Große kleine Stillkinder

von Anja

Wenn man doch länger als die in Deutschland üblichen durchschnittlichen sieben Monate stillt, wird man öfter mal der Frage ausgesetzt, wie lange man dies denn noch weiter tun möchte. So kann man sich in den ersten Jahren immer noch mit der WHO-Empfehlung herausreden, die neben entsprechender Beikost eine Gesamtstilldauer von 24 Monaten empfiehlt. Ganz genau wird da sogar gesagt: „… bis zum zweiten Geburtstag oder darüber hinaus, wenn Mutter und Kind das wünschen.“

Für einige Menschen ist jedoch schon eine Stillzeit über die ersten sechs Monate hinaus befremdlich. Doch immerhin sind die Stillkinder dann noch Babys, die man ja im ersten Lebensjahr auch so treffend Säuglinge nennt. Gestillte Kleinkinder sind aber ein selteneres Bild im Alltag. Das ist sicher auch der Grund, warum es bisweilen von manchen Mitmenschen so kritisch gesehen wird. Es ist einfach scheinbar nicht normal. Die Definition des Wörtchen „normal“ besagt übrigens folgendes: So geartet, wie es sich die allgemeine Meinung als das Übliche oder Richtige vorstellt.

Über die Babyzeit hinaus stillen normal

Doch dabei wird eine Meinung komplett vergessen – nämlich die der Kinder. Für die ist es nämlich ganz normal, auch über die Babyzeit hinaus zu stillen. So liegt das natürliche Abstillalter durchschnittlich zwischen zwei und vier Jahren. Und zumindest im ersten Lebensjahr stillen sich Kinder in der Regel nicht von alleine ab. Natürlich sind immer zwei Personen am Stillen beteiligt und so kann und darf die stillende Mutter auch andere Wünsche bezüglich der Stilldauer haben. Allerdings ist der Einfluss der Gesellschaft, die die vermeintliche Norm der Stilldauer festlegt, oft mit maßgeblich für die Entscheidung zum früheren Abstillen.

Während das Stillen eines kleinen Babys gesellschaftlich ja sogar erwünscht ist – was es für nicht stillende Mütter oft auch schwierig macht – kippt das Ganze bereits in der zweiten Hälfte des ersten Lebensjahres. Und nach dem ersten Geburtstag werden dann sämtliche Argumente aus der Vorurteilskiste geholt, um gegen das lange Stillen zu argumentieren. Da ist dann alles dabei vom armen Kind, das ja nix anderes außer Muttermilch zu essen bekommt bis hin zur Bindungsstörung durch zu große Abhängigkeit von der Mutter.

Er weiß nicht, dass er zwei ist

Meine gewünschte Normalität wäre es ja, wenn sich außer der jeweiligen Mutter und ihrem Kind andere Menschen keine oder zumindest nicht allzu viele Gedanken um die persönliche Stilldauer der beiden machen würden. Aber wie in allen Bereichen unseres Elternlebens bleibt einfach kein Thema unkommentiert. Und schon gar nicht so ein emotionales Thema wie das Stillen.

So überrascht es mich eigentlich wenig, auch nach bereits zwei länger gestillten Kindern wieder hier und da gefragt zu werden, wie lange das Ganze denn nun noch dauern wird. Die zwei von der WHO empfohlenen Jahre sind nun jedenfalls vorbei. Doch auch wenn das Söhnchen mit den Worten „…Burdag. Bagger. Kuh.“ häufig von seinem 2. Geburtstag und den Geschenken erzählt, glaube ich, dass er sein Alter noch nicht komplett realisiert hat. Und deshalb stillt er einfach weiter. Genauso wie er es mit 23 Monaten auch getan hat. Einfach, weil es für ihn normal ist.

Und manchmal gibt es sogar noch ganz unerwartete Vollstillzeiten – auch mit zwei Jahren. Als unser Sohn am ersten Urlaubstag auf Bornholm ungebremst aufs Gesicht fiel und sich die Oberlippe ziemlich doll aufgeschlagen hat, war Stillen das Einzige, was er die nächsten Tage in Mundnähe tolerierte. Und ich war froh, dass es wenigstens irgendwas gab, was er zu sich genommen hat und das ihn auch ein bisschen getröstet hat. Als alles wieder etwas verheilt und verschorft war, hat er die Stillfrequenz deutlich reduziert und ist an den Familientisch zurückgekehrt. So ist das manchmal, mit den kleinen großen Stillkindern.

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31 Kommentare

Linda 28. August 2019 - 18:19

Mein Baby ist vier Monate alt und neulich, als mein Partner arbeiten wär, rief mich meine Schwiegermutter an, fragte, ob der Kleine langsam mal Beikost bekommt und sagte, ich solle mir aus der Apotheke Tabletten zum Abstillen besorgen. Als ich ihr sagte, dass ich mindestens ein Jahr, sehr gern aber auch noch länger stillen will, sagte sie: „Oh nein, bitte, bitte nicht. Das kannst du doch nicht machen!“ Oh, und ob ich das kann! Solange mein Sohn gestillt werden möchte, wird er das auch.

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Christina 17. Mai 2020 - 21:09

Großartig! Danke für deine Stärke

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Charlotte 30. Juli 2018 - 09:41

Hallo Anja, mein Sohn stillt mit 12,5 Monaten fast noch voll. In 6 Wochen steht die Krippen-Eingewöhnung an und bald gehe ich wieder arbeiten…..daher stresst es mich, dass er weder Löffel noch Finger Food noch Fläschchen akzeptiert…..

Hm, was will das Kind mir damit sagen? Meine Tochter hat auch erst spät gegessen, allerdings war sie, im Gegensatz zu ihrem Bruder, ein Schnullerkind und hat den Sprung zur Flasche mit 13 Monaten bewältigt.

Dankeschön und viele Grüße Charlotte

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Anja 30. Juli 2018 - 10:24

Liebe Charlotte,

in sechs Wochen kann sich zum einem noch viel ändern 🙂 Zum anderen werdet ihr ja sehr wahrscheinlich eine langsame Eingewöhnung haben, so dass Dein Kind nicht gleich über einen sehr langen Zeitraum von Dir getrennt sein wird. Deshalb brauchst du Dich da eher nicht stressen, selbst wenn in sechs Wochen noch primär Muttermilch auf dem Speiseplan steht. Viele Kinder essen in anderen sozialen Kontexten auch anders und probieren zum Beispiel in der Kita auch Dinge, die zu Hause ignoriert werden. Selbst wenn Dein Kind aber erst mal nicht viel ausprobieren möchte, kommt es ja auch ohne Stillen eine Zeit lang aus. Wahrscheinlich kennt es solche Situationen auch bereits, weil z.B. der Papa mal ein paar Stunden mit ihm alleine ist? Vielleicht kann Dich also der Gedanke „Mein Kind „verhungert“ nicht in dieser Zeit“ etwas entlasten? Erfahrungsgemäß bewirken Stress und Druck in Sachen Essen/ Beikost eher das Gegenteil, auch weil die Kinder oft die Verunsicherung bei uns Eltern spüren. Dann sind sie meist selbst weniger bereit dafür, sich auf neue Dinge einzulassen.
Ich hatte auch schon mal zum Thema Kita und stillen gebloggt: https://www.vonguteneltern.de/abstillgrund-kita/
Vielleicht ist da noch der eine oder andere hilfreiche Aspekt für Eure Situation drin.

Alles Gute für Euch und liebe Grüße,

Anja

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N.L. 22. April 2018 - 16:06

Toller Artikel!
Ich habe meinen jüngeren Sohn 4 Jahre lang gestillt,das erste mehr oder weniger Voll,auch zwischendurch bei Krankheit oder ähnlichem immer mal wieder.
Heute ist er fast 6 und seinen Altersgenossen im sprachlichen und auch sonst weit voraus.
Meine Tochter ist aktuell fast 8 Monate und stillt auch noch sozusagen voll,die wenigen Happen die sie vom Tisch mit isst ,mal ausgenommen.
Kleine Kinder wollen weder Brei,noch stillen sie sich selber ab!
Entweder hat die Mutter da wieder was ersetzt fälschlicherweise oder es ist evtl ein vorübergehender Stillstreik.

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Stillstuhl 5. Juni 2016 - 22:37

Sehr gut geschrieben und ein wirklich interessanter Artikel !

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Bettie 1. August 2015 - 13:07

Ist es nicht häufig so, dass Mütter sich sehr viele Gedanken machen und im Idealfall dann das Kind entscheidet?

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Verena 22. April 2015 - 09:29

Liebe Anja,

Das passt jetzt nur bedingt unter diesen Artikel, aber da ich keine email-Adresse eures Blogs entdeckt habe (nur deine Hebammen-Mail), dachte ich, hier ist es vermutlich am besten aufgehoben, bzw. hoffe ich, du entdeckst das trotzdem.

Ich habe eigentlich keine konkrete Frage, aber eine Themenanregung. Und zwar würde mich – aus gegebenem Anlass 😉 – das Stillen während der Schwangerschaft, bzw. dann vielleicht/vermutlich von zwei Kindern interessieren. Man findet darüber zwar einiges im Internet, aber ich finde deine Sicht- und Schreibweise immer so klar, sachlich und dabei trotzdem empathisch und berührend, dass ich sehr gerne auch deine persönliche und professionelle Meinung dazu kennen würde.

Womit ich beim zweiten Punkt wäre: Es ist eine wahre Freude, euer Blog zu lesen, vielen Dank dafür :)! Ich schaue mindestens alle paar Tage mal hier vorbei und freue mich dann immer, wenn mich ein neues Bild – und damit ein neuer Artikel – begrüßt.

Liebe Grüße,
und einen schönen Tag,
Verena

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Julia 18. Januar 2015 - 20:42

Liebe Anja, jetzt melde ich mich doch mal hier zu Wort..vielleicht kannst Du aus Deiner Berufserfahrung dazu was schreiben, wie man denn am besten abstillt, wenn man es wirklich möchte?! 🙂 Meine kleine süße Tochter ist 10 Monate alt – habe versucht, sie per Brei und per BLW ans Essen zu führen – beides findet sie nach Lust und Laune mal spannend, mal nicht. Im Moment kommt ein Zahn und sie will sich wieder recht wenig Essen an den Mund führen bzw. führen lassen…
Aber ich mag und kann nicht mehr – es tut mittlerweile echt weh, ich hatte vor 2 Wochen wunde BW (vorher noch nie gehabt und sie ist Kind Nr.2)…Flaschenmilch wird angewidert angeschaut und nicht angerührt…aber sie isst sonst nicht genug und zupft mir ungeduldig-verzweifelt am Shirt rum, wenn ich sie nicht ranlassen will. Außerdem wird sie ab Februar bei der Tagesmutter sein und ich muss arbeiten…was mach ich denn da?? Sie ist gut genährt aber mache mir trotzdem Sorgen…
Mein Sohn hat sich ziemlich fix mit 8 Monaten abgestillt, ihn hat es einfach nicht mehr interessiert und er war happy mit Brei.
Freue mich über irgendwelche Tipps…. 🙂 LG, Julia

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Julia 2. Januar 2015 - 13:54

Was für ein toller Artikel und wie wahr 🙂
Ich stille meinen Sohn jetzt seit 15 Monaten und es war nicht immer leicht wegen der anfänglichen Schwierigkeiten. Ich werde ihn auch noch weiterhin stillen, solange er das Stillbedürfnis hat und mich es auch nicht stört und das tut es keinesfalls. Ich finde es witzig und amüsant wie meine Mitmenschen darauf reagieren und mir oft Geschichten erzählt werden, das es schon fast eckilig sei wenn die Kinder 4 Jahre alt sind und immer noch gestillt werden. Als ob es ein Hinweis für mich sei 🙂 Ich kann darüber nur schmunzeln und stille ganz selbstbewusst weiter. Die meisten Mütter die so etwas behaupteten oder nicht stillen wollen/können,haben oft ein Problem mit der Nähe, was aus ihrer Kindheit zurückzuführen ist. Bei vielen sind dadurch die Gefühle und somit die Intuition so vergraben, das sie gar nicht darauf hören können und dem Gerde ihrer Mitmenschen folgen! Oder es sind Frauen die es nicht nachvollziehen können, weil sie selbst noch keine Kinder haben. Beides möchte ich hier nicht verurteilen und es ist zu verstehen.
Ich möchte an alle Mamas appellieren: hört auf eure innere erste Stimme und macht euer Ding, ganz egal was wer sagt und geredet wird!!! Es geht um euer Kind und dessen Zukunft und wenn euer Kind, diese Bedürfnisse an Nähe jetzt stillen kann, muss es diese nicht sein leben lang suchen. Nein es kann satt voll Liebe selbst entscheiden wann es geht ….
Tragt und stillt eure Kinder solange sie das Bedürfnis haben und es werden ganz selbstbewusste Kinder!!!!

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Nicole 3. September 2014 - 13:38

Danke für den tollen Artikel, auch ich stille meiner Tochter und das jetzt se

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Nicole 3. September 2014 - 13:41

Falsche taste…grrr…
Ich stille seit 5 Monaten und

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Nicole 3. September 2014 - 13:44

Letzter Versuch… irgendwie klappt es über Handy nicht.
Bereits jetzt erfahre ich Kritik bezüglich der Dauer … und werde mit

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Anna 3. September 2014 - 10:21

Vielen Dank für diesen Beitrag!
Meine Maus ist nun bald 26 Monate, und für sie ist ihre „Mi“(lch) so selbstverständlich wie Essen. Die meiste Zeit über genieße ich unsere Stillzeit einfach, und denke nicht viel darüber nach, wann und in welcher Form sie einmal enden wird.
Ich bin aber nicht immer so voller Coolness… 😉 denn wenn sich die Fragerei aus dem Umfeld (ja, genau diese Fragen..! ) und die Blicke während wir stillen wieder häufen, dann stresst mich das oft enorm, und ich erwische mich dabei, dass ich plötzlich unsicher werde und mir diverse Abstillszenarien überlegen „muss“.
Langzeitstillen bedarf also (vor allem diesbezüglich) echt Nervenstärke!
… ist es aber auf jeden Fall wert 🙂

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AnnaMama 25. August 2014 - 20:40

oh ja, das kenne ich auch, obwohl ich „nur“ 8 Monate voll und dann bis 14 Monate weiter teilweise, vorallem in den Schlaf gestillt habe.

Allen voran fühlte sich die Schwiegermutter dafür zuständig mich zu kritisieren, die so ungefähr jeden 2. Tag wissen wollte, ob ich etwa immernoch stille.
Aber ihr war es auch peinlich, wenn ich in der Öffentlichkeit gestillt habe, da wolle sie mir immer klar machen, dass das Kind jetzt doch nicht schon wieder Hunger haben könnte („Gib sie mir mal, wir gehen spazieren, sie kann jetzt doch nicht wieder Hunger haben“).

Aber am Besten sind Vorschläge wieich sie damals bei meinem 4 Monate alten Baby bekommen habe: „meine haben immer Kakao getrunken“ – mh, vielleicht sollte ich mehr Schokolade essen, dann gebe ich vielleicht auch Kakao…

Ich hoffe, ich lasse mich bei einem irgendwann, hoffentlich bald, vorhandenen Geschisterchen nichtmehr so verunsichern und nerven.

Danke für den Artikel

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Fischer Verena 23. August 2014 - 14:54

Ich finde es gut und schön, dass es jetzt eine facebook site für alle Stillbelange gibt. – So kommt Bewegung in die Sache.
Ich habe meine Kinder lange voll gestillt, beim ersten mit versuchsweisem Unterbruch mit zufüttern. Aber das klappte nur während einer Ferienwoche, daheim dann aber nicht mehr. Also haben wir es ganz gelassen und wieder voll gestillt.
Das zweite Kind wollte bis zu seinem vierten Geburtstag gestillt werden. War eine schöne Zeit. Es war für mich eine wichtige Erfahrung. Ich habe mich dadurch so stark und gut gefühlt und das Leben war so komplett rund, so sinnvoll. Es war die Zeit der tiefsten Gefühle, Empfindungen, die ich je hatte. (Dieses Kind durfte ich siebzehn Monate voll stillen).
Hier zur Erinnerung: Für eine indianische Mutter ist es normal, wenn ein Kind krank ist, es im Kindergarten zu besuchen, um es zu stillen, und damit zu schützen.
Ich habe versucht, „dezent“ zu stillen, aber manchmal habe ich auch Menschen brüskiert.
Es waren halt oft auch Situationen, wo man entweder zuwenig zum Nachdenken gekommen ist, oder endlich auch einmal ein bisschen provozieren wollte!!!
Ich finde so Kommentare lustig, wie den vom Stillen bis zum Abitur….Hahaha….!
Ich hätte öfter humorvoll kontern sollen!…. :-)) !

Liebe Grüsse an Euch!

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Tam 23. August 2014 - 04:32

Sollte das Stillen, nicht Mutter und Kind überlassen werden? Ja, natürlich finde ich komisch wenn ein 3 jähriges oder älteres Kind noch die Brust bekommt, aber man sollte sich auch in die Mutter – Kind – Situation versetzen. Denn diese Zeit bekommt man nie wiederholt. . . .

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Anja 23. August 2014 - 02:00

Toller Artikel! Ich habe meine Tochter auch nach ihren Bedürfnissen gestillt, und hatte auch gegen viele Vorurteile zu kämpfen. Aber wir haben uns nicht beirren lassen und sie hat es sehr genossen, jeden Morgen mit mir zu kuscheln und zu stillen. Einen Monat vor ihrem 5. Geburtstag hat sie dann abgestillt. War eine schöne, wertvolle Zeit für uns beide und manchmal vermisse ich es, denn zum trösten war Stillen immer sehr hilfreich.

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helen 22. August 2014 - 22:47

Mein Baby war fünf Monate alt als mich eine Kollegin fragte:“Du stillst immer noch?!“ 🙂 ich habe fast zwei Jahre gestillt, dann war ich mit Kind Nr. 2 im 7. Monat schwanger und Tandemstillen wollte ich nicht. Hat sich ganz von alkein erledigt, meine Brustwarzen waren plötzlich wieder ganz wund und meiner Tochter hat das Abstillen daraufhin problemlos akzeptiert. Was mich v ärgert ist, dass ich immer ein schlechtes Gewissen hatte, weil mir von allen Seiten gesagt wurde, dass ich mein Kind nicht in den Schlaf stillen darf, das würde ich ihr nie abgewöhnen. Ich solle doch mal konsequenter sein und so ein Schlafprogramm machen. Ich ärger mich immer noch dass ich mich hab verunsichern lassen. Ich vfand das einschlafstillen einfach mega praktisch. Und jetzt schläft sie in b ihrem Bett, problemlos, ohne Programm. In sechs Wochen kommt Baby Nr. 2 und ich hoffe das stillen wird wieder so toll!

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Lorelai 22. August 2014 - 21:58

Wir stillen seit über 2,5 Jahren 🙂 Ich hausiere nicht damit, verstecke mich aber auch nicht. SchwieMu fragte grad heute wieder mal „kommt denn da immer noch was?“ Ich muss da nur schmunzeln drüber 😀

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Saskia 22. August 2014 - 21:57

Ich habe meine Tochter bis 24 Stunden vor ihrem 2. Geburtstag gestillt – dann kam nämlich Tochter Nr. 2 auf die Welt. Tandemstillen wollte ich nicht, das wäre mir, obwohl ich ein großer Still-Fan bin, doch zuviel „Genuckel von allen Seiten“ gewesen – romantisch die Vorstellung, ja, aber ich denke, ich wäre schnell an meine Grenzen gekommen (und hätte den Stress meine Kinder spüren lasse). Zudem wollte ich die Milchproduktion nicht aus dem Gleichgewicht bringen. Dass nun, wo das Baby da ist, Schluss ist mit Brust, hat meine Ältere voll akzeptiert.

Blöde Kommentare musste ich mir in den letzten zwei Jahren nicht anhören. Wichtig finde ich bei Langszeitstillerinnen allerdings, dass man als Frau auch seine persönlichen Bedürfnisse wahrnimmt und respektiert. Einem Kleinkind kann man m.E. vermitteln, dass Mama nachts nicht mehr stillen möchte. Und auf ein Treffen mit Freunden oder Kinoabend zu verzichten, weil der Dreikäsehoch um 19.00 gewohnt ist, die Brust zu bekommen – och nöö. Dafür kann Papa ja einen Kakao machen. Ab einem gewissen Alter darf Mutti die Titties auch selbstbewusst mal eingepackt lassen und sagen: „Meins!“

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Herzmutter 22. August 2014 - 21:53

Ohja, das kenne ich nur zu gut. Allerdings hab ich die Erfahrung gemacht, dass der Druck abzustillen so zwischen 6 und 18 Monaten am Größten war. Jetzt scheint das Thema so peinlich zu sein, dass keiner mehr drüber reden will (21 Monate). Ein Ende ist nicht in Sicht und es ist ein ziemliches Auf und Ab für mich – mal finde ich es toll, mal nett es auch unendlich (wenn sie ständig trinken will oder zu grob ist usw). Auch wie bei Rosalie angesprochen: mal ist die Erschöpfung groß, aber nicht permanent. Manchmal denke ich auch es macht garnichts aus. Hat bestimmt mit den Wachstumsschüben zu tun… Schade dass es so ein gesellschaftliches No Go ist – aber dafür gibt es ja Blogger die das thematisieren und Leser die das kommentieren – auch eine Form der Gesellschaft oder?

Liebe Grüße, Janina

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Rosalie 22. August 2014 - 21:16

Ich hatte Nr. 1 gute 10 Monate und Nr. 2 nun auch 2 Monate gestillt und höre auch nicht auf, weil es bisher passt und ganz einfach ist. Nur die Erschöpfung ist enorm und wird bei all den ach so aufdringlichen Stillposts leider nie angesprochen. Mama muss das ja aushalten können. Ich wurde jedenfalls noch nie komisch angeschaut oder angesprochen deswegen. Obwohl ich viel unterwegs bin. Ich stille aber auch eher diskret und packe nicht meine Brüste öffentlich aus.
Ich sehe aber auch keinerlei Problem, die Brust durch Flasche zu ersetzen, wenn es für die Mutter nicht mehr passt oder zu anstrengend ist.
Ich habe eine Freundin, die gerne ihre 7monatige abstillen will, aber das Kind nimmt keine Flasche und isst ja noch lange nicht genug. Die Frau leidet unter der für sie langen Stillzeit und der unabdingbaren Nichts-ohne-Kind-machen-können und dem nächtlichen Stillen. Ihre Hebamme antwortet auf Hilferufe und Tipps zum Abstillen ausweichend und propagiert weiter das Vollzeitstillen. Egal was eine Frau macht oder will, mit Unterstützung und Solidarität kann sie selten rechnen.

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Anja 22. August 2014 - 22:08

Liebe Rosalie,
ach ja, die ewige Erschöpfung, ob stillend oder nicht: kleine Kinder sind und bleiben echte Energieräuber!! Wenn das Abstillen ein Weg ist, die Akkus wieder etwas aufzufüllen oder es sich schlicht besser anfühlt, darf das jede Mutter auch vor dem „natürlichen Abstillalters“ ihres Kindes so entscheiden. Und ja, das Kind wird diesen Weg auch mitgehen, denn es kann dem Kind nicht besser gehen als der Mutter. Also ist es wichtig, dass diese dafür sorgt, dass es ihr gut geht. Darum vielleicht ein erst mal absurd klingender Tipp für Deine Freundin: Hat sie sich schon mal an eine Still-und Lakatationsberaterin gewandt? All die Kolleginnen , die ich kenne, begleiten auch gerne und kompetent Mütter im Abstillprozess und das ohne ihr irgend etwas anderes einreden zu wollen. Man bekommt das in der Ausbildung zur Still-und Lakatationberaterin IBCLC mehr oder weniger „eingeprügelt“, dass es darum geht, Mütter auf IHREM Weg zu begleiten und nicht eigene Idealvorstellungen vom Stillen durchzusetzen. Deshalb könnte ich mir gut vorstellen, dass Deine Freundin da vielleicht passendere Hilfe erhält:http://www.bdl-stillen.de/stillberatungsuche.html

Liebe Grüße, Anja

Antworten
nadja 22. August 2014 - 14:59

Danke für deinen Kommentar. Unsere Tochter ist jetzt fast 26 Monate und möchte früh und Abends noch „Milch trinken“. Diese Kommentare und vorallem die Blicke von Freunden und Schwiegereltern kenne ich gut. Ich halte es so:erzähle es nicht. Denn es ist unsere Entscheidung! Solange sie es noch möchte, denke ich es ist eine gute Gabe an Eiweiß, Flüssigkeit und vorallem: Liebe. Zumal am Wochenende können mir die Kommentare egal sein, den da schläft unser Kind mindestens bis 9 Uhr. Wir wünschen euch viel Kraft für diese Entscheidung, es ist eure ganz allein!

Antworten
Franzeska Schöberl 22. August 2014 - 14:41

Ganz ganz fantastischer Artikel denn auch ich bin immer wieder einem unglaubwürdigen „ahhh.. ohhhhh… neeee oder“ ausgesetzt.. u sogar die Gynäkologin rät mir flapsig doch mein kind (15 Monate) doch endlich abzustillen.. „das bräuchte er nicht mehr.. lieber ein Glas Milch geben.. der ist ja schon groß“… mich ärgert es leider immernoch aber nehme mir die anderen Kommentare mal zu Herzen. Daaaankeee♡♥♡♥♡♥♡♥

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mine 22. August 2014 - 10:19

Ich bin ne Tandemmama (einmal 4 jahre und einmal 15 monate) und unterschreibe deinen artikel voll und ganz. Wenn mich jemand fragt warum ich denn nicht mal langsam aufhöre frage ich mit „warum?“ zurück und habe mit „ist doch unsere entscheidung“ das totschlag-argument schlecht hin 🙂

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Vanessa 22. August 2014 - 09:59

Danke mal wieder mit deinem Beitrag ins Schwarze getroffen! Hab es gerade beim Einschlafstillen gelesen. 🙂 Ich antworte auf die Frage wie lange, immer bis zum Abitur. Der verwirrte Blick des Fragenden ist das allemal wert.

Gruß Vanessa

Antworten
Hawwedampknopp 22. August 2014 - 09:35

Sasilia, deine Schilderung können wir zu 100% unterschreiben. Auch wir, bzw meine Frau kämpft seit dem ersten Geburtstag mit den doofen Fragen: Was du stillst doch nicht etwa noch?

Doch unser Kleiner ist 22 Monate und verlangt eben danach. Morgens direkt nach dem Aufstehen, Und Abends vor dem zu Bett gehen.
Dabei gehts nicht um Nahrungsaufnahme, sondern um Kuscheln und Nähe. Für meine Frau und den kleinen Mann.

Antworten
L. 22. August 2014 - 09:34

Meine Tochter wird nun 7 Monate und isst noch kaum etwas. Dennoch werde ich mittlerweile häufiger gefragt, wie lange ich denn noch stillen will. Meine Mutter hat meinen Bruder und mich jeweils nur 2 Wochen gestillt. War damals, Ende der Siebziger, halt so, sagt sie. Ein Ende der Stillzeit ist bei uns jedenfalls nicht in Sicht. Zumal Babytochter keine Flasche akzeptiert, sie schreit dann ganz verzweifelt. Fragen nach der geplanten Stillzeit beantworte ich mit unmotiviertem Schulterzucken und „Keine Ahnung“. Weitergefragt hat da bisher niemand.

Jedoch: In einem bestimmten Umfeld, zum Beispiel in meiner Stillgruppe oder meiner kleinen Real-Life-Filterblase von Familienbett und Co, wird es wiederum sehr kritisch gesehen, wenn die Mutter von sich aus abstillen möchte. Das ist dann das gleiche in Grün, oder? Die eine Partei kommentiert, weil man länger als 6 Monate stillt, die andere Partei, weil man kürzer als 2 Jahre stillen möchte. Wie frau es macht, scheint es für irgendwen verkehrt zu sein.

Antworten
Sasila 22. August 2014 - 08:20

Unsere Lotte ist nun genau 18 Monate und möchte noch gestillt werden. Ich bin nach 7 Monaten Elternzeit wieder voll berufstätig, bis dahin hatte ich vollgestillt und hätte nicht gedacht, dass wir noch so lange weiter stillen. Aber ja, ich fühle mich wohl dabei und meine Tochter braucht es anscheinend. Ich bekomme so oft befremdliche Blicke. Hier http://www.unser-kleines-uns.blogspot.de/2014/06/das-stillen-und-ich-ein.html hatte ich einmal darüber geschrieben udn mein Herz ausgeschüttet,
Schade, dass es immer noch so ungewöhnlich ist, wenn man länger als 6 Monate sein Kind das gibt, was es gern hat….
Liebe grüße von UNS!

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