Der beste Zeitpunkt zum Kinderkriegen?

von Anja

Mein Hebammenabrechnungsprogramm hat eine mehr oder weniger sinnvolle Statistikfunktion. So kann es mir zum Beispiel sagen, wie alt die von mir bisher betreuten Mütter durchschnittlich sind. Die Spanne ist breit, mit der jüngsten Mütter von gerade mal 15 Jahren und der ältesten, die 46 Jahre bei der Geburt des ersten Kindes war. Die sehr junge Mutter war von ihrer Schwangerschaft überrascht und auch etwas überrollt. Die Mütter Mitte Vierzig blicken meist auf einen etwas längeren und komplizierteren Weg zum Wunschkind zurück.

Nun stellt sich die Frage, welches Alter ideal zum Kinderkriegen sein. Wer sich selbst gerade diese Frage stellt, wird selten eine abschließende Antwort bekommen. Denn letztlich hat nur selten tatsächlich das Alter, als viel mehr die Lebensumstände über den „richtigen Zeitpunkt“ bestimmt. So ist ein Kinderwunsch ohne den richtigen Partner oder mit einem Partner mit ganz anderen Lebensplänen sicher ungleich schwerer umzusetzen. Berufliche Werdegänge können das „Projekt Kind“ auch sehr beeinflussen. Meistens in die Richtung, dass der Kinderwunsch weiter nach hinten geschoben wird.

So hat sich allein in den letzten 35 Jahren viel verändert. Bekamen Frauen damals noch durchschnittlich mit 23 bis 24 Jahren ihr erstes Kind, sind sie heute knapp 29 Jahre alt. Tendenz: steigend. Körperlich scheint immer noch das Alter zwischen 20 und 29 Jahren am günstigsten für eine Schwangerschaft zu sein. Dennoch: Die Panikmache, denen Mütter ab 35 bisweilen ausgesetzt sind, ist oft überhaupt nicht angemessen. Denn genau wie ein exakt sechs Monate altes Baby nicht schlagartig mehr Beikostreife als mit fünf Monaten und drei Wochen hat, ist das Baby der 35-jährigen Schwangeren nicht plötzlich dramatisch mehr Risiken ausgesetzt, als wenn die werdende Mutter 34 Jahre und elf Monate alt ist.

Pflichtprogramm statt Angebot

Da wird die Statistik oft ganz schön ausgereizt, um werdenden Eltern ein Überwachungsprogramm an Tests und Ultraschalluntersuchungen zu verkaufen, ohne dass ausreichend über mögliche Konsequenzen gesprochen wird. Auf der Suche nach möglichen Erkrankungen und Behinderungen des Kindes wird oft vergessen, dass diese „Fehlersuche“ häufig zu einer großen Verunsicherung der Eltern führt, die sich plötzlich nicht mehr vorbehaltlos auf ihr Kind freuen können.

Die pränatale Diagnostik ist eigentlich ein Angebot. Müttern, die etwas älter sind, wird es indes mittlerweile fast als Pflichtprogramm auferlegt. Es sind viele Faktoren, die darüber entscheiden, wie gesund Schwangerschaft und Geburt verlaufen. So hat die rauchende und vielleicht noch Alkohol konsumierende Schwangere Mitte 20 sicher wesentlich mehr Grund zur Sorge, als die sich gesundheitsbewusst verhaltende 38-jährige werdende Mutter…

Wie immer, muss man das Gesamtbild betrachten und nicht einzelne Parameter – aber genau das geschieht häufig nicht mehr, sobald eine werdende Mutter ein bestimmtes Alter überschritten hat. Katrin von Nestling hat sich in dem Artikel „Pränataldiagnostik – Fluch oder Segen“ dem Thema angenommen und sich persönlich Gedanken dazu gemacht.

Soweit die Statistik…

Älteren Müttern wird aber auch bisweilen in Hinblick auf die Geburt oft nicht allzu viel zugetraut. Nach der vermeintlichen Risikoschwangerschaft kommt automatisch die vermeintliche Risikogeburt und so wird die Mutter so manches Mal mit allerlei Argumenten zum geplanten Kaiserschnitt überredet. Die Angst der Eltern aber auch die der Geburtshelfer trifft hier mehr die Entscheidung als wirklich vorhandene Tatsachen.

Doch ähnlich ergeht es auch sehr jungen Mütter, die ja ebenfalls statistisch höhere Risiken haben, Probleme in der Schwangerschaft oder unter der Geburt zu entwickeln. Zudem wird ihnen zusätzlich oft nicht zugetraut, hinterher adäquat für ihr Baby sorgen zu können. Ich kann zwar auch aus meiner Erfahrung bestätigen, dass viel Unterstützung für Teenagermütter besonders wichtig ist. Aber am meisten profitieren diese sehr jungen Mütter davon, wenn man sie positiv bestärkt und ihnen vor allem zutraut, auch in ihrem jungen Alter eine gute Mutter sein zu können.

Das habe ich gerade beim Thema Stillen oft erlebt. Statistisch ist die Stilldauer bei ganz jungen Müttern wesentlich kürzer. Je älter Mütter bei der Geburt sind, desto länger stillen sie. Übrigens steigt die Dauer der Stillzeit noch mal signifikant bei Müttern über 30.

Soweit die Statistik. Persönlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass auch Teenagermütter bei guter Begleitung voll und lange stillen. Und das die ältere Erstgebärende bei fehlender Unterstützung auch vorzeitig „aufgibt“. Es ist halt alles nicht nur eine Frage von Zahlen und Daten, sondern immer individuell zu betrachten.

In den besten Gebärjahren

Was ist also nun meine persönliche Erkenntnis nach 15 Jahren Arbeit mit manchmal sehr jungen oder auch sehr alten Müttern? Gibt es das ideale Alter für die Familienplanung?

In erster Linie sind es Frauen, die genauso guter Hoffnung sind wie Schwangere in den scheinbar „besten Gebärjahren“. Es wird aber wesentlich häufiger nach Risiken gesucht, als diese denn tatsächlich vorhanden sind. Es sind Frauen, die ganz verschiedene Lebensläufe und auch ganz verschiedene Wege zum Kind haben. Genauso wie dies auch in der Gruppe der 20- bis 30-Jährigen der Fall ist. Natürlich sollten sich Eltern mit Kinderwunsch darüber bewusst sein, dass die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit mit zunehmendem Alter abnimmt. Die Reproduktionsmedizin bietet zwar mittlerweile viele Möglichkeiten, die aber alle kein Spaziergang sind. Und am Ende nicht immer zum Wunschkind führen.

Aber wenn Eltern jenseits der 40 oder eben auch sehr jung ihr Kind bekommen, entscheidet sicher nicht allein das Alter darüber, wie gut sie diese lebenslange Aufgabe meistern werden. Wenn ich selbst ein Kind von sehr alten Eltern bin, werde ich vielleicht meine Bedenken haben, was eine späte Elternschaft angeht. Doch auch da darf nicht außer Acht gelassen werden, dass die Menschen heute eine wesentlich höhere Lebenserwartung haben.

Über körperliche und mentale Belastbarkeit, die man sicherlich für das Abenteuer Kind braucht, entscheidet mehr als nur das Alter allein. So sind die Eltern auf dem Elternabend in der Grundschulklasse unserer Tochter zwischen 30 und 50 Jahren alt – was man ihnen nicht immer unbedingt ansieht und auch nicht zwingend anmerkt. Genauso erlebe ich es in meinem Hebammenalltag. Das Altersspektrum der Frauen, die ich als Hebamme betreuen darf, wird sich wahrscheinlich zunehmend vergrößern. Meine Betreuung wird sich dadurch nicht verändern, denn alle Eltern wollen das Beste für ihr Kind. Egal ob mit 15 oder 45…

Unsere Kinder sind übrigens hier angekommen, als ich jeweils 29, 32, 36 und 41 Jahre alt war. Und so wie ich es von den allermeisten Eltern höre, kann ich ebenfalls sagen: „Es hat irgendwie immer genau gepasst.“ Und was war euer persönlicher „bester Zeitpunkt zum Kinderkriegen“?

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16 Kommentare

Lara 1. Februar 2020 - 09:50

Ich wollte immer früh Kinder haben und gerne 4. Spätestens mit 27 Jahren, das erste… Meine Mutter war sehr jung beim ersten (21) und hat ihr letztes Kind mit 43 geboren…
Es kam aber alles anders. Anfang 20 erkrankte ich an Annorexie und es dauerte bis zu meinem 29. Geburtstag, dass ich Körper und Seele wieder so beieinander hatte und überhaupt einen Zyklus bekam. Meinen Mann habe ich vor 3 Jahren kennengelernt und die Sorge, dass ich vielleicht mal keine Kinder bekommen kann, war von Anfang an ein großes Thema in unserer Beziehung, denn er wollte auf jeden Fall welche. Zu diesem Zeipunkt war ich so mit mir und der Krankheit beschäftigt, dass es mir völlig egal war ob ich jemals Kinder kriege oder nicht. Als ich dann im Herbst 2018 meine Periode wieder bekam hatte ich plötzlich riesige Angst, dass ich niemals Mama werden kann. In meiner angeblich „gebärfreudigen“ Familie müsste es doch sofort klappen. Hinzu kam ein neuer Job, eine Hochzeit, eine geplante Reise… und dann bin ich doch schwanger geworden, kurz vor dem großen Fest. In 2 Tagen ist der Termin und wir sind sehr glücklich und sehr gepsannt auf dieses kleine Wunder, dass sich entschlossen hat zu uns zu kommen…

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Mama Blume 9. Juli 2018 - 23:20

Als ich mit meinem Sohn schwanger wurde, musste es der „richtige“ Zeitpunkt sein, auch wenn er es beileibe nicht war. Ich war 19, hatte keine Ausbildung, keinen Job und keinen Partner. Dafür hatte ich mir der Pille geschludert, mich auf eine Affäre eingelassen und war völlig geschockt, als ein paar Wochen später der Schwangerschaftstest zeigte, dass ein solches Verhalten Konsequenzen haben kann. Mein Sohn war 4 1/2 als ich meinen Partner kennenlernte, fast fünf, als ich meine Ausbildung begann, knapp acht Jahre alt, als ich diese abschloss und etwa zehn, als wir unser Unternehmen gegründet hatten. Ein Jahr später waren mein Partner und ich dann endlich soweit für ein gemeinsames Baby, das dann leider zwei Jahre auf sich warten ließ! Verrü, wenn man bedenkt, wie schnell ich mit meinem Sohn einst schwanger geworden war.. Bei der Geburt seiner Schwester war mein Sohn bereits 13 Jahre und 2 Monate alt und gefühlt war dieser Zeitpunkt auch nicht mehr richtig, weil der Abstand zwischen den Kindern einfach schon so groß war. Trotzdem haben wir dann noch ein Baby bekommen. Unsere Kleinste ist nun knapp 15 Monate alt und trotz das der große Bruder dann inzwischen 15 1/2 Jahre alt und die große Schwester zum Zeitpunkt der Geburt erst 28 Monate alt war, war das der einzige Moment an dem ich wusste, dass das der perfekte Augenblick für uns war.

Auch deshalb, weil ich nicht noch älter sein wollte. Ich war 35 Jahre alt… Trotzdem würde ich aus heutiger Sicht alles wieder ganz genau so machen 🙂

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argentinierin 23. Oktober 2014 - 02:02

wir haben auch mit Mitte 20 im Studium unser Kind bekommen, Genau auf dem Jahr, wie meine Mutter mich und mein Schwiegervater meinen Freund bekommen haben. Ein Zufall, oder auch nicht? (unsere Eltern hatten trotz jungen Alter ein langen Weg hinter sich mit mehreren Fehlgeburten, künstliche Befruchtungen, Hormonen usw, bei uns klappte es auf Anhieb und wir sind froh und erleichtert darüber, denn lange war die Angst, dass es uns auch so ergeht) Für uns passte es so, auch dank finanzielle Unterstützung der Eltern zum Teil. War aber bei unseren Eltern damals auch nicht viel anders, obwohl sie damals mit Studium fertig waren: sie wurden auch hier und da unter den Armen gegriffen. Studium mit Kind und Job sind nicht mit Links geschafft, aber dafür hat man andere Vorteile. Die Zeit Flexibilität, wie oben erwähnt, ist wirklich einmalig (außer man ist vielleicht Freiberufler) und als Student ist man eh gewöhnt, mit wenig Geld auszukommen. Ja, wir glauben noch, dass man Kinder „nebenbei“ bekommen kann, sie gehören halt zum Leben dazu, genauso wie der Job, das Studium und die Freizeit.

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Anke 25. August 2014 - 11:43

Einen perfekten Zeitpunkt gibt es nicht. Aber es gibt den Zeitpunkt, wo man sich mit dem Gedanken mehr oder minder gut anfreunden kann und das Gefühl hat, mit den Herausforderungen die damit verbunden sind zurecht zu kommen.
Für den Einen ist das dann ein Zeitpunkt, bei dem viele Punkte erfüllt sein müssen, für den Anderen reicht es schon, dass da dieses Gefühl ist.
Eine allgemeingültige Antwort gibt es aber sicherlich nicht. Und wieder einmal sollte man auf sein Bauchgefühl hören, ein wenig abwägen welche Punkte für einen selbst wichtig sind und versuchen sich nicht von anderen verunsichern zu lassen.

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Katrin 24. August 2014 - 11:39

“ Den günstigsten der ungünstigen Zeitpunkte wählen“ habe ich mal in einem Interview gelesen und zitiere den Spruch oft und gern. Denn so ist es doch: jede junge Frau, die die Pille nimmt, muss sich BEWUSST dafür entscheiden ein Kind zu wollen und diese Entscheidung oftmals rechtfertigen.
Obwohl für mich klar war, dass ich früh Mama werden will, fiel mir dieser Schritt ziemlich schwer. Meinen Mann habe ich mit 15 kennen gelernt und auch er wollte früh ein Kind. Als ich mit 20 dann anfing, über den kinderwunsch zu sprechen, bekamen wir fast durchweg böse Kommentare oder einfach nur geschockte blicke zugeworfen.
Zu jung! Studenten! Kein Geld! Usw.
Was für ein „Glück“ dass ich aufgrund einer Erkrankung nicht schwanger werden konnte und „durfte“.
Mit 23 habe ich unsere Tochter bekommen und manchmal fast traurig, dass es erst so spät klappte…

In meinem Freundeskreis bin ich noch immer ein exot, aber immerhin: wir zeigen den zweiflern, dass ein baby grad am Anfang nicht viel braucht, wir trotz wenig Geld und Studium sehr gut zu recht kommen und vor allem für dieses Kind noch eines haben: ganz viel Zeit!!!

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Myriam 22. August 2014 - 11:47

Obwohl wir beide noch studieren, haben wir uns mit 26 bewusst für ein Kind entschieden. Zum Glück haben wir auch selbst Eltern, mit deren Unterstützung wir rechnen konnten. Ich kann verstehen, wenn Frauen erst die Ausbildung abschließen und finanziell stabil sein wollen, aber denke, dass es bezüglich der Lebenssituation selten genau den passenden Zeitpunkt für Kinder gibt und wenn doch, dann sieht man zB hier an den Komentaren, dass es häufig nicht klappt. Ich glaube, dass es meistens schon irgendwie funktioniert, die Lebensumstände an ein Kind anzupassen, wenn es kommt. Dafür braucht man vorher kein großes Haus und muss auch nicht in der Lage sein, das Baby in teuren Marken zu kleiden, solange man das Kind liebt und sein bestes gibt. Wir haben einen Zeitpunkt gewählt, zu dem wir uns persönlich bereit für ein Kind gefühlt haben, wir aber keinen Zwang hatten, dass es schnell klappen muss. Möglicherweise wurde ich auch aufgrund dieser Gelassenheit sofort schwanger. Ich wollte schon immer eher jung Kinder haben. Es bleibt mir so nachdem die Kinder „aus dem Haus“ sind auch noch Zeit, um mich beruflich nochmal neu zu orientieren, Karriere zu machen, ins Ausland zu gehen (ich kenne Frauen, die das geschafft haben). Als Student hat man außerdem den Vorteil, viel flexiebler in der Zeiteinteilung zu sein. Zur Zeit tendiere ich dazu, auch ein zweites Kind noch vor dem Berufseinstieg zu bekommen und hoffe, dass ich dann die geringere Flexibilität bei einem zukünftigen Arbeitgeber dadurch wett machen kann, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ich nach wenigen Jahren schon wieder wegen Mutterschutz und Elternzeit ausfalle, geringer ist, da meine Familienplanung dann schon abgeschlossen ist.

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Antonia 21. August 2014 - 18:00

Es gibt keinen richtigen Zeitpunkt. Wenn man sich von Herzen ein Kind wünscht, dann passt es immer. Meine eigene Mutter hat nach der Wende gezögert, ob sie in so unsicheren Zeiten wirklich noch ein zweites Kind bekommen sollte. Meine Uroma hat der Überlieferung nach diese Sorgen so kommentiert: „Mädel, ich hab‘ vier Kinder im Luftschutzkeller großgezogen. Du schaffst das schon.“
Diese Weisheit hat mich mein ganzes Leben hindurch begleitet. Froh doch eine Schwester bekommen zu haben, war für mich schon als Teenager sicher, falls ich schwanger werde bekomme ich das Kind und werde es genießen!
Planmäßig wollte ich gerne relativ jung Mutter werden. Mit 24 hat alles gepasst, Studium fertig, Berufserfahrung gesammelt, erste Führungsposition, festen Partner, schöne Wohnung. Und dann hat es nicht geklappt. Nun versuchen wir nun seit fast zwei Jahren mit wirklich allen Mitteln, die die moderne Medizin bereit hält, schwanger zu werden – bisher erfolglos.
All das Planen, Hoffen und Sorgen ist am Ende vollkommen überflüssig. Man muss sich auf das Leben einlassen wie es eben kommt, auf sich selbst und den Lauf der Dinge vertrauen und wenn der Bauch zu einem Kind Ja sagt und Mutter Natur mitspielt, dann ist es der beste Zeitpunkt, den es nur geben kann.

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wolldrache 22. August 2014 - 20:44

Uroma fetzt!

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helen 20. August 2014 - 22:28

Ich war 28 beim ersten und total froh, dass ich es vor 30 geschafft habe 🙂 Vorher hätte es nicht gepasst, ich hab studiert und war Im Ausland und ich wollte unbedingt vorher verheiratet sein. Und natürlich nicht einfach nur heiraten, sondern richtig schön groß und traumhaft… zwei Wochen nach der Hochzeit war ich dann schwanger 😉 Beim zweiten hat es durch das Stillen etwas länger gedauert als ich es mir gewünscht hätte. Ich wollte gerne einen Abstand von 20/21 Monaten, nun werden es 26 🙂 Noch 7 Wochen bis zur Entbindung! Ich freu noch total!

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Stellamarie 20. August 2014 - 14:18

Gibt es den richtigen Zeitpunkt? Wohl eher die richtigen Umstände. Ich wollte immer früh Kinder haben, allerspätestens mit 30, lieber früher. Ich war 25 als ich den richtigen Partner hatte und wir wollten beide schnell ein Kind. Hat leider nicht geklappt, wir mussten den langen Weg über die Reproduktionsmedizin gehen und sind nach fünf Jähren endlich Eltern geworden, da war ich 31., mein Mann 35. Kind Nummer 2 soll Inca zwei Jahren folgen, da sind wir schon recht alt, finde ich. Aber alles kommt eben anders, als man plant.

Diese ganzen Untersuchungen finde ich übrigens furchtbar. Wir haben bewusst auf die NFM verzichtet, wir hätten nie abgetrieben. Habe die Vorsorge im Wechsel von Frauenärztin und Hebamme machen lassen. War die beste Entscheidung. Die Geburt sollte auch ganz natürlich im Geburtshaus stattfinden, leider kam es dazu nicht, da sich nach Blasensprung keine Wehen einstellten. Ich durfte dennoch trotz Einleitung eine schöne Geburt erleben. Mein Horror, Kaiserschnitt, ist nicht eingetreten.
Ich denke, ich habe durch den langen Kinderwunschweg viele Ärzte gesehen und viele Medikamente genommen. In der SS wollte ich mir das nicht mehr antun.

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Luise 20. August 2014 - 13:24

Unsere perfekten Zeitpunkte waren im Alter von 24 und 26 Jahren. Jetzt, mit 29 überlegen wir ob unsere Familienplanung abgeschlossen ist.

Im Grunde hätte ich gern noch ein Kind, nur passt es beruflich gerade überhaupt nicht. Und wenn es in 2-4 Jahren gehen sollte, sind die großen schon so groß und man ist aus diesem Baby/Kleinkindmodus wieder raus. Ich weiß nicht ob wir dann noch einmal anfangen.
Wir hatten uns eigentlich mal bewusst vorgenommen, dass wir mit 30 Jahren mit der Familienplanung fertig sein wollten. Und nu??

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Chaosmama Berlin 20. August 2014 - 11:58

Liebe Anja,

eine interessante Frage, wann denn nun der richtige Zeitpunkt ist und gar nicht so einfach zu beantworten, jedenfalls in unserer Zeit! Hatte das Thema gestern gerade mit zwei Kolleginnen. So richtig passen tut der Zeitpunkt ja selten und dann klappt es manchmal nicht gleich. So bei uns, denn eigentlich wollte ich trotz Studium und langer Ausbildung eine „junge Mama“ sein, d.h. das erste Kind mit spätestens 30 Jahren im Arm halten. Zunächst fehlte aber der passende Mann und als der gefunden war, steckte ich mitten im Referendariat, verbrachte eine tolle Zeit in London und bekam ein super Jobangebot. Als es dann losgehen sollte und ich etwas gearbeitet hatte, klappte es nicht. Wir mussten dann zwei Jahre warten, so dass ich mit 32 Jahren das erste Mal Mama wurde. Kind 2 folgte im Alter von 34 Jahren mit nur 20 Monaten Altersunterschied einfach so, einmal nicht aufgepasst. So kann’s gehen! Zum Thema pränatale Diagnostik bin ich froh, dass es die Möglichkeiten gibt, aber man sollte sich wirklich informieren, sonst wird einem in der Tat viel übergeholfen. Die NFM habe ich z.B. bewusst machen lassen und hätte ggf. auch die Folgeuntersuchungen bei einem erhöhten Risiko durchführen lassen, denn ich hätte schon wissen wollen, was da auf mich zukommt und dann nach ausführlichen Erkundigungen über die Folgen eines eventuellen genetischen Defekts für Kind und Familie eine Entscheidung getroffen. Diesbezüglich hat mich mein Frauenarzt aber auch nicht wirklich aufgeklärt. Ist ja auch eine finanziell attraktive Sache! Von daher kann ich nur allen Schwangeren – ob jung oder alt – raten, sich gut zu informieren!

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Hawwedampknopp 20. August 2014 - 10:44

Meine Frau hat mit 33 unser erstes Kind bekommen. Das war hauptsächlich dem Studium geschuldet. Das ist jetzt 2 Jahre her.
Wir wollen noch ein Geschwisterchen für unseren Knilch, und denken, dass jetzt irgendwann der richtige Zeitpunkt ist.
Beruflich passt es zwar momentan gar nicht, und auch das Haus, der Garten etc will bezahlt werden, aber wir leben nach dem Motto: Wird schon werden, und wenn es muss dann muss es.
Wenn wir nach der wirtschaftlichen Situation entscheiden würden, würden wir unser nächstes Kind wohl mit 50 bekommen, wenn das Haus abbezahlt ist 🙂

Zum Thema: Pränataldiagnostik: da haben wir gezielt drauf verzichtet. Es kommt, wie es kommt.

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Nicole 20. August 2014 - 10:18

Klar kann man im Nachhinein sagen: Das wäre alles nicht nötig gewesen, ich hätte das alles nicht gebraucht und mir Zeit, Geld und Nerven sparen können. Erwiesenermaßen ist bei älteren Müttern die Gefahr, ein krankes oder behindertes Kind zu bekommen signifikant größer. Schön, dass alles gut ausgegangen ist. Es hätte aber auch anders sein können. Man muss sich vorher ein paar Fragen stellen: Möchte ich vor der Geburt wirklich wissen, ob mein Kind gesund ist oder erlebe ich lieber eine unbekümmerte Schwangerschaft wie eine Mitt-Zwanzigerin und lasse mich bei der Geburt „überraschen“? Kommt eventuell sogar eine Abtreibung in Frage im Falle einer schwerwiegenden Behinderung? Ich war übrigens 29 bei meinem zweiten Kind, und auch da hat man mir einige Untersuchungen „aufgeschwatzt“, weil ich einige Zeit zuvor eine Krebserkrankung hatte. Ich hab´sie alle wahrgenommen und es auch nicht bereut, aus einem einfachen Grund: Ich wollte mich nicht fast 10 Monate lang auf ein Kind freuen, dass möglicherweise nicht lebensfähig ist außerhalb des Mutterleibs und mir direkt wieder genommen wird. Ich wollte nicht mit all meiner Liebe und Vorfreude ein Kinderzimmer einrichten, dass dann möglicherweise nie bewohnt wird, wollte nicht den Schmerz aushalten, wenn ich all die schönen Sachen dann wieder „wegpacken“ müsste.. Ich glaube, ein negatives Untersuchungsergebnis hätte ich weit besser verkraftet, als eine böse Überraschung bei der Geburt. Es ist vergleichbar damit, ob man sich auf einen Sprung ins kalte Wasser vorbereiten kann oder eben unerwartet geschubbst wird. Klar bleibt kaltes Wasser kaltes Wasser, aber es ist ein Riesenunterschied ob man sich vorher abkühlen kann. Ich bin dankbar dafür, dass man heute die Möglichkeit dazu hat.

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Madeleine 20. August 2014 - 09:01

Ich kann diesen Artikel nur zustimmen.
Ich war mit 36 schwanger mit meinem ersten Kind. Bedingt durch Ausbildung, Studium und etwas arbeiten, verschob sich das Kinderkriegen deutlich nach hinten. Eigentlich war auch schon zwei Jahre vorher, das Kind geplant, allerdings klappte es nicht sofort…
Mit 36 Jahren wurde ich schwanger und mein Arzt hat alle möglichen Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt, da „Risikoschwangerschaft“…. Ich war völlig unerfahren und hab alles mitgemacht…
Aber ab dem Zeitpunkt, als durch Nackenfaltenmessung und Biochemiewerten, das Computerprogramm einen Wert von 1:5 rausgeschmissen hat, war es vorbei mit meiner Unbekümmertheit in der Schwangerschaft..es folgten Chorionzottenbiopsie usw..Es ging zum Glück alles gut aus, aber diese Angst bei jeden Arztbesuch war für mich unerträglich..
Aus heutiger Sicht, hätten wir diese ganzen Untersuchungen nicht gebraucht.
Ich hätte eine super Schwangerschaft gehabt und hatte eine tolle Geburt ohne Komplikationen.

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Katarina 20. August 2014 - 08:24

Meine bisher besten Zeitpunkte waren mit 27. Meinen Mann kannte ich zu dem Zeitpunkt seit 7 Jahren und zusammen waren wir seit etwas mehr als einem Jahr. Inzwischen bin ich fast 29 wir haben jetzt 3 Kinder und ich kann wirklich sagen: Der Zeitpunkt war richtig.

Wobei wir beide nie auf DEN Zeitpunkt gewartet hatten. Eine Freundin von mir meinte, der beste Zeitpunkt ist, wenn beide Eltern eine abgeschlossene Berufsausbilung/Studium und eine Anstellung haben.

Ich finde es viel „schlimmer“ das Kinder zum „Projekt“ werden, in unserer Gesellschaft.

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