„Ohne dich hätt‘ ich das nie geschafft“

von Anja

Dies ist ein Satz nach der Geburt, der im ersten Moment der Hebammenseele schmeichelt, aber den letztlich doch keine Hebamme gerne hören möchte. Denn die Frau sollte mit dem Gefühl aus der Geburt hervorgehen, es selbst geschafft zu haben, unabhängig davon, wie viel Unterstützung durch die Hebamme oder ärztlicherseits letztendlich notwendig war. Für dieses Gefühl ist es aber notwendig, die Verantwortlickeit für den Geburtsverlauf nicht an der Kreißsaaltür abzugeben. Aber da beginnt das Dilemma. In einer mittlerweile eher beängstigenden als beruhigenden Schwangerschaftsvorsorge liegt der Fokus wesentlich stärker auf etwaigen Risiken als auf der Tatsache, dass ein weiblicher Körper in den meisten Fällen sehr wohl in der Lage ist, Schwangerschaft und Geburt unkompliziert und gesund zu bewerkstelligen. Allerdings ist eine psychisch gute Verfassung maßgeblich mitverantwortlich für die Gesundheit und das persönliche Wohlbefinden.

Einfach „guter Hoffnung“ sein

Und Angst ist keine gute Voraussetzung, sich der Aufgabe Geburt und Muttersein zu stellen. Natürlich darf man sich auch als Schwangere mal unsicher fühlen oder besorgt sein – das ist im gewissen Maße ja ganz normal und spricht für die Fürsorge zum Baby. Aber wenn ein gutes Grundgefühl zur Schwangerschaft nur noch an den Tagen besteht, an denen das Kind via Ultraschall „durchgecheckt“ wurde, stimmt das Maß nicht mehr. Und während unsere Mütter früher auch ganz ohne Ultraschall und Co. einfach „guter Hoffnung“ waren, steigt bei uns trotz intensiver Vorsorge und akribischer Überwachung von Mutter und Kind während der Schwangerschaft und unter der Geburt die Angst der Mütter (und Väter).

Die Fähigkeiten des eigenen Körpers werden immer mehr in Frage gestellt, dies ist keine gute Voraussetzung fürs Gebären. Wenn ich die Kraft als Mutter nicht habe oder nicht mehr spüren kann, müssen immer mehr andere übernehmen. Schnell wird aus dem aktiven Gebären ein passives Entbinden. Natürlich gibt es auch Geburtsverläufe, die etwas mehr medizinische Hilfe benötigen. Aber auch diese Geburten sollten als selbstbestimmt erlebt werden. Dafür ist es wichtig, dass die Eltern informiert und aufgeklärt werden. Nur wenn ich Vor- und Nachteile verschiedener Interventionen kenne, kann eine informierte Entscheidung getroffen werden. Und wenn in seltenen Notfällen alles doch mal ganz schnell gehen muss, ist es umso wichtiger, dass das Erlebte mit den Eltern danach besprochen wird – am besten mit den Menschen, die die Geburt auch begleitet haben. Aber gerade der Klinikalltag mit seinem immer knapper bemessenen Personal lässt immer weniger Zeit und Raum dafür.

Die Geburt ist erst der Anfang

Doch was macht es mit einer Mutter, wenn sie das Gefühl hat, eher entbunden worden zu sein als selbst geboren zu haben? Sie nimmt eventuell ein defizitäres Gefühl in die Herausforderung des Mutterwerdens mit. Und alle Eltern wissen, die Geburt ist erst der Anfang…

Gerade beim ersten Kind ist die Umstellung riesig und neben aller Freude braucht es immer wieder viel Kraft, um sich darauf einzulassen, nun Tag und Nacht für das kleine Menschlein zu sorgen. Tatsächlich erleben wir Hebammen häufig den Zusammenhang zwischen einer als nicht selbstbestimmt erlebten Geburt und möglichen Wochenbettproblemen etwa beim Stillen. Dabei geht es nicht darum, ob die Mutter nun eine PDA, einen Wehentropf, eine Saugglockenentbindung oder einen Kaiserschnitt hatte, sondern darum, wie sie das Ganze erlebt hat. Natürlich wird es meist schwieriger, je mehr Interventionen von außen unter der Geburt erfolgt sind. Wenn aber diese tatsächlich nachvollziehbar und wirklich nötig waren, kann man auch aus diesen Geburten mit dem Gefühl herausgehen: „Mein Kind und ich haben alles getan, was wir konnten, aber es gab Gründe, die etwas mehr Unterstützung an manchen Punkten erforderlich machten.“

Es ist nicht egal, wie eine Frau die Geburt erlebt

Es ist nicht egal, wie wir geboren werden und es ist nicht egal, wie eine Frau die Geburt erlebt. Natürlich ist das gesunde Kind als „Ergebnis“ wichtig, aber trotzdem beschäftigen alle Frauen (und oft auch die Partner) ihre Geburtserlebnisse lange oder immer wieder. Gerade dann, wenn alles anders verlaufen ist als geplant – sofern man Geburten überhaupt planen kann. Manchmal gar wurde aus der erhofften Traumgeburt ein Trauma. Das kann der plötzliche Kaiserschnitt in Vollnarkose oder auch „nur der kleine Damschnitt“ sein – es steht niemanden zu, das Erlebte zu werten, außer der Frau selbst. Es ist deshalb so wichtig, dass Frauen Zeit und Raum bekommen, das Erlebte zu besprechen, um auch aus schwierigen Geburten gestärkt hervor gehen zu können oder vielleicht manche Dinge beim nächsten Kind anders angehen zu können.

Ich bin den Kolleginnen, denen ich mich in meinen drei Schwangerschaften, Geburten und Wochenbetten anvertraut habe, sehr dankbar für das Bestärken, Kraft geben und Angst abbauen in Phasen, in denen man nicht nur die überglückliche Schwangere ist. Gerade als Hebamme kennt man ja noch hundert etwaige Risiken mehr. Deshalb brauchte auch ich da immer wieder mal meine Hebamme, die mir wieder zeigte, dass Schwangerschaft und Geburt in der Regel normale, gesunde und kraftvolle Prozesse im Leben sind. So konnte ich auch nach allen drei Geburten sagen: „ICH habe das geschafft. Aber gut, dass meine Hebammen da waren und mich begleitet haben.“

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17 Kommentare

Bettie v. frühes Vogerl 1. April 2015 - 16:53

Ich finde ohne eine gute Hebamme geht es tatsächlich nicht. Nicht aber weil die das Kind „holt“, sondern weil eine gute Hebamme die Mutter immer wieder bestärkt auf sich zu hören. ☺️

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Miriam 18. Oktober 2013 - 11:25

Ach was mir gerade noch einfällt: meine Mutter, die ja meine Hebamme war, erzählt mir so oft, dass viele Ärzte die Schwangeren gerne „krank“ untersuchen/ reden.
Jedes Zipperlein, Abweichen von der Norm, ist Anlass, dass die Schwangerschaft nicht normal verläuft. Das ist so ein schlimmer Trend, der letztendlich darauf abziehlt, viel zu verdienen, denn eine „gesunde Schwangerschaft“ bringt dem Arzt/ Klinik nichts ein.
Eine Schwangere schon während der SS so zu verunsichern ist im Hinblick auf ein späteres Drängen zu einem gewinnbringenden und zeitlich weniger aufwändigen Kaiserschnitt sozusagen schon Taktik vieler Ärzte.

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Miriam 18. Oktober 2013 - 11:20

Hm also ich hatte diesen Gedanken nach der Geburt meines Sohnes nicht, ich war tatsächlich mächtig stolz, dass ich das geschafft hatte, ohne Schmerzmittel, ohne PDA, nur ich und die seelische Unterstützung meiner Mutter, die gleichzeitig auch meine Hebamme war.
Durch den Beruf meiner Mutter war Geburt und alles Drumherum für mich irgendwie „normal“ und natürlich. Ich hatte vorher auch keinerlei Angst, dachte immer, das haben schon so viele verschiedene Frauen geschafft, also warum ich nicht?
Klar, die Geburtshelferin ist Gold Wert unter der Geburt, aber weniger, weil Frau das alleine nicht schaffen kann, sondern mehr um der Frau das Gefühl zu vermitteln und zu geben, sicher zu sein und es zu schaffen, ganz alleine. Mal ganz ehrlich, wirklich VIEL kann die Hebamme/ Arzt ja im Grunde nicht „helfen“ die Schmerzen hat nur die Mutter auszuhalten, pressen muss sie auch ganz selbst.
Jede Frau ist in der Lage das zu schaffen, rein körperlich zumindest und auch die seelische Stärke dazu ist uns Frauen in die Wiege gelegt. Leider ist der ratternde Kopf vieler Mütter und was die Medien und Ärzte usw. so verbreiten und vermitteln da nicht gerade förderlich. Ich gehöre auch zu den Frauen, die viel (alles) lesen und sich informieren, was manchmal einfach nicht so super für die Psyche und das Hineinfühlen in sich selber (Instinkt, Bauchgefühl) ist. Irgendwann mitten in der Schwangerschaft habe ich dann irgendwo etwas gelesen, was mir sehr geholfen hat. Vertrauen in den eigenen Körper haben. So simpel und doch so schwierig. Aber wenn man das konsequent durchdenkt, ist es total logisch. In meinem Fall, stellte ich fest, dass ich mit meinen damals 31 Jahren bisher sehr gesund war und mein Körper auch in der Schwangerschaft wunderbar funktionierte und es keinerlei Anzeichen für Probleme gab, also warum sollte das, wofür ein weiblicher Körper geschaffen ist, nicht funktionieren??
Kürzlich habe ich einen Spruch gelesen, der so passend ist (kann ihn nur sinngemäß wiedergeben): Wer auch immer das Leben und uns Lebewesen geschaffen hat, hat den Körper einer Frau so geschaffen, dass darin ein Mensch mit allem Drum und Dran heranwachsen kann, da sollte man doch davon ausgehen, dass auch an die Tatsache gedacht wurde, wie dieser kleine Mensch auf die Welt kommen kann. Oder wie sagte mein Frauenarzt so passend, als ich langsam anfing hibbelig zu werden, weil ich ne Woche über ET war „es ist noch keins drin geblieben bisher“ 

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Anne Z. 11. August 2013 - 15:27

… besser acht geben meinte ich…

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Anne Z. 11. August 2013 - 15:16

Oh gut zu wissen. Aus dieser Sicht habe ich die Sache noch nicht betrachtet. Ich glaube mir ist dieser Satz auch nach der Geburt so rausgerutscht. Ich weiß zwar, dass ich es auch irgendwie alleine geschafft hätte und im Prinzip ja auch geschafft habe, aber WIE es ablief und die ganzen Tricks und Tipps der Hebammen haben den Ablauf schon sehr positiv beeinflusst. Und dafür ist man natürlich nach der Geburt sehr dankbar. Bei meiner nächsten Entbindung werde ich auf die Formulierung besser sucht geben – danke für den Hinweis, Anja! 😀

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Frische Brise 2. August 2013 - 19:57

Danke für diesen Artikel!

Ich habe meine vier Kinder glücklicherweise ganz selbstbestimmt auf die Welt bringen dürfen. Ambulant mit meiner Hebamme, im Geburtshaus und auch zu Hause. Die Geburten gehören zu den großartigsten Erlebnissen meines Lebens.

Ich finde ja, dieses ganze Thema sollte zu einer ganzheitlichen Aufklärung junger Menschen dazugehören.

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Rosalie 2. August 2013 - 10:26

Danke danke danke für diesen Post.
Ich bin ein echter Befürworter von Vorsorge, aber im Sinne von Nutzen/Kosten. Ich meine nicht nur das Geld. Der erste US zur Bestimmung des Alters ist gleichzeitig das erste Baby-TV und das ist toll und dagegen ist nix einzuwenden. Allerdings habe ich meine ersten US (2SS) immer in der 12.WOche machen lassen. Da sieht man alles und bekommt gleich einen ausführlichen US. Vorher war mir das zu blöd, denn auch wenn es Probleme gegeben hätte – der Arzt hätte nix machen können.
Ich hab meine Vorsorge immer nur auf das Nötigste beschränkt und vieles abgelehnt, da ich immer das Gefühl hatte, man will mir was anhängen. Ich gehe als gesunde Schwangere dort hin, nicht als kranke Patientin.

Ich finde aber auch das ganze spirituelle was in Geburt und Mutterwerden hineinassoziiert wird furchtbar. Ich seh es eher so: Das Baby macht seinen Job – meist ja hervorragend gut. Ich mach meinen Job als Mama, also ein paar vernünftige (nicht diese übertriebenen vielen) Regeln befolgen. Steht die Geburt an, gehe ich dorthin, wo ich mein Kind bekommen will. Dort sind Hebammen, die machen ihren Job ja auch nicht seit gestern. Die wissen schon was sie tun. Dann sind da auch Ärzte, die machen ihren Job, usw. Das hat nix Spirituelles, aber auch nicht einfach nur was rein technisches. Jeder macht hat seinen Job so gut er kann und voilà – Baby da. Immerhin sind das nur ein paar Stunden, von denen ich als Mutter eh nicht sooo viel mitbekomme. Ein Kind groß ziehen, das ist eine große Sache. Ein paar Stunden Wehen, nun gut, geht halt nicht ohne.
Und ich mag auch nicht die Tendenz, dass der Fokus praktisch von der Zygote an weg von mir, hin zum Kind gelenkt wird. Kinder bekommt man ja selten nach plan, sondern eigentlich bekommt jede Mutter das Kind, weil sie nunmal schwanger geworden ist.
VIel Hype geht aber auch von Hebammen aus. Ich habe schlicht gar keine Kurse zu Vorbereitung gemacht, keinen speziellen Sport (nur was ich vorher schon machte), habe auch keine Nachsorgehebamme engagiert und es war trotzdem kein Problem. Bei Fragen hab ich mich an meine Mutter gewandt, die Kinderarzthelferin oder den Gyn. Denn mal ganz ehrlich, ein Baby zu versorgen ist jetzt echt kein schwieriges Unterfangen, auch wenn Stillen, Schlafen etc. mal nicht so gut klappen. Kompliziert wird’s erst, wenn die Kleinen Groß werden…

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Susann 5. August 2013 - 08:58

Dass die Vorsorge häufig übertrieben wird, würde ich bestätigen. Ob man das jetzt gern etwas spiritueller oder eher technischer mag, ist sicher Geschmackssache.

Aber es soll kein schwieriges Unterfangen sein, ein Baby zu versorgen? Sorry, aber ich finde es ein beinahe unmögliches Unterfangen mein Baby zu versorgen. So schwierig, dass ich nicht weiß, wie ich die 5 Monate allein zu Hause mit dem Kleinen durchgestanden habe. So schwierig, dass ich Wochen vorher angefangen habe, die Tage zu zählen, bis mein Freund auch endlich in Elternzeit ist. Und so schwierig, dass ich wirklich heilfroh war und immer noch bin, als ich nach 8 Monaten endlich wieder arbeiten gehen durfte. Bin ich jetzt ein Weichei, weil ich es nicht total einfach finde, mein Baby zu versorgen oder habe ich „nur“ ein sehr forderndes Kind?

Immerhin – unser Kleiner ist mit seinen 10 Monaten wohl kaum als „groß“ zu bezeichnen, aber es ist definitiv einfacher geworden mit ihm.

Und nun zum eigentlichen Thema: Gibt es das, dass man schon die erste Geburt als komplett selbstbestimmt erlebt? Es lief bei uns schon gut und das meiste war auch so, wie ich mir das vorgestellt habe (gut, ich hatte mir die Schmerzen nicht so schlimm vorgestellt, wie sie waren), allerdings hätte ich gern den Kleinen vor jeder Untersuchung bei mir gehabt und dann nicht erst eingepackt in ein Handtuch. Es hat ein paar Tage gedauert, bis ich mein Kind zum ersten Mal komplett nackt gesehen habe. Das wird bei der nächsten Geburt auf jeden Fall anders.

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Rosalie 5. August 2013 - 14:32

Das war an sich kein Angriff. Ich habe nicht gesagt, dass es nicht anstrengend. Im Gegenteil, ich empfand Schwangerschaft und die Monate danach als körperlich unglaublich anstrengend.
Dennoch sind die Bedürfnisse eines Neugeborenen im Vergleich zu älteren Kindern, vielleicht auch mehreren Kindern in der Familie, recht übersichtlich. Das reine Versorgen ist körperlich fordernd, aber technisch nicht kompliziert.
Ich finde auch, dass jedes Elternteil die entsprechende Unterstützung in emotionalen Angelegenheiten bekommen soll, die er/sie braucht. Auf jeden Fall.
Ich finde aber auch, dass man, wenn man merkt, etwas passt nicht, einfordert, dass es anders gemacht wird. Ich wusste bei der 1. Geburt auch nicht, was auf mich zukommt, hab es aber deutlich gesagt, wenn ich merkte, etwas läuft anders, als ich das will. Ich hab mich auf meine Intuition verlassen. Das erfordert etwas Mut, sollte aber zu machen sein für einen Erwachsenen. Z.B. hab ich die Nachsorgehebamme einfach abserviert, als sie nach der Geburt meinte mich bei Fragen des Stillens und der Gesundheit des Kindes nicht zu beraten, sondern mir Vorschriften zu machen. Ich habe auch mein Kind auf meine Verantwortung von der Neointensiv nach Hause geholt, als ich der Meinung war, es ist gesund genug dafür. Der Oberarzt konnte mir einfach technisch nicht erklären, warum das Kind weiter zu Beobachtung da bleiben sollte.
Ich habe auch tatsächlich nach 3 Monaten wieder voll gearbeitet. Damit war der Vater auch tatsächlich voll in die Kinderbetreuung eingespannt und hatte keine Chance etwas auf mich abzuschieben oder mir die Arbeit zu überlassen.
Ein erwachsener Mensch sollte tatsächlich in der Lage sein Hilfe einzufordern oder Veränderungen auszuhandeln, sobald er merkt, dass die Situation nicht mehr stimmt. Wer dabei Hilfe braucht, soll die bekommen. Nur stilles Leiden und denken, man bekäme dann dafür Anerkennung, das ist schierer Blödsinn. Es ist MEIN Leben, ICH muss die Dinge tun, formulieren und durchsetzen. Das kann man lernen und trainieren. Das gilt auch für die Geburt. Medizinisches Personal ist eh nur dafür da, zu unterstützen, wenn es gesundheitsgefährdend wird. Und auch dann dürfen sie nur Vorschläge machen, niemals eigenmächtig handeln. Ich war zum Ende der Geburt nicht mehr fähig rational zu entscheiden, so hat mein Mann das in UNSEREM Sinne getan und er hat das verdammt gut gemacht.
Aber nur indem der Verantwortliche auch wirklich handelt, kann er Verantwortung übernehmen. Das gilt für alles im Leben.

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Susann 8. August 2013 - 12:56

Hallo Rosalie,

dann hatte ich deinen Kommentar fehlinterpretiert. Was die technische Seite angeht – ja, die Bedürfnisse eines Babys sind überschaubar. Nichtsdestoweniger fand ich kleine Tipps unserer Hebamme durchaus hilfreich. Und enorm hilfreich fand ich die emotionale Unterstützung. Dass jemand uns unsicheren Erstlingseltern eines nicht sehr glücklichen Kindes sagt, dass wir das gut machen und dass es nicht an unserer Unfähigkeit liegt, dass er oft schreit. Aber wie gut Hebammen darin sind, das ist vermutlich von Hebamme zu Hebamme verschieden…

Alles Gute euch!
Susann

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Madame Mim 1. August 2013 - 19:56

Ich bin jetzt in der 30. SSW und erwarte mein erstes Kind.
Aktuell habe ich überhaupt keine Sorgen oder Ängste, wenn ich an die Geburt denke und auch die Zipperlein der Schwangerschaft nehme ich mit gelassener Duldung entgegen.
Mir tut dieser Artikel gut. Denn ich habe das Gefühl, alle wollen mir Ängste einreden, wo ich sie nicht habe. Ich vertraue meinem Körper und der Natur. Ich bin jung, gesund, die ganze Schwangerschaft bisher unauffällig (bis auf eine Symphysenlockerung). Warum? Warum rät man mir von einer Hausgeburt ab? Warum erzählt man mir Horrorgeschichten? Warum versucht man mir nicht Respekt, sondern Ängste vor der Geburt zu vermitteln?
Ich verstehe es nicht. Ist es nicht ok, keine Panik zu haben?
Für mich (und ich komme aus einer Großfamilie und weiß, dass eine Geburt kein Damentennis ist) ist eine Geburt ein Prozess, der sich natürlich an meine Schwangerschaft anfügt und die mein Körper schaffen kann. Warum ist es so unpopulär, sich selbst zu vertrauen?

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Laura 2. August 2013 - 10:47

Weil die Menschen verlernt haben, sich selbst zu vertrauen, ihrem Inneren Gefühl weniger Beachtung und Wertschätzung zu geben, als das was die Gesellschaft sagt. Weil mit Angst- und Panikmache mehr Geld verdient wird.

Alles Gute für euch – bewahre dir deine innere Ruhe, bleib‘ entspannt und vertraue auf dich und deinem Körper. Die Natur beschenkt uns Frauen reich, wenn wir es nur zulassen.

Lg, Laura

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Tagesmama Nicole 1. August 2013 - 17:18

Nun, ich habe zwei unterschiedliche Geburten erlebt. Die erste Geburt fand in einem Krankenhaus statt und sie hat mich so stark geprägt, dass ich erst nach 3 Jahren darüber sprechen konnte. Übrigens mit einer Hebamme. Der Hebamme, die mich während meiner zweiten Schwangerschaft begleitet hat. Der Hebamme, die während der Geburt meines zweiten Kindes dabei war. Einer Hausgeburt. Auch, wenn Hebammen das vielleicht nicht gerne hören, so bin ich ihr auch absolut dankbar. Und zwar für die Art und Weise, wie sie mit mir während meiner Schwangerschaft und vor allem während der Geburt (und danach!) umgegangen ist. Ich ging so stark aus Schwangerschaft und Geburt heraus, das hätte ich nie gedacht. Denn ich habe alles alleine geschafft! Aber mit der Hilfe meiner Hebamme! Es war eine heilende Geburt und ich bin ihr wirklich, auch wenn es schon 5 Jahre her ist, sehr sehr dankbar!

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weib yvonne 1. August 2013 - 15:28

Jawohl, jawohl, jawohl, danke für diese Zeilen!

Ganz besonders nach meiner letzten Geburt kann ich das nur unterstreichen.

Meine Hebamme bestärkte mich in der Schwangerschaft, immer wieder. Meine größte Panik: sie schafft es nicht pünktlich(sie wohnt weiter weg und es war Winter). Also sprachen wir immer wieder über das Optimum. Aufbauend, positiv und Mut machend.

Nach bereits 4 Kindern(2 Klinik, 2 Hausgeburten mit unterschiedlichen Hebammen) sollte ich nun endlich meinem Körper lauschen und mir vertrauen, dass ich es selbst kann. DAS hatte vorher noch keine meiner Hebammen getan(erst gestern telefonierte ich mit einer meiner Hebammen und hörte nach Alleingeburtsmitteilung:“Die (bald gebärende)Frau ist anders als du, die braucht mich noch!“.) O.O

Resultat: morgens Blasensprung, 2 kurze Besuche über den wehenlosen Tag durch meine Mutmacherin, Alleinwannengeburt 12h nach Blasensprung im Beisein der großen Tochter(19) nach 50min Wehen(die Hebamme war grade los nach Hause, da hatte ich die erste Wehe).

SO wunderbar, SO kraftvoll, SO entspannt, SO in unserem Tempo….einfach überwältigend.
Und das erste meiner 5 Kinder, welches ICH SELBST als ERSTE berührte und begrüßte und ansprach und in den Arm nahm.

Inzwischen ist das Baby 8 Monate alt – und ich zehre noch immer von dieser Erfahrung und bin meiner Hebamme unendlich dankbar, dass sie mir Mut machte und mich begleitete und meiner Tochter ermöglichte, eine entspannte Geburt zu erleben.

😀

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Ulrike 1. August 2013 - 12:09

ein guter artikel, aber etwas stört mich… früher war es nicht besser, zu viele frauen sind bei der geburt gestorben und alle hatten große angst. das sollten wir nicht vergessen.

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Andreas 1. August 2013 - 11:06

Ich bin über Facebook hier rein gestolpert, kann dem ganzen aber nur zustimmen … wir haben zwei Hausgeburten gehabt, bei der ersten war es nicht ganz einfach, im Nachhinein war zuviel Angst da das es „einfach so“ funktionieren könnte.
Das zweite Mal war wesentlich entspannter und einfach richtig.

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Angela 1. August 2013 - 08:58

Ich habe diesen Satz mehrmals von meiner ersten begleiteten Mama gehört und fühlte mich ebenfalls nicht wohl dabei. Aus genau diesen Gründen. 🙂

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