Beikost, Muttermilch

Mein Milchmädchen

von Anja

Das Babymädchen ist nun schon fast acht Monate alt. Würde ich den herkömmlichen Beikostplänen folgen, hätten wir zu diesem Zeitpunkt schon mindestens zwei Stillmahlzeiten „ersetzt“. Aber hier gibt es eh nichts zu ersetzen. Weil es eben keine „Mittagsbrust“ gibt – und auch sonst keine festen Stillzeiten. Das Baby hat Hunger oder Durst, also stillt es dann. Aber auch bei Müdigkeit, Reizüberflutung oder Gebärmutterheimweh funktioniert das gut.

Das mit der Beikost hatte eigentlich auch bereits ganz gut funktioniert. Nach anfänglicher Skepsis und zunächst nur homöopathischen Dosen an Beikost interessierte sich die Babytochter doch etwas mehr. Vieles wurde probiert. Hier ein paar Löffelchen Porridge, da ein paar Broccoliröschen. Und Christians Kürbissuppe schmeckte ihr auch.

Das ist nun aber offenkundig wieder vorbei. Die Kleine findet es immer noch spannend und auch ganz wichtig, mit uns gemeinsam am Tisch zu sitzen. Aber das Essen überlässt sie den anderen. Selbst Brot, das immer recht gerne bekaut wurde, ist derzeit uninteressant. Und Wasser ist zum Planschen, aber garantiert nicht zum Trinken da. Die beiden neuen Zähnchen kommen derzeit kaum zum Einsatz.

Ist das normal?

Dafür wird enthusiastischer gestillt als je zuvor. So oft sogar, dass ich neulich schon daran dachte, mir doch noch mal einen Still-BH in der nächstgrößeren Größe zuzulegen. Denn die Brust stellt sich schnell auf die gestiegene Nachfrage ein und produziert einfach mehr Muttermilch. Das Babymädchen wächst, gedeiht und entwickelt sich gut. Nur Beikost ist in ihrem persönlichen Entwicklungsplan gerade einfach nicht vorgesehen.

Wenn ich nicht selbst Eltern in gleicher Situation etliche Male versichert hätte, dass das absolut normal ist, würde ich mich jetzt vermutlich auch fragen: Ist das normal? Aber ja, das ist es. Auch die Essentwicklung verläuft meist nicht linear, sondern in Schüben. Auch ich muss mir das vier Kinder später immer wieder mal sagen. Übernächste Woche gebe ich eine Beikostfortbildung für Hebammen. Zwischendurch wird es eine Pause geben, eine Stillpause fürs Baby. Eine, die mich daran erinnert, den Teilnehmerinnen noch mal zu sagen, dass Milch für Babys das Hauptnahrungsmittel im ersten Lebensjahr ist. Und Beikost diese zunächst nur ergänzt, aber eben nicht ersetzt.

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13 Kommentare

Tabea 26. November 2017 - 11:58

Mein Milchmädchen möchte auch mit 18 Monaten noch hauptsächlich stillen, sie isst etwas Brot und Joghurt, Reis oder Nudeln mit Soße (am liebsten Fleisch), aber Gemüse geht nur wenig und Obst geht in allen angebotenen Formen gar nicht. Unter der Woche is(s)t sie seit 5 Monaten bei der Tagesmutter (einziges Kind), aber auch dort sind die Mengen sehr überschaubar. Grundsätzlich gibt es nicht, was sie wirklich gerne isst bzw. sie echt fordert (außer ganz viel Muttermilch sobald sie verfügbar ist. So langsam machen wir uns doch Gedanken, ob sie genug Nähstoffe bekommt in dem Alter?

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Melanie 24. November 2017 - 21:07

Bei uns wollte der Krümel überhaupt nichts von Beikost wissen. Er hat alles verweigert. Selbst von BLW war er nicht begeistert. Also habe ich Woche für Woche und Monat für Monat weitergestillt. Es gab viele abwertende Kommentare vom Umfeld. Der Krümel war aber durch nichts zum Essen zu bewegen. Die Kinderärztin machte Drück, dass er dringend abnehmen müsse ( voll gestillt mit 6 Monaten 11kg bei 74 cm, 15 kg bei 84 cm mit 12 Monaten und immer noch voll gestillt). Ich war oft verzweifelt, weil ich nicht wusste, wie ich ihn ohne Druck und Zwang für Essen begeistern sollte. Ich stillte ihn weiter nach Bedarf. Kraft haben mir die Momente gegeben, wo er Freudentänze aufführte und vergnügt lachte und nickte, wenn ich ihn fragte, ob er Milch trinken möchte. Jetzt ist er 15 Monate alt und hat vor 2 Wochen zu essen angefangen. Er liebt Käse, Fleisch, Vollkornbrot, Apfel, Kaki, Banane, Datteln und Nudeln. Er ist mit Freude. Und er stillt sich trotzdem noch weiterhin 5x mal am Tag, wie er das seit vielen Monaten macht. Wenn er jetzt an die Brust möchte, gibt es Küsschen und Umarmungen für Mami…

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Isabel 24. November 2017 - 05:56

Danke für diesen Beitrag! Bei meiner nun 3-jährigen Tochter war es auch so und was haben wir uns damals gestresst, dass sie doch essen muss.
Jetzt bei Kind Nr. 2 (4 Monate) bin ich da entspannter, und dein Artikel bestätigt mich darin, mich ihm zu richten 🙂

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Sindy 23. November 2017 - 21:42

Vielen lieben Dank für deine Worte!
Meine Tochter ist nun ein Jahr alt und isst Mal mehr, Mal weniger, sie trinkt halt hauptsächlich. Manchmal verunsichert das doch, obwohl ich es eigentlich besser weiß. Dein Text ist richtig entlastend ❤️

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Brigitte 23. November 2017 - 20:04

Das Gleiche gab es hier. Eigentlich ganz guter Beikoststart und dann von einem Tag auf den anderen mit Ca. 8 Monaten Schluss mit Essen und wieder vollgestillt. Jetzt ist mein Bub 1 Jahr, isst mit Begeisterung und stillt nachts mit ähnlicher Begeisterung. Ich erinnere mich oft selber daran, meinem Kind zu vertrauen. Der macht das schon.
LG Brigitte

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Marie 23. November 2017 - 18:45

Mein Milchmädchen so eins hab ich auch hier… mit jetzt 12 Monaten isst sie mal mehr, mal weniger. Aber ob wir schon mal eine Mahlzeit ersetzt haben? Was ist schon eine Mahlzeit? Sie stillt genüsslich, schon immer, mal lang, mal immer wieder ein bisschen. Beim Essen genauso… mal konzentriert sie sich lang aufs selber löffeln, mal nimmt sie das Brot in Krümel auseinander und pickt den Reis Korn für Korn… mal geht einfach nix. Jetzt geht sie seit ca 2 Monaten in die Krippe. Dort gibt es über den Tag etwa 2 Flaschen zum satt werden, zuhause wird gestillt. Noch immer ist alles andere Beikost. Leider sind die Erzieher besorgter als ich, da sie nicht nur wenig isst sondern auch schwer einschläft. Nun denken Sie, sie wird nicht satt… was mich dann auch wieder nachdenken lässt. Aber eigentlich vertraue ich ihr, dass sie weiß was sie braucht. Dieses „Problem“ verfolgt uns nun seit Beginn, weil sie immer so am Grenzwert der Gewichtszunahme kratzt… aber da sie zufrieden & fit ist, kann und will ich nicht mehr tun als ihr Stillbedürfnis zu befriedigen. Und ihr feste Nahrung immer wieder anbieten. Ihr habt mir bei dieser entspannten Haltung übrigens sehr geholfen

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Maja Rae 23. November 2017 - 16:28

Ich gehe ab März wieder arbeiten (halbtags), da ist Mini dann 18 Monate. Ob es eine Betreuung durch eine Tagesmutter geben wird oder der Papa aufpasst entscheidet sich noch (mein Mann ist nachmittags zuhause). Ich mache mir auch Gedanken, wie das dann so werden wird mit dem Stillen. Abstillen kommt für mich nicht in Frage, aber ich weiß noch nicht ob es mit Abpumpen auf Arbeit klappen wird. Vielleicht braucht Mini das auch gar nicht?! Viel gegessen wird allerdings nicht. Das stellt für mich/uns auch an sich kein Problem dar, ich würde mich nur gerne vorbereiten können, irgendwie.
Gibt jemand von euch Muttermilch aus der Tasse? Flasche kann ich mir irgendwie nicht so richtig vorstellen… xD Hat da jemand Erfahrung?

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Katharina Pusar 23. November 2017 - 17:14

Hallo!
Ich habe mir mit meinem Sohn damals die selben Gedanken gemacht. Wir haben BLW gemacht und er hat wirklich die meisten kcal aus der Mumi bezogen. Er war dann mit 18 Monaten gleich bis 17Uhr bei der Tagesmutter ubd es war überhaupt kein Problem. Er hat dann “einfach” mehr gegessen. Morgens und abends hat er fleißig weitergestillt und aufgehört hat er erst mit 3 3/4 als ich wieder schwanger war und ihn darum gebeten habe. Ich glaube dass ein Kind in dem Alter schon zurechtkommt. LG Katharina

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Sandra 23. November 2017 - 13:18

Dein Artikel hat mich heute auch wieder sehr bestärkt. Mein kleiner Sohn ist jetzt fast ein Jahr alt. Er probiert alles und isst oft auch sättigende Mengen. Aber zu jeder Mahlzeit verlangt er zusätzlich die Brust, mittags dann gerne dann auch zum einschlafen. Nun beginnen wir im Januar mit 13 Monaten die Krippeneingewöhnung. Ganz langsam und erstmal nur halbtags. Ich habe schon sich versucht ihn manchmal von der Brust abzulenken, damit er lernt, dass er sich auch selbst versorgen kann. Das klappt nicht so gut, weil er die Brust einfordert und ich es ihm nicht verweigern mag. Ich habe etwas Angst, dass er das Stillen in der Krippe sehr vermissen wird. Hast Du da einen Rat?

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Anja 23. November 2017 - 13:20

Liebe Sandra,

dazu hatte ich schon mal was gebloggt: http://www.vonguteneltern.de/abstillgrund-kita/
Vielleicht hilft Dir das eine bisschen weiter.

Liebe Grüße, Anja

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Kathi 23. November 2017 - 14:01

Uns geht’s grad ganz genauso. Wir fangen Mitte Januar mit der Eingewöhnung an, dann ist unsere Tochter knapp ein Jahr. Mittags isst sie mit viel zureden ein halbes Gläschen Gemüsebrei, abends etwas Grießbrei, trinkt über den Tag verteilt ca. 60 ml Wasser und sonst wird gestillt, was das Zeug hält. Auch zum
Einschlafen. Neulich hab ich ihr in ihre Flasche mit Trinklernaufsatz (Sauger nimmt sie nicvt) statt Wasser Milumil gefüllt – sie hat alles ausgespuckt. Ich mag nicvt mehr stillen, wenn ich arbeite. Lediglich nachts wenn es gar nicht anders geht und um ihr Sicherheit zu geben. Weiß auch langsam echt nicvt mehr weiter. Milchpumpe im Büro geht für mich so gar nicht.

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Isa 23. November 2017 - 19:39

Hallo, ich bin Vollzeit arbeiten gegangen, als der Zwerg sieben Monate alt war und mein Mann ist zuhause geblieben. Ich hab nirgends auf einer Seite gestillt und auf der anderen Seite abgepumpt, abends genauso, die Milch gab es dann tagsüber aus der Flasche. Wir hatten auch vorher schon einen kleinen Vorrat im Frost aufgebaut. Am Anfang hat die Brust ziemlich gespannt, aber das hat sich schnell eingespielt. Und der zwerg hat angefangen zu essen. Jetzt ist er bald 18 Monate und stillt eigentlich nur noch abends und nachts und wenn ich tagsüber zuhause bin zum Mittagsschlaf. Er geht tagsüber in die Krippe und wenn ich Nachtschicht habe, schläft er beim Papa auch ohne Milch.
Also Arbeit und stillen lassen sich vereinen.
Inzwischen arbeite ich allerdings nur noch 80%, voll war mir dann doch zu viel
Viele Grüße
Isa

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Anne 23. November 2017 - 11:42

Vielen Dank für den Beitrag! Gerade heute habe ich mich gefragt, ob es normal ist, dass meine neun Monate alte Tochter seit zwei Tagen gar keine Beikost mehr will, sondern nur noch stillt 😉

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