Stillen und Tragen als Medizin

von Anja

Noch während ich in den letzten Tagen die vielen tollen Kommentare – Dankeschön dafür – zum letzten Artikel über das „Langzeitstillen“ lese, mache ich gerade noch mal ganz direkt und persönlich die positive Erfahrung einer längeren Stillzeit. Das Söhnchen ist nämlich krank. Nicht allzu schlimm, aber ein doller Schnupfen und vor allem Fieber sorgen dafür, dass der sonst so lustige und aktive kleine Mann wie ein nasser Waschlappen mit hochroten Bäckchen in meinem Arm hängt.

Wir können ihn zu keinem Bissen Essen und auch zu keinem Schluck Wasser überreden. Natürlich würde er nicht sofort verhungern und verdursten. Aber große Sorgen macht man sich halt doch, wenn die Kinder so gar nichts zu sich nehmen wollen. Aber zum Glück ist es ja auch nicht so. Denn das kranke Söhnchen stillt gerade wieder fast in einer Neugeborenenfrequenz. Viel davon ist sicher ein ausgeprägtes Nähe- und Kuschelbedürfnis.

Aber auch Hunger und Durst werden so ausreichend gestillt. Deshalb nerve ich ihn auch nicht weiter mit Essens- und Trink-Angeboten, sondern lasse ihn einfach die Muttermilchproduktion hochfahren. Mit dem Wissen im Hinterkopf, dass das in ein paar Tagen auch wieder anders aussieht. Dass sein momentanes Hauptnahrunsgmittel jede Menge Abwehrzellen enthält, es hilft zusätzlich bei der Genesung.

Ein bisschen gesund stillen und tragen

Genauso verbringt er mit seinen neunzehn Monaten gerade wieder einen Großteil des Tages in der Tragehilfe. Auch das hilft beim Gesundwerden und sorgt dafür, dass ich noch irgendetwas anderes zu Hause schaffe. Alleine im Bett liegen wäre keine Option für ihn.

Also bin ich dankbar, dass ich ihn so ein bisschen gesund stillen und tragen kann. Der frisch gepresste Saft, die Wärmflasche, die lange Vorlesegeschichte oder die Ablenkungs-DVD helfen zwar bei den großen Töchtern ganz gut. Aber so ein kleiner Mensch, der weder konkret sagen noch so richtig einordnen kann, weshalb es ihm schlecht geht, will einfach nur Nähe und Geborgenheit. Das brauchen große kranke Kinder natürlich auch, aber meist nicht mehr rund um die Uhr.

In ein paar Tagen wird unser Söhnchen wieder rennen und klettern und am Familientisch mitessen. Aber jetzt darf das Glühwürmchen erst mal wieder dauerstillen und getragen sein – denn das ist die wohl beste Medizin für kranke Babys und Kleinkinder.

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2 Kommentare

Johanna 20. März 2014 - 23:39

Dein Artikel kam genau zur richtigen Zeit: mein drei Monate alter Sohn war heute bei der Vorsorgeuntersuchung. Die Ärztin hat seine noch etwas schlechte Kopfkontrolle in Rückenlage (dass er den Kopf in Bauchlage gerne, oft und lang hält, zählte für sie nicht…) auf das häufige Tragen geschoben. Als unsichere Erst-Eltern lässt man sich von so einer Aussage doch leicht aus dem Konzept bringen. Die Impfung hat ihm im Lauf des Tages immer mehr zu schaffen gemacht. Mit tragen und ein, zwei mal häufiger stillen ließ er sich wunderbar beruhigen. Als ich dann noch diesen Artikel gelesen hatte, war ich schon wieder überzeugt, dass unser Weg richtig und gut ist. Danke!

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Daniela 20. März 2014 - 08:55

Gute Besserung an den kleinen Mann! Auch hier noch mal, vielen lieben Dank für deinen tollen Langstillzeit Bericht! Bei Amelie funktioniert tragen und Stillen auch als beste Medizin. Da wir gerade auch wieder mehr Stillen als vor gut einem Monat noch, bin ich froh darüber, dass ich mich nicht einem Abstilldruck unterwerfen muss und ich ihr das geben kann was sie mit fast einem Jahr immer noch einfordert und braucht!

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