteln.

Antworten
Katrin 5. September 2017 - 20:45

R.I.P. Wochenbettbetreuung…wird es dann irgendwann heißen…und leider wohl gar nicht in allzu ferner Zukunft. Es ist unglaublich, wie hier nach und nach am Beruf der Hebammen “gesägt” wird. Bis vor einigen Jahren hätte ich das nicht für möglich gehalten…

Antworten
2xmama 5. September 2017 - 20:43

Oh jeh, wie wird das noch weitergehen.
Was können wir alle, wir Mamas und Papas und werdenden Eltern denn machen? Wen müssen wir verklagen, anschreiben, nerven?
Es kann doch nicht sein, dass zum einen eine ganze Berufsgruppe untergeht und zum anderen ein so großer Teil der Bevölkerung, den das betrifft (Eltern und werdene Eltern) keine Chance hat, dagegen vorzugehen. Können wir nicht alle gemeinam etwas ganz großes starten?

Ich fand bei meinen beiden Kindern die Betreuung zuhause soooo wichtig. Mein Frauenarzt hat – obwohl er sonst toll ist – keine Ahnung von Milchstau usw. , mein Kinderarzt hat – so wie ich es sehe – keine Ahnung vom Stillen. Die ambulanze Betreuung wäre vermutlich in einem Krankenhaus, das 25 km weit weg ist. Das näher liegende Krankenhaus hat im letzten Jahr die Geburtenabteilung geschlossen. Wenige Tage nach der Geburt hätte ich mich garantiert nicht ins (sowieso nicht vorhandene) Auto gesetzt oder in Zug und Bus und wäre dorthin gefahren.
Ich werde keine weiteren Kinder bekommen, aber ich habe Angst um diejenigen, die unter diesen Bedingungen welche bekommen. Können meine jetzt noch kleinen Kinder später mal Eltern werden? Und das “überleben”? Es kann doch nicht eine reine Frage der Risikobereitschaft und Leidensfähigkeit sein, ob ich heute noch Kinder bekommen kann oder nicht. Ich könnte gerade heulen vor Wut.

Antworten
Caro Carp 5. September 2017 - 20:43

Das ist doch wirklich zum Kotzen. Ich verstehe nicht, wo in einem reichen Land wie Deutschland das Problem liegt. Alle reden vom demografischen Wandel und dass mehr Kinder geboren werden sollen und gleichzeitig wird die Versorgung immer schlechter. Das macht mich wütend. Und obwohl ich es schon nicht mehr lesen möchte, ist es wichtig und richtig, dass du immer wieder darüber berichtest, das freut mich. Mach weiter so.

Antworten
Katrin 5. September 2017 - 20:46

Genau! Gut geschrieben, Caro Carp.

Antworten
Maria Rae 5. September 2017 - 20:36

Das ist doch blanker Wahnsinn!!! Wer kann denn bitte in dieser sensiblen Zeit, wenn der Körper noch absolute Schonung braucht, in die Ambulanz fahren? Da womöglich noch Stunden warten, sitzend. Und dann nur 1x pro Woche?! Meine Hebamme kam täglich zu mir nach Hause!
Kann man denn da gar nichts tun?!

Antworten
MayaMannors 6. September 2017 - 07:57

Hallo Maria,

da kann man schon was tun. Leider sind wir unwichtig-wir begleiten die Familien nur ein kurzes Stück auf ihrem Weg. Da sieht auch jeder die Not und spürt sie oft am eigenen Leib. Aber dann ist dieser Augenblick/Zeitraum vorbei, man muss sich wieder um andere Sachen kümmern-fehlende Kinderbetreuung obwohl man wieder arbeiten sollte, schlechte Betreuungsschlüssel…
Die Probleme/Bedürfnisse ändern sich-oftmals so schnell wie das Kind wächst! Und dann fällt einem wieder ein-ja da war was! Genau die Hebammen! Jaja, den geht’s immer noch schlecht, aber puh ich hab so viel anderes um die Ohren. Ich kann mir grad nicht auch noch darüber nen Kopf machen! Und ich brauch ja eigentlich auch keine Hebamme mehr. Die machen das schon, da sollen sich mal die drum kümmern die grad eine Hebamme brauchen.
Und so nimmt das Ganze seinen Lauf.
Manchmal versteh ich die Eltern ja auch, ich kenn die neuen anderen Probleme ja auch! Aber meistens bin ich nur traurig, weil es langsam heißt: immer noch das Problem mit den Hebammen, das geht doch jetzt schon ewig-bekommen die das nicht langsam mal in den Griff??

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Mona 6. September 2017 - 11:41

WAS kann man denn tun? Online-Petitionen sind schnell unterzeichnet, kommen mir aber immer etwas wirkungslos vor, Demonstrationen sind vielleicht in Berlin eine Option, aber z. B. im ländlichen süddeutschen Raum wohl nicht zu realisieren… Ich denke auch, dass viele das Problem vergessen / anderes wichtiger wird, wenn die Geburt mal ein paar Jahre zurückliegt, kenne aber auch viele, die bereit wären, etwas zu tun. Wenn jede Frau (und auch jeder Mann, denn die sind stärker betroffen, als man denkt, wenn sie zu Hause allein mit einem Neugeborenen und einer Wöchnerin sitzen und nicht mehr weiter wissen) fünf bis zehn Freundinnen/Kollegen… mobilisieren könnte, wäre das doch gar nicht so wenig.

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MayaMannors 6. September 2017 - 13:43

Hallo Mona,
was man tun kann ist Briefe zu schreiben. An Herrn Gröhe, an den jeweiligen Minister für Gesundheit, Familie und Soziales des jeweiligen Bundeslandes.
Steter Tropfen höhlt den Stein!
Und immer wieder andere darauf aufmerksam machen! So wie im Pyramidensystem-jeder sagt es 2 Menschen und die erzählen es wieder 2 Leuten und so weiter…

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