Fragen an die Hebamme: Was sind späte Frühchen?

von Anja

Der „normale“ Geburtszeitraum geht von der vollendeten 37. bis zur 42. Schwangerschaftswoche. Kinder, die drei Wochen vor dem errechneten Termin (aufgrund seiner Ungenauigkeit auch gerne „erratener“ Termin genannt) zur Welt kommen, gelten also nicht mehr als zu früh geboren. Babys, die vor diesem Zeitpunkt geboren werden, nennt man Frühgeborene. Wobei es auch hier noch eine Unterscheidung je nach Schwangerschaftswoche gibt. Denn natürlich gilt: Je früher ein Kind zur Welt kommt, umso schwerer ist der Start. Und umso größer die damit verbundenen Risiken.

Vor der 28. Schwangerschaftswoche spricht man von einer extremen, bis zur 32. Schwangerschaftswoche von der sehr frühen Frühgeburt. Danach handelt es sich um eine mäßig frühe Frühgeburt (Moderate Preterm). Die „späten Frühchen“ (Late Preterm) werden zwischen der 34+0 bis zur 36+6 Schwangerschaftswoche geboren. Die Überlebenschancen der Kinder liegen bereits nach der 28. Schwangerschaftswoche bei über 90 Prozent. Auch die Komplikationsrate nimmt mit dem Alter der Kinder ab.

Wenn ein Baby also nur wenige Wochen oder Tage vor seinem eigentlich Geburtszeitraum zur Welt kommt, ist die Situation sicherlich wesentlich entspannter, als wenn ein sehr kleines Kind mit einem nur geringen Geburtsgewicht zur Welt kommt. So ein spätes Frühgeborenes kommt auch durchaus mit 3000 Gramm oder mehr Geburtsgewicht auf die Welt. Es unterscheidet sich dadurch zumindest optisch gar nicht so sehr von einem reifen, in Terminnähe geborenem Baby.

Stillprobleme sind gar nicht so selten

Wahrscheinlich wird auch deshalb gerne mal „vergessen“, dass es sich trotzdem um eine Frühgeburt handelt. Es handelt sich um ein Baby, das noch nicht so ganz fertig auf die Welt gekommen ist. So haben die späten Frühgeboren häufig Anpassungsprobleme nach der Geburt etwa in Bezug auf die Atmung, die Temperaturregulation und auch bei der Nahrungsaufnahme. Die Kinder haben auch öfter mal Probleme mit dem Blutzuckerspiegel oder einer verstärkten Neugeborenengelbsucht (Hyperbilirubinämie). Und auch damit verknüpft kommen Stillprobleme bei den späten Frühgeborenen gar nicht so selten vor.

Auch die Saug- und Schluckreflexe sind oft durch die neuronale Unreife bedingt noch etwas schwach. Die Kinder brauchen außerhalb des Bauches einfach noch etwas mehr Zeit, um zu üben, wie sie Saugen und Schlucken gut koordinieren können. Die häufiger auftretende Hyperbilirubinämie sorgt oft zusätzlich dafür, dass die Kinder etwas müder sind und schnell an der Brust einschlafen. Und wenn das Baby dann das Stillen selbst nicht gut genug anregen kann, ist es wichtig, dass die Mütter eine gute Anleitung zum Pumpen bekommen, damit die Milchbildung entsprechend gut stimuliert wird.

Weil die späten Frühchen oft auch schnell an Gewicht verlieren, ist hier häufiger das zusätzliche Zufüttern erforderlich. Und dies sollte idealerweise mit abgepumpter Muttermilch möglichst an der Brust direkt geschehen. Eine dünne Sonde mit Spritze oder ein Brusternährungsset könnten hier zum Einsatz kommen.

Viel Hautkontakt fördert das Stillen

Viel Hautkontakt fördert das Stillen und ist auch für die Wärmeregulation des Babys gut. Oft melden sich die späten Frühchen aber nicht von sich aus, sondern schlafen einfach noch sehr viel. Vieles von dem, was ein reif geborenes Baby von sich aus einfordert, muss bei den späten Frühchen etwas mehr unterstützt werden. Darum ist es wichtig, dass die Mütter eine gute Begleitung und Stillberatung in dieser Zeit bekommen. Und es müssen natürlich Gewicht, Ausscheidung und die Anpassung des Babys gut im Auge behalten werden. Oft dürfen Eltern und Kind bereits wenige Tage nach der Frühgeburt nach Hause. Das ist natürlich gut und der beste Ort, um noch ein bisschen „nachzureifen“. Trotzdem sollten Eltern auch dort eine gute Unterstützung und Begleitung haben. Vor allem dann, wenn bereits in der Klinik Stillprobleme aufgetreten sind.

Und auch die Mütter brauchen etwas mehr Zeit und Raum, um anzukommen, wenn die Schwangerschaft doch plötzlich kürzer war als gedacht. Auch wenn vieles vielleicht zu Hause schon vorbereitet war, so hat der Kopf oft doch erst später mit der Ankunft des Babys gerechnet. Und so groß die Freude über das geborene Baby ist, so sehr vermissen auch viele Mütter die Zeit, in der es in ihrem Bauch gewachsen ist – und die nun so abrupt endete. Auch Vorwürfe, ob man womöglich selbst mit Schuld an der Frühgeburt trägt, müssen nicht selten relativiert werden. Auch hier ist viel direkter Hautkontakt mit dem Baby gut und heilsam.

Die späten Frühchen machen die größte Gruppe der Frühgeburten aus. Sie liegt bei rund neun Prozent bezogen auf alle Neugeborenen. Das ist recht viel. Trotzdem wird diese Gruppe bisweilen immer noch ein bisschen „vernachlässigt“. Eben weil die Kinder einen äußerlich so stabilen und reifen Eindruck machen. Tatsächlich ist die praktische Unterstützung für Eltern von früher geborenen Kindern oft höher als bei den späten Frühchen. Dies ist mit ein Grund, warum das Stillen in dieser Gruppe oft mit vielen Hürden verbunden ist, wie auch Studien deutlich belegen.

Auch ein bisschen zu früh ist meist einfach doch noch zu früh. Die meisten dieser Kinder hätten einfach idealerweise noch ein bisschen Zeit im Bauch gebraucht. Deshalb sollte auch immer bei einer geplanten Einleitung der Geburt oder einem geplanten Kaiserschnitt vor dem Termin gut abgewogen werden, ob wirklich eine Indikation dafür vorliegt, dass das Baby früher auf die Welt geholt wird. Ein zu früher Start ist immer eine Herausforderung für ein Baby – aber auch eine für seine Eltern.

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18 Kommentare

Catrin 7. Oktober 2021 - 15:07

Ich finde den Artikel auch super, und wollte mal eine andere, weniger schlechte Erfahrung dalassen. Meine Tochter wurde bei 34+1 per Kaiserschnitt geholt wegen Präeklampsie, sie wog 2320 Gramm. Ich war wirklich noch nicht “fertig” mit schwanger sein und hab mir Sorgen gemacht, aber alle Ärzte und Schwerstern haben immer nach dem Gewicht gefragt und dann abgewunken, weil es zwar ein Frühchen war, aber eben ein spätes, nicht zu leichtes. Im Krankenhaus gab es dann einen Tag Sauerstoff, und natürlich Wärmebett, füttern über Sonde, etc. Gelbsucht hatte sie natürlich auch, es gab zwei mal Fototherapie. Ich hab direkt am ersten Tag eine Pumpe bekommen, und die Milch hat meine Tochter dann über Sonde und Flasche bekommen. Ich glaube der Knackpunkt war, dass ich in der ersten Nacht alle 3 Stunden den Wecker gestellt habe um zu pumpen. Ich weiß noch wie ich um 23 Uhr im Bett saß, fix und fertig von der Aufregung und dem Kaiserschnitt und dachte “ich steh doch jetzt nicht alle paar Stunden auf die Nacht über”.. Gott sei Dank waren noch ein paar Hirnzellen wach, die sich erinnert haben, dass das über Gelingen oder nicht Gelingen vom Stillen entscheiden könnte. Die ersten 2 Tage wurde trotzdem zugefüttert und trotzdem hat sie zunächst auch etwas viel abgenommen. Das klingt alles nicht so toll vermutlich, aber schlussendlich wurden wir nach 9 Tagen entlassen, Gewicht war genug gestiegen und alles andere passte auch. In den ersten zwei Wochen zu Hause hab ich dann ohne Probleme Schritt für Schritt von Pumpen+Flasche auf Stillen umgestellt. Vielleicht hatte ich auch da Glück, hatte gelesen das die Umgewöhnung ab der 4. Lebenswoche oft schwieriger wird und dachte dann “oh Fuck, dann muss ich mich jetzt ranhalten, und hab es dann täglich mehrfach probiert auch wenn es viiiieeel länger gedauert hat als pumpen + Flasche geben zusammen. Aber das Fazit: Jetzt ist sie 7 Wochen und wiegt 4 Kilo. Eine Hebamme hatte ich auch nicht. So gerne ich auf die Zeit im Krankenhaus und die Sorgen verzichtet hätte, so “normal” ist jetzt alles.

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mantenso 20. September 2019 - 11:08

Unser drittes Kind kam mit 36+6 auch als soates Frühchen zur Welt. Trotzdem konnte ich im Geburtshaus entbinden, nachdem ich klar aufgeklärt wurde. So haben sie mir die Empfehlung gegeben, regelmäßig die Temperatur zu überprüfen. Und ja. Unsere kleine Tochter konnte sie nicht selbstständig halten. In Folge dessen hat sie die ersten 10 Tage fast ausschließlich nackt auf meinem nackten Bauch gelebt. sie war auch enorm schläfrig. Von den anderen beiden kannte ich das so nicht. So habe ich sie intuitiv regelmäßig zum stillen geweckt. Auch sehr gelb war sie, so dass wir immer wieder Rücksprache mit der Kinderärztin hatten. Ich bin total froh, dass es unser drittes Kind war, dass es so eilig hatte, zu uns zu kommen. Ich war zwar um so überrumpelter, da zu Hause noch gar nichts vorbereitet war (die beiden großen kamen immer erst nach et). Trotzdem hat mir die Erfahrung sehr bei den kleineren und größeren Startschwierigkeiten geholfen.

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Maria 30. Juli 2018 - 00:15

Toll und Danke für diesen Artikel ! Das war bei uns definitiv auch so (SSW36)! Vor allem das Stillen… hat fast 5 Monate gedauert und auch nur wegen einer tollen stillberaterin dann geklappt .

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Maria 2. Juli 2018 - 15:39

Das ist ein wirklich toller Artikel! Danke dafür. Er hat mich total bewegt, da ich gerade wieder total am straucheln bin.
Unser Sohn hat all das beschriebene (Trinkschwäche, Flaschennahrung im Kreißsaal, viele Frühgeborenenuntersuchungen, Diabetestests, Fototherapie,…) miterlebt.
Er ist jetzt 12 Wochen alt, ist mit 36+6 zur Welt gekommen, aber ich mache mir große Sorgen und Vorwürfe ob wir alles richtig gemacht haben, da er so schlecht zunimmt und sehr, sehr viel weint. Die Angst ist wohl groß, dass wir in irgendeiner Form seiner Entwicklung geschadet haben z.B. weil wir nicht zugefügter haben, weil wir ihn am Anfang aus Unwissenheit nicht zum Stillen geweckt haben bzw. Auch gar nicht wissen, ob er überhaupt die nötige Milchmenge bekommen hat. Gerade wenn man den Eindruck hat, dass er sich besser fühlt, bricht wieder eine total unruhige Zeit an und jetzt hat sich auch noch ein Darminfekt dazugesellt. Wenn ich dann z.B. Bei Untersuchungen anbringe, dass er auch zu früh auf die Welt gekommen ist, wird das oft – auch vom Fachpersonal – belächelt.
Doch uns ist schon direkt am ersten Tag aufgefallen, das der kleine absolut noch nicht bereit für die Welt war.
Eine besondere Unterstützung für unser Baby haben wir im Krankenhaus und auch darüber hinaus nicht bekommen – leider eher viele verwirrende aussagen zum stillen – was mich noch mehr verunsichert hat und die Situation noch mehr angespannt hat.
Bislang haben wir beide es mit viel Anstrengung geschafft, dass er von der Brust trinkt und die notwendige mind. Gewichtszunahme hat. Aber immer wieder plagen einen Zweifel, ob das wirklich für ein ausreichendes Wachstum reicht. Ich weiß es nicht…
Kaum einer kann diese Sorgen gefühlt nachvollziehen, da sind so ein paar verständnisvolle Worte wie die aus eurem Artikel absoluter Balsam für die Seele. Ich danke euch noch mal von Herzen dafür und auch für eure liebevoll geschriebenen Bücher.

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Anja 3. Juli 2018 - 19:13

Liebe Maria,

das hört sich nach einem nicht so einfachen Start ins Leben an und auch drei Wochen zu früh sind zu früh. Für das Baby und auch für die Eltern. Ihr habt bestimmt nichts falsch gemacht, aber wurdet leider wirklich nicht gut unterstützt 🙁
Kannst Du in Bezug auf das Stillen vielleicht noch eine Stillberaterin mit ins Boot holen? Gerade in Bezug auf die Gewichtssorgen ist professionelle Unterstützung sicherlich sinnvoll, um die Situation gut einschätzen zu können. Als Eltern haben wir einfach immer die Urangst, dass unser Baby nicht genug Nahrung bekommen könnte. Da ist der objektive Blick manchmal einfach schwierig.
Ich denke, eine Stillberaterin könnte Euch da vielleicht ganz gut unterstützen. Hier gibt es z.B. eine Liste: http://www.bdl-stillen.de/stillberatungsuche.html
Eine Wochenbetthebamme hattest Du wahrscheinlich nicht oder? Die kann Dich auch die gesamte Stillzeit hindurch beraten.

Alles Gute für Euch und liebe Grüße,

Anja

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Claudia Moje 9. November 2017 - 08:29

Das hätte ich gern vor sechs Jahren gewusst. Zwei Wochen vor dem errechneten Termin. Atmung, Temperatur, Stillen, Gewichtsabnahme, grantliger Säugling. Hat das erste halbe Jahr kaum mal gelächelt. Dabei war ich in einer ProBaby Stillfreundlich – Klinik. Aber von späten Frühchen hat keiner was gesagt….Nr zwei kam “termingerecht” alles lief 100% konnte am nächsten Morgen heim…..

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Melanie 26. September 2017 - 09:00

Schade, dass es diese Informationen nicht schon vor 31 Jahren gab. Dann hätte ich darum gekämpft, dass mein Erstgeborener nicht 5 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin auf die Welt geholt wird, also zum Beginn der 35. SSW. Alles war in Ordnung mit ihm, ihm ging es gut, nur die Ärzte meinten wegen des durchgeführten Ultraschalls, dass er groß genug ist und “kommen muss”. Also wurde am Tag nach dem Ultraschall die Geburt eingeleitet und er wurde 5 Wochen vor dem Termin geboren. Dann kamen auch all’ die hier beschriebenen Schwierigkeiten, er “gurkste” vor sich hin, bekam deshalb Sauerstoff, er hatte extrem mit der Neugeborenengelbsucht zu kämpfen. Dadurch waren wir auch 10 Tage im Krankenhaus. Damals nannte man es Anpassungsschwierigkeiten und dass ja fast jedes Neugeborene mit dieser Gelbsucht zu kämpfen hat. Gott sei dank hatte es mit dem Stillen ganz gut geklappt. Aber damals gab es das mit der Nähe “Mutter-Kind” im Krankenhaus auch noch nicht. Die Kinder waren im Säuglingszimmer, wir Mütter bekamen die Babys nur zum Stillen. Was im Säuglingszimmer geschah, erfuhren wir nicht. Mein, so viel zu früh geborener, ältester Sohn ist Autist, er leidet unter dem Asperger Syndrom, -> Auch eine Folge der viel zu früh eingeleiteten Geburt? Das sollte vielleicht auch einmal untersucht werden, denn meine beiden anderen Kinder durften ihren Geburtstermin “selbst wählen”, da hatte niemand gesagt: “jetzt muss es kommen!”. Und beide sind gesund und munter und kommen mit dem Leben prima zurecht, nur er eben nicht.

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Bettina Frerichs 29. Juni 2018 - 14:43

Liebe Melanie,
Dein Beitrag ist nun schon etwas her – und trotzdem diese Information für Deinen Sohn / Dich: Schaut doch mal in das Buch von Dr. Blomberg (Bewegungen, die heilen). Er arbeitet mit Autisten, mit großem Erfolg. Ggf persistierende frühkindliche Reflexe (zu sehen als neuronale Unreife, hier durch die zu frühe Geburt) kann man auch im Erwachsenenalter noch integrieren und damit Verbesserungen schaffen. Herzliche Grüße, Bettina

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Lisa 7. Mai 2017 - 12:37

Danke für diesen Artikel! Im Nachhinein tut es gut, das zu lesen. Mein Sohn kam 36+6 und wurde deshalb im Krankenhaus direkt mit der Flasche gefüttert, da er sehr schläfrig war (Gelbsucht und außerdem nur knapp 2400g). Ich könnte mich so ärgern, dass ich mich zu wenig über sowas wie das Brusternährungsset informiert hab.. Dazu kam, dass meine Hebamme mir kaum eine Hilfe beim Stillen war, sodass ich nach 12 Wochen aufgegeben habe und jetzt nur noch abgepumpte Milch mit der Flasche füttere (btw: ein Artikel zum Pumpstillen wäre super, man findet so wenig brauchbare Infos dazu..).

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Franziska 15. Januar 2017 - 16:03

Wir hatten diese Symptome bei unser Großen und einer Geburt bei 38+0… grade die Saugschwäche hat uns anfangs noch sehr in Athem gehalten.
Der kleine Bruder war auch bei 37+2 dagegen quietsch fidel. Da sieht man mal wie individuell das von dem kleinen Wesen abhängt- obwohl ich bei ihm eh der Meinung war der Termin war ein bisschen spät angesetzt.

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Tina 12. Januar 2017 - 09:57

Vielen Dank für den Artikel! Unser erstes Kind war auch ein spätes Frühchen. Auch wir haben alle beschriebenen Schwierigkeiten erlebt. Insgesamt waren die 2 1/2 Wochen für uns im Krankenhaus sehr belastend. Der ewige Kreislauf zwischen Abpumpen und den alle vier Stunden stattfindenden Verpflegungseinheiten war sehr anstrengend. Die Stillberatung im Krankenhaus hat mir nicht geholfen, da gefühlt jede Krankenschwester etwas anderes erzählt hat. Das Stillen hat dann erst nach einem Monat Zuhause dank einer tollen Hebamme geklappt.

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MinisMama 11. Januar 2017 - 15:56

Danke für diesen Artikel!!!
Wir haben auch eine spätes Frühchen und haben die ersten Wochen als sehr aufregend und besorgniserregend zugleich erlebt.
Uns war bewusst, ein Frühchen in den Armen zu halten, jedoch wurde uns die Bedeutung und Auswirkung tatsächlich erst durch den Artikel so richtig deutlich. Komplett alles im Text Beschriebene haben wir auch so durch gemacht.
Ich hatt zwischenzeitlich große Angst um das Leben unsrer Kleinen, weil es ihr zum Teil sehr schlecht ging.
Zum Glück hatten wir zwei tolle Hebammen die uns wunderbar in dieser, für uns, schwierigen Zeit mit Rat und Tat, ‘mut machend’ und ‘Sorgen nehmend’ zur Seite standen.
Heute, nach Lesen deines Artikels, ist es uns wie Schuppen von den Augen gefallen.
Alles wofür wir damals gekämpft haben, was uns aufgefallen ist, worüber wir uns sorgten
– das war alles begründet!
Unsre Intuition hat uns nicht getäuscht.
Die fehlende Zeit so im Auge zu behalten wird uns auch zurkünftig bei einigen Dingen sehr hilfreich sein.

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Hanne 11. Januar 2017 - 09:54

Auch, wenn ich nicht den Anspruch habe, dass mein Kind “normal” sein muss, tut es doch gut zu lesen, dass bestimmte Dinge erwartbar waren. Bei uns war es mit 37+2 kein spätes Frühchen mehr, aber irgendwie hat mir dieses ständig auskühlende, zum Saugen zu müde Gelbsuchtkind doch Sorgen gemacht. Dank fürsorglicher Hebamme, die unser Weihnachtskind trotz eigener kleiner Kinder an jedem Feiertag zweimal besucht hat (Hochachtung!) haben wir aber gut die Kurve gekriegt. Jetzt weiß ich also, dass das alles eigentlich gar nicht komisch war. Wie so oft also ein irgendwie beruhigender Beitrag. Danke!

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Mrs. Elternabenteuer 11. Januar 2017 - 05:12

Auch bei uns war es mit Woche 35. Woche eine ungeplant frühe Geburt. Auch wenn es keine Gefahr an sich gab, das saugen hat nicht geklappt. Und das “stillen” mit Sonde und Flasche ist schon etwas anderes als man sich vorgestellt hat 🙁 Glücklicherweise hatten wir eine tolle Unterstützung im Krankenhaus und so verließen wir nach 2 Wochen das Krankenhaus und konnten normal stillen.
Ich denke aber dass diese Unterstützung nicht selbstverständlich ist und dass viel zu oft zur Flasche geraten wird obwohl die Muttermilch gerade für Frühchen noch wichtiger ist.

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Anja 10. Januar 2017 - 21:27

Liebe Anja, liebe Wiebke,

ich teile definitiv Eure Erfahrung, dass das auch oft Kinder betrifft, die zwei Wochen o.ä. früher gekommen sind, auch wenn sie damit per Definition nicht mehr als Frühgeborene gelten. Deshalb ist es mir auch so unverständlich, wenn geplante Kaiserschnitte (die keine Dringlichkeit haben) zehn Tage oder noch früher vor dem ET angesetzt werden. Da hat man nämlich auch sehr oft die aufgeführten Probleme.
Persönlich haben mir übrigens auch die zehn Tage , die die Geburt der Ersten früher losging, gefehlt. Kind zwei und drei haben das dann mit acht und zehn Tagen über ET wieder etwas gut gemacht. Aber ich kann mir gut vorstellen, was Du meinst, Anja, gerade wenn es fast drei Wochen sind…

Liebe Grüße, Anja

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Wiebke 10. Januar 2017 - 21:19

Wir hatten auch noch bei 37+2 mit vielen Symptomen der “späten Frühchen’ zu kämpfen. Viel Schlafen, nicht trinken, schnell auskühlen und vor allem in den ersten Tagen schnell abnehmen. Zum Glück hatten wir eine tolle Stillberaterin (die Luise :), die uns mit dem Brusternährungsset das Stillen überhaupt ermöglicht hat!
Kind zwei kam kurz nach dem Termin und wir haben eine viel unkompliziertere, entspanntere und dadurch auch längere Stillzeit 🙂

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Steffi 5. September 2021 - 19:19

Ich könnte weinen, wenn ich das lese… mein Sohn kam bei 36+4 zur Welt, ist jetzt 10 Wochen alt. Er macht immer wieder Probleme, und immer wieder kriegt man nur gesagt “ach, das ist doch normal bei Babys”, egal, was es ist.
Ich war in einer Mutter-Kind-Klinik, auf Frühgeburten spezialisiert. Hatte in Woche 21 einen totalen Muttermundverschluss und meine FA riet mir, in diese Klinik zu gehen, falls er zu früh kommt, weil das KH, wo ich hin wollte, keine Kinderstation hat.
Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich die Kompetenz des Personals dort in vielerlei Hinsicht anzweifle, es war absolut kein schönes Erlebnis.
Er hatte 2820g bei 48cm, wurde mit der Saugglocke geholt, was ihm scheinbar noch zusätzliche Anpassungschwierigkeiten bereitet hat. Er war und ist sehr anhänglich, brauchte anfangs viel Wärme, ist sehr empfindlich gegenüber etwaiger Aufregung und Stress (wenn ich mal mit ihm draußen war, zB zum Einkaufen, merke ich das sofort,weil er viel unruhiger ist).
Das Stillen klappte von Anfang an nicht, meine Brüste waren extrem prall, und er war zu klein und schwach um an der Brust zu trinken, konnte die Brustwarze nicht fassen. Auch mit Stillhütchen funktionierte es nur bedingt (inzwischen hab ich gelesen, dass von den Hütchen eigentlich abgeraten wird, weil es dazu führen kann, dass das Brustfüttern nicht in Gang kommt).
Infolgedessen wurde bereits an Tag zwei von den Schwestern im KH mit Flasche zugefüttert, und ich bekam eine Milchpumpe. Viel Milch kam aber nicht raus.
An Tag drei fiel mir auf, dass er sehr gelb aussieht, als ich die Schwestern darauf ansprach, wurde mir gesagt, dass da jedes Mal, wenn sie das Baby anschauen, drauf geachtet wird, also wird schon nichts sein. Letztlich entwickelte er die NGS, wir wurden aber entlassen, nächsten Morgen noch mal Kontrolle und direkt wieder stationäre Aufnahme für Phototherapie. Noch mal drei Tage KH.
Eine Hebamme hatte/habe ich nicht, so dass ich auch keinen direkten Ansprechpartner habe, zumal es die aktuelle Situation mit C19 noch schwieriger macht.
Die Milchpumpe bekam ich mit nach Hause und aus Angst, dass er zu wenig trinkt und die Gelbsucht wiederkommt, pump(t)e ich nur noch ab und er bekam die Flasche.
Da ich aber mit ihm alleine bin, konnte ich einfach nicht alle 2-3h abpumpen/anlegen; anfangs schaffte ich es kaum, selbst ausreichend zu essen und zu trinken, was die Situation verschärfte, so dass meine Milchmenge natürlich viel zu gering ist. Ich konnte es zwar wieder ein wenig steigern, aber wenn ich am Tag zwischen 100 und 150ml zusammenkriege, bin ich froh… ich sammle das und er kriegt es dann auf einmal in einer Mahlzeit.
Durch das Internet erfuhr ich vom Brusternährungsset, aber auch das verursachte mehr Stress, als das es half.
Immer wieder tauchen Probleme auf und ich habe die ganze Zeit das Gefühl, dass er nach wie vor noch nicht so richtig in der Welt angekommen ist, obwohl er andererseits schon lächelt, daß Köpfchen zum Teil halten kann, sich hochziehen lässt etc.
Wenn ich aber Auffälligkeiten bei Ärzten anspreche, wird es immer abgetan. Traurig eigentlich, dass sich keiner zuständig fühlt, Frauen hier Hilfestellungen zu geben oder wenigstens anzubieten – also ohne, dass man erst selbst recherchieren und suchen muss. Ohne Internet wüsste ich sehr Vieles nicht, was ich jetzt versuche zu beachten, weil es weder im KH, noch beim KiArzt gesagt wurde.

Vielen Dank für den Artikel; ich bin sehr froh, dass es Menschen wie Sie gibt, die sich die Mühe machen, solches Wissen auf diesem Wege zu teilen.

LG, Steffi

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Anja 10. Januar 2017 - 20:23

In der Deutschen Hebammenzeitschrift steht auch gerade ein guter Artikel über Late Preterms drin.
Nachdem meine ersten beiden Kinder bis zum Ende der 42. SSW mit der Geburt wartetetn, hatte es das dritte dann eilig und kam 37.2 und ich war überhaupt nicht “fertig” mit der Schwangerschaft.
LG Anja

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