Wer soll über den Geburtsort entscheiden?

von Anja

Auch wenn ich mit meinem Berufsverband nicht immer einer Meinung bin, finde ich es gut und wichtig, dass der Deutsche Hebammenverband sich ganz klar gegen die zum Teil willkürlich ausgedachten Ausschlusskriterien für außerklinische Geburten positioniert. Der GKV-Spitzenverband sieht in diesen Kriterien unter anderem vor, dass Frauen, die eine Hausgeburt planen, sich ab Überschreiten des errechneten Geburtstermins einem Arzt vorstellen müssen. Dieser würde dann seine Zustimmung für die außerklinische Geburt und damit für die Finanzierung eben dieser durch die Krankenkasse geben – oder auch nicht.

Neben der fehlenden Evidenz, dass das Überschreiten des errechneten Geburtstermins überhaupt ein Risikofaktor ist, frage ich mich, wie das ganze in der Praxis aussehen soll. Zudem gleicht das Bestimmen des vermeintlichen Geburtstermins trotz guter Ultraschallgeräte noch immer einem Roulettespiel. So beschreibt der Dipl.-Ing. für Biomedizintechnik Ulrich Wieland die Situation hier ganz treffend:“Auch durch die Technik lassen sich nur Schätzwerte ermitteln.“

Als unsere erste Tochter vor zehn Jahren unterwegs war, arbeitete in der Gemeinschaftspraxis, in der ich betreut wurde, noch ein Gynäkologe, der auch außerklinische Geburten mitbegleitete. Doch diese Zeiten sind längst vorbei und ich vermute, dass es in Berlin keinen einzigen Frauenarzt mehr gibt, der auch zu Hausgeburten fährt. Auch Belegärzte haben mittlerweile derart horrende Berufshaftpflichtkosten, dass niedergelassene Gynäkologen in der Regel keine Geburten mehr begleiten. Und das oft schon seit Jahren oder sogar Jahrzehnten nicht mehr.

Gleichzeitig sollen aber – wenn es nach dem Willen der GKV geht – genau primär diese Ärzte ab ET+1 entscheiden, ob eine Frau nun ihren selbst gewählten Geburtsweg weiter gehen darf oder nicht. Natürlich könnte man diese „Hausgeburtseinwilligung“ die Frauen auch in der Klinik einholen lassen, aber auch da sind die Zeitkapazitäten der Ärzte schon ohne diese zusätzliche „Arbeitsbeschaffungsmaßnahme“ ausgeschöpft. Da das Ganze aber schon vorweg jeglicher evidenzbasierter Grundlage entbehrt, müsste sehr wahrscheinlich nicht nach wirklich handfesten Kriterien entschieden werden, sondern nach eher subjektiven Parametern.

Objektives Wissen statt subjektiv erlebter Erfahrungen

Es ist nur leider in der Medizin in der Regel nie sinnvoll, wenn ich eigene Erfahrungen oder Ideologien als Entscheidungsgrundlage nehme. Das Gegenargument der meisten Gegner außerklinischer Geburtshilfe ist die Angst vor nicht beherrschbaren Komplikationen. Das ist eine zumeist irrationale Angst, die sich nicht in Zahlen oder Schadensfällen belegen lässt. Würde der Vorschlag der GKV umgesetzt, wären es also primär Ärzte, die in der Regel die außerklinische Geburtshilfe aus der Praxis gar nicht kennen, die darüber entscheiden sollten, ob eine außerklinische Geburt für die jeweilige Frau gut ist oder auch nicht. Da in der Klinik primär die aus medizinischen Gründen abgebrochenen Hausgeburten landen, dominiert bei klinischen Geburtshelfern oft der Eindruck, dass die Geburten zu Hause oder im Geburtshaus nur selten komplikationsfrei verlaufen. Auch wenn ganz objektiv das Gegenteil der Fall ist.

Auch auf dem Anfang August 2015 in Berlin initiierten Bürgerdialog argumentierte Bundesgesundheitsminister Gröhe im Hintergrundgespräch mit mir, dass ein Verwandter von ihm als dazu gerufener Notarzt schlimme Szenarien nach abgebrochenen außerklinischen Geburten erlebt habe. Ich entgegnete ihm, dass ich auch Horrorszenarien mit schlimmem Ausgang in der Klinik erlebt hätte und dass es mich trotzdem nicht dazu veranlassen würde zu behaupten, die Klinikgeburtshilfe sei generell schlecht und fahrlässig. Gerade Menschen, die Entscheidungen über Dinge wie zum Beispiel die Finanzierung von medizinisch sinnvollen Leistungen treffen, dürfen sich nie von persönlichen (oder erzählt bekommenen) Erlebnissen leiten lassen, sondern sollten objektiv auf Daten und Fakten schauen oder diese erheben lassen, wenn sie nicht vorhanden sind. Wie kann ein Patient sonst zu einer informierten Entscheidung kommen, wenn die dazu vorliegenden Informationen schon vorab mit Füßen getreten werden und das Ganze nur emotional diskutiert wird?

Die Hebammenkollegin Monika Selow schreibt ganz treffend in der August-Ausgabe der Deutschen Hebammenzeitschrift: „Die Wahl des Geburtsortes ist eng verbunden mit der Wahlmöglichkeit und dem Mitbestimmungsrecht der Frau zur Vorgehensweise bei der Geburt. Das Qualitätsproblem und das Verbesserungspotenzial liegen derzeit eindeutig in den Rahmenbedingungen und im klinischen Bereich. Eine Kaiserschnittrate von über 30 Prozent und eine Interventionsrate von 90 Prozent – ohne nachweisbare Qualitätsverbesserung – sind ein Skandal. In der Gesamtversorgung der Geburtshilfe wäre es sinnvoll, sich von den antiquierten Katalogen auf „Risikobasis“ zu lösen und sich zu fragen: Wie macht es eigentlich die Hebammengeburtshilfe, dass sie mit deutlich weniger Interventionen auskommt, bei gleichem Ergebnis? Hierzu gibt es inzwischen zahlreiche Belege und Möglichkeiten, die Qualität zu verbessern.“

Gesundheitsminister Gröhe war am Tag unseres Gespräches auch nicht der Unterschied zwischen einer Übertragung und dem Überschreiten des Geburtstermins bewusst. Das ist aber extrem wichtig zu differenzieren, um zu sehen, dass das Überschreiten des Termins von wenigen Tagen kein größeres Risiko für eine außerklinische Geburt darstellt und deshalb eine „ärztliche Genehmigung“ für Schwangere ab ET+1 erfordern würde. Da die allerwenigsten Babys exakt am errechneten Termin auf die Welt kommen, würde dieser Pflichtarztbesuch über die Hälfte aller Frauen betreffen, die eine außerklinische Geburt planen.

Freie Wahl des Geburtsortes ohne Bedingungen

Im Fünften Sozialgesetzbuch steht zum Anspruch von Frauen auf Betreuungsleistungen während der Geburt ganz klar Folgendes:

§24d Entbindung
Die Versicherte hat Anspruch auf ambulante oder stationäre Entbindung. Die Versicherte kann ambulant in einem Krankenhaus, in einer von einer Hebamme geleiteten Einrichtung, in einer ärztlich geleiteten Einrichtung, in einer Hebammenpraxis oder im Rahmen einer Hausgeburt entbinden.“

An keiner Stelle sind daran bestimmte Bedingungen geknüpft. Natürlich gibt es Kriterien, die eine außerklinische Geburt ausschließen wie zum Beispiel eine Frühgeburt oder Faktoren, die eine Spontangeburt ausschließen. Dazu gehören eine Querlage oder das Vorliegen der Plazenta vor dem Muttermund. Daneben gibt es Erkrankungen oder Verläufe in der Schwangerschaft, die ebenfalls ganz klar für eine Klinikgeburt sprechen. Darüber soll und muss nicht diskutiert werden, auch wenn gerne von Seiten des GKV-Spitzenverbandes oder auch der Politik das Ganze so dargestellt wird, als ob die Hebammen wenig Interesse an Qualitätssicherung hätten oder womöglich gar fahrlässig handeln. Seit Jahren gibt es Qualitätsleitlinien, nach denen sich in der außerklinischen Geburtshilfe gerichtet wird.

Was soll also dieses Spielchen, das gerade mit den Hebammen, aber vor allem mit den Rechten von Frauen gespielt wird? Und letztlich bleibt die Frage: Was soll konkret von einem Arzt untersucht untersucht werden, um über den Geburtsort zu entscheiden? Wird der Ultraschall oder ein CTG zur Pflichtuntersuchung? Sollen Blutwerte entscheiden?
Wird überhaupt genug Zeit für eine ausführliche Anamnese sein? Denn wenn die Frau vorher primär die Vorsorge bei ihrer Hebamme gemacht hat, wird diese einen wesentlichen größeren und umfassenderen Wissenstand über Gesundheit und Befinden von Mutter und Kind haben. Soll dieses Wissen dann bei einem einzelnen Arzttermin aufgeholt werden?

Gebären an einem Ort, den man sich nicht ausgesucht hat

Und weiß jener Arzt, der in der Welt der GKV künftig über den Geburtsort entscheiden soll, wie eine außerklinische Geburt abläuft und welche Faktoren für eine gute und sichere Geburtshilfe in einem geburtsfördernden Umgebung sorgen? Ich halte genau dieses Antworten für sehr wichtig, damit Risiken wissend und vernünftig eingeschätzt werden. Dafür muss ich aber zwingend beide Seiten kennen. Jede Haugeburtshebamme kennt auch die klinische Geburtshilfe und weiß, wann diese vorzuziehen ist. Was macht es mit einem eigentlich physiologischen Geburtsverlauf, wenn eine Frau gezwungenermaßen einen Ort aufsuchen muss, den sie sich nicht ausgesucht hat? Frauen, die sich für eine außerklinische Geburt entscheiden, sind in der Regel sehr gut informiert und reflektiert. So muss man mit ihnen bei einer medizinischen Notwendigkeit in aller Regel nicht diskutieren, wenn die Hebamme die Verlegung in ein Krankenhaus empfiehlt. Aber was macht es mit einer Frau kurz vor der Geburt, wenn sie ohne Notwendigkeit dorthin geschickt wird?

Wahrscheinlich würden sich in der Praxis Gedanken dieser Art ohnehin viel weniger gemacht werden, als das ein Ultraschall letztlich über den Geburtsort richten müsste. Wenn ich daran denke, wie unterschiedlich Fruchtwassermenge oder der Plazentareifegrad bei Ultraschalluntersuchungen bisweilen beurteilt werden, macht es mir große Sorgen, wenn der vermeintliche Blick in den Bauch nun das Hauptkriterium zur Entscheidung werden würde. Noch weniger handfeste Entscheidungsgrundlage geben etwaige Gewichtsschätzungen, die das Ultaschallgerät aufgrund der ermittelten Kindsmaße errechnet. Am Termin liegt auch meist der Kopf schon so tief im Beckeneingangsbereich, dass das korrekte Vermessen noch schwieriger wird.

Massiver Eingriff in die Selbstbestimmung von Frauen

Unser drittes Kind wurde eine Woche nach dem errechneten Geburtstermin gute 600 Gramm leichter geschätzt. In diesem Fall war es unser Glück, denn mit dem realen Geburtsgewicht von über 4300 Gramm hätte die schallende Gynäkologin unserem Hausgeburtswunsch wohl noch skeptischer gegenüber gestanden.

Anstatt dafür zu sorgen, dass in den Kliniken erst einmal solche Bedingungen herrschen, dass dort eine qualitativ gute und sichere Geburtshilfe mit ausreichend Personal für eine 1:1-Betreuung geleistet werden kann, reibt man sich nun an der quantitativ als sicher belegten außerklinischen Geburtshilfe auf. Die ist tatsächlich so sicher, dass sie in England sogar von staatlicher gesundheitsdienstlicher Stelle empfohlen wird. Es gäbe wahrlich mehr als genug zu tun, wenn es den Krankenversicherern und der Politik um eine qualitativ hochwertige und sichere Versorgung für Mütter und Kinder geht. Vielleicht fängt man mal lieber damit an, den Schwangeren und Müttern zuzuhören, was sie sich eigentlich wünschen und was nicht – anstatt wie derzeit ihre Rechte mit Füßen zu treten.

Ich frage mich, was als nächstes folgen würde, wenn dieser Irrsinn einer Idee der GKV von einer Schiedsstelle tatsächlich durchgewinkt wird? Bekommen dann alle Frauen ab Überschreiten des Geburtstermins von mehr als einer Woche standardmäßig einen Kaiserschnitt, weil die Krankenkassen dann keine Spontangeburt nach diesem Zeitpunkt mehr bezahlen? Wie wohl viele Hebammen und Mütter könnte ich mir da noch zahlreiche Szenarios mit langfristig schlimmen Folgen für unsere Gesellschaft ausmalen.

Deshalb ist die ausstehende Entscheidung nicht nur die persönliche Angelegenheit einiger wenigen Frauen, die einfach nur nicht zum Gebären in die Klinik gehen wollen. Es wäre ein massiver Eingriff in die Selbstbestimmung von Frauen. Und man kann wohl sehr sicher sein, dass dies nur ein Anfang sein würde…

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28 Kommentare

Mina 31. August 2015 - 22:14

Vielen Dank für den Artikel. Gibt es denn überhaupt noch Bedarf nach einer Hausgeburt. Ich denke, wenn die Nachfrage gross genug ist, wäre das für einen Frauenarzt auch wieder interessant. Allerdings muss man ja auch überlegen, dass der Arzt bei der Geburt dann nicht in der Praxis ist. Da wir ja in manchen Gebieten schon einen Arzt Mangel haben, ist ein Hausbesuch meist ja nicht mehr „effizient“ genug. Oder was meint ihr?

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Susanne Werner 25. August 2015 - 11:48

Wir hatten das große Glück selbst entscheiden zu dürfen! Am 4.8. kam unsere 2. Tochter zu Hause in liebevoller Hebammenbetreuung und für mich entspannter Umgebung zur Welt. In meinen Augen wäre eine an das ärztliche Einverständnis gebundene Hausgeburt ein fataler Schritt, der überhaupt erst eventuelle Risiken auslöst, in dem Frauen in ihrer Verzweiflung oder Angst vor einer Klinikgeburt vor dem Überschreiten des Geburtstermins zu Wehen auslösenden Maßnahmen greifen und so auf den natürlichen Geburtsvorgang einwirken. Es ist im Grunde unvorstellbar, dass es in einem Land wie Deutschland so rapide mit der familienfreundlichen Geburtsbegleitung bergab gehen kann, schließlich haben die Krankenkassen erst in den letzten 2 Jahren zum Beispiel die Rufbereitschaft für Hebammen aufgrund der erhöhten Nachfrage in ihr Leistungsangebot aufgenommen. Alles Weitere kann man sich gut zusammenreimen. Ich hoffe Deutschland bekommt noch rechtzeitig die Kurve!

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Janet 25. August 2015 - 08:15

Öhhhm, bei ET+1 zu einem Frauenarzt zu müssen, um bestätigen lassen, dass einer Hausgeburt nicht im Wege steht?
Ich bin gerade auf der Suche nach einem Frauenarzt, der hinter Hausgeburten steht, bzw. nichts wirklich etwas dagegen hat! Keine einfache Sache, denn mittlerweile sind hier so gut wie alle gegen Hausgeburten!
Das scheinen die da oben genauestens zu wissen. Was es bedeutet ist dann klar! Fast keine Frau mit Hausgeburtswunsch über dem ET wird eine Hausgeburt durchführen dürfen!
Grausig!
Und wenn die Hebammen ganz abgeschafft wurden, dann steigt die Todesrate von Gebärenden und Kindern wegen zunehmenden Alleingeburten!

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Uli Kürpick 24. August 2015 - 17:11

Meine Geschwister und auch ich sind „zu Hause“ auf die Welt gekommen. Ich hatte die Nabelschur um den Hals gewickelt. das hat die Hebamme jedoch nicht aus der Ruhe gebracht. Sie hat die Nabelschnur abgeklemmt und getrennt. Fertig kein Problem.

Auf dem Rettungswagen habe ich da Anderes erlebt:
Wir habe eine Frau mit starken Wehen ins Krankenhaus gefahren, Eigentlich nichts Besonderes. Der Kreissaal war mit 2 Müttern „BESETZT“ da wurde die werdende Mutter erst man auf dem Flur „geparkt“ Wenn wir vom RTW nicht dort geblieben wären, hätte niemand die starken Blutungen bemerkt. Im Nachinein wurde festgestellt, die Plazenta lag zum Teil vor dem Muttermund. Der Arzt war völlig überfordert und mußte von uns versorgt werden. (ist man kuz weggetreten) War so ein Jungspund ohne Erfahrung. Er hat dann unter Anleitung der Hebamme den Kaiserschnitt gemacht. Assistenz: Hebamme, der Luftrettungsmeister vom RTW (Ich) sowie der Fahrer mit Sanitätsausbildung. Der Anästhesist kam erst 25 min später.

Also alles in allem „WIRKLICH GUTE GRÜNDE FÜR DIE GEBURT IM KRANKENHAUS“ (Sorry, die Ironie konnte ich mir nicht verkeifen)

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Schurr 24. August 2015 - 16:55

Diese Geschehnisse und Vorhaben stehen nur für eine aus dem Ruder geratene zunehmend und schleichend bevormundende Politik. Unsere Regierung ist längst nur noch ein Marionetten-Verein, der es sich selbst auf Kosten der Bevölkerung und im Einvernehmen mit der Grossindustrie persönlich gut gehen lässt. Wie lächerlich sie dabei erscheinen, stört sie wohl auch nicht mehr. Wenn sie noch ihre Freihandelsabkommen durchsetzen, eskaliert das Ganze und wir können, was Demokratie betrifft vollkommen von vorne anfangen. Wirkliche Sicherheit für die Gebärende war wohl nie das Ziel. Die kann es auch der Ehrlichkeit halber nicht geben! Gerade deswegen gibt es auch keine Argumente, die gegen die freie Wahl des Geburtsortes sprechen. Wenn die Vorstellungen der Bevölkerung unsrer Politik so egal sind, dann sollten Gemeinschaftskassen wie die Krankenkassen umgehend aufgelöst werden. So wie es sich herauskristallisiert fördern sie nur den Missbrauch der Gelder, zumindest sollte jeder Bürger frei entscheiden dürfen, wo er sein verdientes Geld investiert. Wenn das Prinzip so gut und überzeugend wäre, müsste man ja keinen dazu zwingen. Andernfalls glaube ich, dass bereits hier geplant wurde für so negative Entwicklungen, wie sie jetzt immer deutlicher zu Tage treten.

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Sterne 24. August 2015 - 15:28

Zur Blutentnahme –
Ich versuch’s nochmal, nachdem der Link zu meinem Kommentar gelöscht wurde. Kann sich ja jeder selbst im Internet anklicken. Video ab ca. Minute 24 ………
Mind control als Vollendung des Faschismus’: der geheime Zugriff auf unsere Gehirne und unser Denken………..Querdenken TV

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Gertje 24. August 2015 - 13:58

Ich bin Kinderkrankenschwester und habe schon so manches Kind nach Geburtskomplikationen mit betreut. Zur Zeit über einen häuslichen Kinderkrankenpflegedienst auch im häuslichen Umfeld. Also Kinder, die durch Geburtskomplikationen nun schwerst behindert sind.
Aber was soll ich sage: ALLE diese Kinder sind primär im Krankenhaus geboren worden. Wenn ich die Frühgeborenen mal aus der persönlichen Statistik raus nehme, so kann ich sagen, dass ALLE mir bekannten reifen Neugeborenen nur deshalb Geburtskomplikationen hatten, weil die Mutter nicht ernst genommen wurde, die große Hektik im Kreißsaal zu einem stundenlangen Alleingelassen der Frauen führte und somit drastische Herzton-Abfälle im CTG nicht bemerkt wurden (welches angeblich auch über einen Zentralmonitor im Hebammen-/Ärztezimmer zu sehen gewesen sein sollte), grünes Fruchtwasser zu spät bemerkt wurde (nämlich nachdem das Baby seinen ersten Atemzug versuchte und damit Mekonium einatmete) oder weil trotz Organscreening per Ultraschall in der 24.-26.SSw eine eigentlich 100% deutlich sichtbare Organfehlbildung NICHT von den Gynäkologen/innen erkannt wurden, die Kinder zwar in einem Krankenhaus geboren wurden, aber keine angrenzende Neonatologie (Fachbereich für Früh- und kranke Neugeborene) dort war, ein Kinderarzt diese Kinder oft erst am 2. Lebenstag gesehen hatte und die Geburtsmediziner deutliche Atemnot, Herzgeräusche u.ä. nicht erkannten, welches aber die nicht medizinisch geschulten Mütter erkannten und mehrmals darum baten, dass ein Kinderarzt geholt werden solle, oder gleich eine Verlegung stattfinden solle. 1 Frau war leider durch den Kaiserschnitt so geschwächt, dass sie ihr Baby nicht einfach einpacken und in die nächste Kinderklinik fahren konnte, 1 Mutter die es aber wenige Stunden nach einer Spontangeburt tat- und zwar wegen Vatermangels ALLEINE mit Bus und Bahn quer durch eine Großstadt mit einem wenige Stunden alten Säugling mit einem komplizierten angeborenen Herzfehler – weil die Ärzte der Entbindungsklinik die Mutter für hyterisch hielten. Übrigens wurde das Baby 2 Stunden nach Ankunft in der Kinderklinik operiert. Laut Aussage der Kinderkardiologen wäre das Baby noch in der ersten Nacht unversorgt verstorben. (Die Mutter ist eine Kollegin von mir!)
Ich könnte hier noch so einige Fälle mehr berichten, doch das sprengt ja jetzt schon sicherlich diesen Rahmen!

Daher denke ich oft, dass viele der heute schwer(st) behinderten Kinder bei einer 1:1 Betreuung zu Hause oder im Geburtshaus, oder mit Beleghebamme sicher ihre Geburt deutlich schneller erlebt hätten, da die betreuuende Hebamme Komplikationen sofort erkannt hätte, bzw. jede Frau unter Wehen ernst genommen hätte. Jedes der schwer(st) behinderten Kinder wäre bei einer 1:1 Betreuung deutlich schneller (per Kaiserschnitt) zu Welt gekommen und hätte eine deutlich kürzere Zeit unter Sauerstoff mangel gelitten! Oder diesen gar nicht gehabt (wenn dass Baby bei grünem Fruchtwasser noch bei der Geburt des Köpfchen sofort abgesaugt worden wäre und damit Mekonium aus dem Mund entfernt worden, bevor es in die Lunge gelangt wäre)

Also liebe GKVund Herr Groehe, erstellten Sie doch bitte erstmal eine objektive Statistik, die doch sowieso die meisten Schreibtisch-Menschen lieben, über die REALEN Komplikationen bei primärer Klinik-Entbindung, sekundärer Klinik-Entbindung und das ganze in Relation zu den Gesamtgeburten primär in Kliniken und primär bei Hausgeburten und Geburtshausgeburten, bevor hier weiter unnötige Panikmache betrieben wird und Sie als GKV, bzw. der Staat sich demnächst auf eine Klagewelle gefaßt machen müssen, weil hier explizit deutsches Grundrecht und europäisches Menschenrecht verletzt wird! (Aufenthaltbestimmungsrecht, Wahlfreiheit des Geburtsortes , Selbstbestimmungsrecht, etc.)
Ach ja, bitte erfassen Sie auch ganz genau dabei die ungeplanten Hausgeburten und führe Sie diese gesondert auf, bei denen sich das Baby meist viel zu früh und sehr plötzlich und rasch die Geburt herbei führt!!! Denn diese Geburten kann man wohl KAUM in kompliziert verlaufende, GEPLANTE Hausgeburten mit einbeziehen!
Und noch was: Auch Hausgeburten von ungewollt Schwangeren, die ihr Baby anschließend töten, Aussetzen oder in eine Babyklappe geben, können und dürfen NICHT Bestandteil einer entsprechenden Statistik sein, denn diese Frauen hatten aus ihrer Sicht keine andere Wahl!!!Sondern sollten auch gesondert aufgeführt werden!!!

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Wolfgang Schäfers 24. August 2015 - 13:38

Ergänzend an weib yvonne:
Leider sehe ich das auch so: „Das Grauen hat zwei Namen – Groehe und GKV“. Wenn ich bedenke, was an Leistungen auf Grund der politischen Rahmenbedingungen bereits gestrichen wurde, so stelle ich auch hier fest, dass es nicht um die Sache geht (auch Herrn Groehe nicht), sondern um Geld. Warten wir doch mal ab, von wem Herr Groehe nach seiner politischen Laufbahn finanziert wird. Dieses Staatswesen ist zutiefst marode.
Ich: Mann, Vater einer 33-jährigen Tochter, die mir zu Hause geboren wurde. Mit Hilfe einer Hebamme, die Jahre später Berufsverbot wegen zweier Totgeburten bekam, obwohl sich auch die betroffenen Eltern für sie eingesetzt hatten. In ihrer langen Tätigkeit hatte sie über 1.000 Geburten erfolgreich begleitet. Wenn man von einer fehlerqute sprechen darf, so sind das 2 %0.

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Sterne 24. August 2015 - 13:21

Ich glaube, die wenigsten ahnen, wohin das Ganze führen soll. Will man hier die Möglichkeit schaffen, dass alle Neugeborenen durchgeimpft werden, zusätzlich Blutentnahme um für alle Zukunft über die DNS der Neugeborenen zu verfügen?

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TatJa 24. August 2015 - 13:02

Ich kann nur wieder holt sagen: dass uns Versicherungen regieren, zeigt, dass es keine rechtsstaatlichkeit mit tatsächlicher Hoheitsbefugnis mehr gibt. Infos dazu gibt es massig im Netz, für die, die es wissen wollen. Deshalb ist das gescheiteste, dass wir Frauen mit den Männern, die verstehen, dass Gebären in 1. Linie in Frauenhände gehört, eine Solidargemeinschaft alla Artabana oder Samariter gründen und uns selbst versichern. Organisationstalente bitte meldet euch. schaut euch das Artabanamodel an, denn wir müssen uns dringend unabhängig machen, von denen, die solche Gesetze vorwärtstreiben wollen. Das ganze hat System, eine Frau, die in Ihren Körper und den Geburtsprozess vertraut, ist eine starke Frau, eine Frau mit tiefer Weisheit und Wissen um Ihr Eingebettet sein im Netz des Lebens. Wir sind eine große Gefahr für die Angstmacher, deshalb wird hier so in eine ganz bestimmte Richtung gepuscht. Da hilft nur eins zusammenkommen, austauschen, alternativen aufzeigen und uns endlich abseilen von diesen Systemsklaven, die uns entmündigen wollen!
Ich hab die Faxen dicke und kann nicht mehr so viel essen wie ich kotzen möchte.

Da meine Kinder groß sind, waren übrigens beide Gott sei Dank Hausgeburten, (die große wäre im Krankenhaus garantiert ein Kaiserschnitt geworden, da sie sich vor der Geburt quer zum Geburtskanal gedreht hatte, doch das hat meine wunderbare und sehr erfahrenen Hebamme, von aussen gekonnt korrigiert). Auch kannte ich eine Hebamme, die über 5000! Kinder zur Welt gebracht hatte und ALLE auch Zwillinge u Steisslagen ohne Arzt! Sie war in der Lage mit dem Hörrohr herauszufinden, ob die Platzenta vor dem Muttermund liegt, weshalb ich keinen Ultraschall benötigte, auf den mein Arzt zuerst bestand, da ich eine Hausgeburt machen wollte, doch als er hörte dass mich diese Hebamme untersuchen wollte, wegen der Plazenta, sagte er: wenn die Frau ….sagt, dass alles in Ordung ist, brauchen Sie keinen Ultraschall zu machen, die hat schon mit meinem Vater Kinder zur Welt gebracht, ich stamme aus der Gegend (war aber fast 100 km entfernt ansässig), leider lebt die gute Frau jetzt nimmer, doch das Wissen ist noch in der Welt und muss GANZ DRINGEND LEBENDIG GEHALTEN WERDEN! Das dürfen wir Frauen uns von diesem Verwaltungs und Versicherungsgesocks nicht nehmen lassen, und wenn wir dafür massiver werden müssen, das schulden wir unseren Töchtern!

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smonsen 24. August 2015 - 12:59

„…argumentierte Bundesgesundheitsminister Gröhe im Hintergrundgespräch mit mir, dass ein Verwandter von ihm als dazu gerufener Notarzt schlimme Szenarien nach abgebrochenen außerklinischen Geburten erlebt habe…“
Das wundert mich gar nicht. Warum sollte auch ein Notarzt zu einer außerklinischen Geburt geholt werden, bei der alles reibungslos klappt. Ist ja wohl logisch dass der nur die problematischen Fälle sieht, das ist sein Job! Wie kann jemand mit solchen bekloppten Argumenten sich überhaupt in der Politik halten. (Kopfkratz)

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Resina 24. August 2015 - 12:37

„§24d Entbindung
Die Versicherte hat Anspruch auf ambulante oder stationäre Entbindung. Die Versicherte kann ambulant in einem Krankenhaus, in einer von einer Hebamme geleiteten Einrichtung, in einer ärztlich geleiteten Einrichtung, in einer Hebammenpraxis oder im Rahmen einer Hausgeburt entbinden.“

So und wenn die Versicherungen nun keine Hausgeburten mehr „erlauben“ wollen? Kann man sie dann verklagen? Sie verstoßen ja dann offensichtlich gegen das Gesetz..

Es wäre also folglich ratsam nach einem positiven Schwangerschaftstest auch gleich eine Rechtsschutzversicherung abzuschliessen.. Gut wäre eine richtige Klagewelle!

Es ist so traurig…

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Anna 24. August 2015 - 12:18

Auch wenn viele Kreißsäle und Wochenbettstationen heute nett eingerichtet sind: ein Krankenhaus bleibt ein Krankenhaus, und manchmal gibt es einfach ernstzunehmende Grüne bzw. persönliche Erfahrungen, weshalb man sein Kind eben nicht im Krankenhaus zur Welt bringen möchte! Und diese ganze Angstmacherei, die um den angeblich so aussagekräftigen errechneten ET kreist: meine beiden Kinder wurden exakt ET+11 gesund und munter spontan geboren-warum soll ich ein eventuelles drittes Kind ohne medizinischen Notfall per Kaiserschnitt zur Welt bringen?!

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Ruth 24. August 2015 - 10:50

Von meinen vier Töchtern sind 3 zu Hause geboren, allerdings im vorigen Jahrtausend: die erste Geburt, nach 3 Fehlgeburten als Risiko eingeordnet, sollte aus diesem Grund – damit hinterher keiner „hättste doch auf mich gehört“ sagen konnte – ambulant in der Landesfrauenklinik um die Ecke stattfinden. Das dort herrschende Klima vorgefertigter Erwartungen (als Erstgebärende hat man ewig Zeit und stellt sich nur an…) hat alles sehr langwierig und letztendlich gefährlich für`s Kind gemacht. Als ich dort um 6 Uhr morgens ankam, war der Muttermund 6 cm offen und ich hatte alle 3 Min Wehen, ich wollte eigentlich nur ein Bett und mein Kind kriegen, musste aber das ganze Programm über mich ergehen lassen (dabei wurde der Vater weggeschickt). Danach hat es dann noch bis 11 Uhr gedauert und wurde auf Grund meiner Erschöpfung mit Zange beendet. Kind gesund, wir konnten tatsächlich nach Hause. Mit der Hebamme habe ich mich in den 10 Tagen Nachsorge sehr wohl gefühlt und die anderen drei sind mit ihrer Begleitung jeweils nach 1 1/2- 3 Stunden Wehen gemütlich zu Hause geboren, mit sinnvoller Beteiligung des Vaters und ohne Komplikationen. Alle drei waren vor dem errechneten Termin da, also hätte da diese neue Änderung nichts bewirkt, aber das ändert nichts an der Tatsache, das meine einzige wirklich schreckliche Geburtserfahrung im Krankenhaus stattgefunden hat – und nur weil dort niemand wirklich in der Lage ist, sich auf diese eine einzigartige Kombination von Frau und Kind einzulassen. Das liegt nicht an den Menschen, sondern an der Institution Krankenhaus, die ja für Kranke und Notfälle da ist und leider auch gesund Eingelieferte schnell zu krankhaften „Fällen“ macht. An der Abschaffung der Hausgeburt wird seit langer Zeit gearbeitet, als wenn da eine allgemeine Gefahr von ausginge. Gegenbeispiel: in Holland ist die Zahl der Hausgeburten am höchsten in EU und die Zahl der Säuglingssterblichkeit am niedrigsten (zumindest bis Ende meiner „betroffenen“ Zeit). Jetzt sind meine Töchter mit Kinderkriegen dran und ich sehe keinen Grund, warum die das nicht dürfen sollen…

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Kate 24. August 2015 - 10:43

Ich wollte meine Tochter auch in einem Geburtshaus entbinden, ich hatte auch schon eine Hebamme. Da sich am Ende heraus stellte dass meine Tochter in beckenendlage war, hieß es ich muss in eine Klinik. Zu dem Zeitpunkt gab es keine Möglichkeit mehr eine Hebamme zu finden, die diese Geburt hätte begleiten können. Es war zu spät. Ein Mal in den klinischen Strudel hineingeraten endete alles in einem Kaiserschnitt. Hätte ich eine. 1:1 Betreuung im Krankenhaus gehabt oder gar zu Hause entbinden können, wäre es wahrscheinlich anders ausgegangen. Es fehlte die Sicherheit. Ich weiß wie das ist wenn man als Schwangere keine Wahl hat. Das können die doch nicht ernst meinen. Ich frage mich was man noch machen muss, damit die Politik wach wird. Evidenzbasierte Studien zeigen dass gerade bei risikoschwangerschaften die emotionale Betreuung und die Wahl des Geburtsortes wo Frau sich sicher füllt ausschlaggebend sind für den positiven Ausgang einer Geburt. Akupunktur wird doch auch von den gkv bezahlt ohne dass ihre Wirkung nachweisbar ist. Und wenn ich darüber nachdenke, dass es Länder gibt wo die hausgeburt strafbar ist, wird mir schlecht. Ich hoffe soweit wird es hier nicht kommen. Und dass ausgerechnet Männer darüber entscheiden. Sie können nicht einmal die Wehen überstehen, (in Holland haben es zwei Männer simuliert und nach 2std abgebrochen) wie können sie es sich anmaßen, diese Entscheidung für uns zu treffen. Keine Hebamme in der Welt will absichtlich Komplikationen bei einer Geburt riskieren.

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Jenny 24. August 2015 - 09:50

Ich habe meine beiden Kinder in einem Geburtshaus zur Welt gebracht. Bei meiner Tochter, meinem ersten Kind, wurde während der U2 beim Kinderarzt der Verdacht eines Herzfehlers geäußert, der sich wenig später im Krankenhaus auch bestätigt hat. Nach einem Monat die erste OP, ein halbes Jahr später die zweite. Gleichzeitig hat sich auch heraus gestellt, dass sie mit einem seltenen Gendefekt auf die Welt gekommen ist. Ich bin mittlerweile 28, meine Kinder 6 und 2. Beide Male habe ich eine Feindiagnostik machen lassen, beide Male bei der selben Ärztin, die auch beim zweiten Kind in die Unterlagen des ersten Kindes geschaut hatte und meinte es war auch beim zweiten Durchsehen kein Herzfehler zu sehen. Ich war froh darüber, denn wahrscheinlich hätte ich meine Tochter nicht im Geburtshaus zur Welt bringen dürfen. Natürlich bin ich mit besonderen Ängsten in die zweite Geburt gegangen aber für mich stand nie in Frage es ebenfalls im Geburtshaus zu bekommen! Es mag sein, dass manche Leute so beeindruckt von all den technischen Errungenschaften im Krankenhaus sind, dass sie sich voller Vertrauen in die Hände der Ärzte geben, in dem Glauben das nichts passieren kann aber die Sicherheit ist trügerisch. Meine Schwägerin hat eben aus diesem Grund eine Schwerstbehinderte Tochter, weil eben das Personal im Glauben an ihre Apparaturen, nicht auf die werdende Mutter gehört und ihr Unbehagen ernst genommen hat. Fehler sind menschlich keine Frage, sie geschehen hier wie dort aber im Glauben an den Fortschritt wird wie überall die Zwischenmenschlichkeit und das Vertrauen in diesem Fall in die Fähigkeit des Gebärens, vergessen.

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Sabine 24. August 2015 - 09:34

Einerseits wird von Krankenkassen und Politik ständig der „mündige Patient“ gefordert, andererseits hält man aber schwangere Frauen offenbar für zu blöd und/oder zu unverantwortlich, um selbst über Art und Ort ihrer Entbindung zu entscheiden.
Jeder Mensch (= mündiger Bürger) darf seinen Körper z.B. mit Nikotin vergiften und die Solidargemeinschaft Krankenkasse finanziert die Therapien der Folgeerkrankungen. Aber Frauen (= unfähig selbst zu erkennen, was das beste für sie ist) will man(n) vorschreiben, wo und wie sie zu entbinden haben. Das ist unsäglich!!

Antworten
Barbara 24. August 2015 - 09:24

Ich frag mich ja, ob Herrn Gröhe bewußt ist, wie der ET berechnet wird. Da fängt das „unwissenschaftliche“ ja schon an!

Antworten
Ulrich 24. August 2015 - 08:05

Mich erschreckt, dass aus rein materiellen Gründen die natürlichste Sache der Welt (für die wir Männer eben so viel Verantwortung tragen wie die werdenden Mütter) neu reguliert werden soll, obwohl sicherlich keine dummen Menschen das SGB V geschrieben haben. Das Problem liegt – wie bei vielen anderen prekären Themen – bei keinen der „oberflächlich“ Beteiligten sondern in unserem Geldsystem. Dieses zwingt die Menschen zu immer weiter gehender Unterwerfung unter das Diktat des Geldes.
„Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen!“

Antworten
Rita Theegarten 24. August 2015 - 07:57

Yvonne! Das Grauen hat tatsächlich zwei Namen.
Wer bekommt hier eigentlich die Kinder? Vielleicht die Politik oder die Gremien der GKV?
Was für ein Wahnsinn!

Antworten
Lilith 24. August 2015 - 07:46

Es wird hier eine zwei Klassenmedizin weiter ausgebaut: diejenigen, für die die Kostenübernahme einer Hausgeburt kein Problem sind, dürften ja weiterhin außerklinisch gebären. Alle anderen sind wohl gezwungen in ein Krankenhaus zu gehen in das sie nicht möchten oder das Kind ohne die Unterstützung einer Hebamme alleine zuhause zu gebären. So viel zu Gleichheitsgrundsatz unseres Grundgesetzes.
Und dieser Herr Grohe ist in meinen Augen eine Zumutung in Sachen fachlicher Kompetenz. Zumal: was entscheidet denn ein Mann darüber wie wir Frauen gebären dürfen?!?

Antworten
Sabine 24. August 2015 - 09:40

Lilith, ich stimme dir voll und ganz zu. Wie kann ein Mann/Männer sich anmaßen, Frauen die Art und den Ort der Entbindung vorschreiben zu wollen??? Das, was der Herr Gesundheitsminister bisher zu diesem Thema öffentlich abgelaicht hat, zeugt von einer Inkompetenz und Anmaßung gegenüber Schwangeren: Er scheint zu denken, Frauen seien so dämlich, daß man sie unbedingt vor sich selbst schützen muß und wo kämen wir denn hin, wenn Frauen zusammen mit ihren Hebammen/Ärztinnen SELBST entscheiden könnten, wo sie entbinden.?!?!

Antworten
Katharina 24. August 2015 - 06:55

Meine Tochter kam ET+11 kerngesund im Geburtshaus zur Welt. Es war die Geburt, die ich mir gewünscht habe und ein wunderbares erlebnis. Trotzdem wares schwierig standfest zu bleiben und nicht nach einer Woche, wie von meiner Ärztin empfohlen, einzuleiten.
Wenn sie die Entscheidungsmacht gehabt hätte, wäre alles anders gelaufen, entgegen meiner Vorstellung einer Geburt und sicherlich auch gegen die Vorstellung meine Tochter, die ganz genau wusste, wann es Zeit ist, auf die Welt zu kommen.
Es ist eine haarsträubende Katastrophe, dass ich Angst haben muss, beim nächsten Kind ungewollt in eine Klinik zu müssen, wo ich mich um Längen schlechter betreut fühle als von meiner Hebamme,die mich seit Monaten um mein Vertrauen bemüht und sich bestimmt besser um mich kümmern kann, als ein weißer Kittel, den ich vorher noch nie gesehen habe!
Ich fühle mich hilflos und hoffe, dass dieser Quatsch keinen Eingang in unser, sowieso manchmal zweifelhaftes Gesundheitssystem hat!

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Matthias Doellert 24. August 2015 - 05:29

Hallo Anja,

sehr gut und informativ geschrieben. Man(n) kann deutlich erkennen, worin die Problematik besteht. Ich werde weiter Petitionen unterstützen, die es zum Ziel haben, dass zum Wohl des Patienten gehandelt wird. Profitgedanken dürfen nicht die Basis der Entscheidungsfindung sein.

Schönen Tag – Matthias

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Katharina 24. August 2015 - 01:07

Ich bin 51 und habe zwei Kinder von 10 und 13 Jahren. Beides sollten (trotz meines „fortgeschrittenen“ Alters) Hausgeburten werden, da auch die Schwangerschaften ideal verliefen. Die Hausgeburt wäre mein größter Wunsch gewesen und es war alles vorbereitet.
Leider war dann mein erstes Kind bereits 14 Tage über dem errechneten Termin bis die Wehen begannen. Und als die Fruchtblase platzte und die Hebamme die Farbe des Fruchtwassers sah, bat sie mich umgehend in die Klinik zu gehen. Das war ganz schrecklich für mich, ich wollte dort eigentlich nicht hin und wurde auch gleich mit Drohszenarien empfangen („am besten machen wir gleich einen Kaiserschnitt“). Auf meine Intervention hin, dass ich das auf keinen Fall will, bekam ich zu hören: „Wenn das Kind bis morgen früh nicht da ist, dann holen wir es!“(Es war 18 Uhr und es war meine erste Geburt). Als nächstes ordnete der diensthabende Arzt an, dass ich Infusionen mit Kochsalzlösung erhalten solle. Auf meine Frage hin, ob ich nicht einfach auch was trinken könnte, sah mich der Arzt total perplex an und fragte, ob ich das denn noch könne. Und als ich dann ein großes Glas Wasser vor seinen Augen runtertrank verschwand er endlich murrend (so kam es mir vor). Natürlich war ich danach so verkrampft und unglücklich, dass überhaupt nichts voran ging. Irgendwann wurde ich dann mit wehenfördernden Mitteln vollgepumpt, was aber auch erst was nutzte, als endlich eine Hebamme kam, zu der ich Vertrauen schöpfen konnte und die mir half, mich richtig auf die Wehen einzulassen, und nicht alles wegzudrängen. Um 7.09 Uhr morgens, vor ziemlich genau 13 Jahren (20.08.) kam dann – auf völlig natürlichem Weg – meine kerngesunde 4.140 g schwere Tochter zur Welt.
Um 2 1/2 Jahre später nicht das gleiche zu erleben, wie bei der Geburt meiner Tochter entschied ICH am 10. Tag nach Geburtstermin bei meinem zweiten Kind die Geburt in die Klinik zu verlegen. Das sah dann so aus: 11 Uhr Ankunft Klinik, 14 Uhr Entbindung eines 4.500 g schweren kerngesunden Jungen, 18 Uhr wieder zu Hause. Das Fruchtwasser hatte übrigens wieder die gleiche Farbe und Eintrübung wie bei meiner Tochter. Und dennoch war alles völlig in Ordnung.
Warum werden immer nur Ängste geschürt, was die Hausgeburten angeht? Wo soll man entspannter sein Kind zur Welt bekommen als zu Hause? Und wer wüsste besser, als eine erfahrene Hebamme, wenn dann doch ärztliche Hilfe notwendig werden sollte?
Was sind das für Menschen, die das nicht begreifen?

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weib yvonne 23. August 2015 - 21:32

der ansatz koennte doch auch ein anderer sein:

geht frau nicht zum arzt und das kind kommt zB behindert zur welt, wird die versorgung und deren bezahlung komplett auf die frau/ familie abgewaelzt.

damit waeren die kassen doch prima entlastet. 🙁

nachdem ich nun seit 2009 aktiv fuer die hebammen kaempfe, rede, schreibe, zu demos fahre, bin ich angesichts der entwicklungen inzwischen sehr pessimistisch, dass da noch was gescheites kommt.
das grauen hat einen(zwei) namen…….. groehe und gkv!

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Anja 23. August 2015 - 21:34

Genau das habe ich auch gedacht und noch nicht gewagt zu schreiben, Yvonne.
Es ist einfach nur noch fürchterlich:(

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Myriam 23. August 2015 - 11:06

Ich kann mir das organisatorisch irgendwie nicht richtig vorstellen. Dann geht man am ET+1 zum Gynäkologen und angenommen, der sagt, dass alles in Ordnung ist und einer Hausgeburt nichts entgegen spricht, muss man sich das ok am nächsten Tag schon wieder holen oder gilt das schon für mehrere Tage? Meine Tochter kam am ET+1. Hätte ich da vormittags schon mit leichten Wehen und Blutungen die 45 Minuten mit der U-Bahn zu meiner Gynäkologin fahren müssen, damit sie hätte sagen können, dass alles in Ordnung ist obwohl meine Hebamme in weniger als 30 Minuten bei mir sein konnte, um mich zu untersuchen?

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