Gebärmutterheimweh

von Anja

Gar nicht so selten fragen mich Eltern in den ersten Wochenbetttagen: „Meinst du, unser Kind kann noch ein Schreibaby werden?“. Einige wissen, dass ich noch eine Weiterbildung zur „Schreibabyberaterin“ (oder lang: körperpsychotherapeutische Krisenintervention in der Schwangerschaft, Baby- und Kleinkindzeit) absolviert habe. Vielleicht liegt da die Vermutung nahe, dass ich dem Kind oder der jeweiligen Situation ansehen könnte, wie schreiintensiv die folgende Babyzeit noch werden könnte. Natürlich kann ich das nicht. Ich bin ohnehin kein Freund von dem Wort „Schreibaby“, denn es stigmatisiert das Kind. Trotzdem sind natürlich vielen Eltern Begriffe wie die Schreibabyambulanz als helfende Instanz ein Begriff. Aber was ist überhaupt ein „Schreibaby“?

Die klassische Dreierregel, nach der das Schreibaby mindestens drei Stunden am Tag an drei Tagen in der Woche und das über drei Wochen lang schreit, hat zum Glück mehr oder weniger ausgedient. Denn sie wird den Eltern nicht gerecht, deren Kind „nur“ zwei Stunden und fünfzig Minuten am Tag schreit. Und dürfen sich Eltern wirklich erst nach drei Wochen Unterstützung holen? Nein, das ist natürlich Blödsinn. Eltern dürfen und sollen sich Hilfe holen können, wenn sie sich mit der Situation überfordert fühlen. Dieser Zeitpunkt dafür ist sehr individuell. Er hängt vom Verlauf der Schwangerschaft und der Geburt ab, vor allem aber von persönlichen Ressourcen.

Deshalb kann auch ein Baby mit sehr hohen Bedürfnissen problemlos von seinen Eltern begleitet werden, ohne dass diese ans Ende ihrer Kräfte kommen. Vielleicht sind sie gut eingebettet in ein Netzwerk aus helfenden Freunden und Familienangehörigen. Andere Eltern sind mit einem Kind, was faktisch weniger schreit, schneller am Limit. Vielleicht auch deshalb, weil es noch andere zusätzliche Belastungen gibt. Darum kann keine Regel oder kein oberflächlicher Blick von außen sagen, was für die jeweiligen Eltern ein Kind mit sehr hohen Bedürfnissen ist.

„Pflegeleicht“ und „Glück gehabt“

Aber zurück zur Ausgangsfrage nach dem „Schreibaby“. Die kommt nämlich meist aus einem einfachen Grund. Anfangs schläft das Baby recht zuverlässig nach dem Stillen oder auch Füttern ein. Es lässt sich leicht „ablegen“ und schläft vielleicht sogar nachts drei oder vier Stunden am Stück. Das ist in den ersten Tagen gar nicht so selten. Viele Neugeborene schlafen anfangs sozusagen immer und überall. Gerade Ersteltern haben dann oft die Idee, dass sie nun „Glück mit dem Kind haben“. Oder sie denken, es hat schon „einen guten Rhythmus“ oder ist „einfach pflegeleicht“. Ich empfehle Eltern dann immer, diese entspanntere Zeit zum Auftanken der eigenen Kräfte zu nutzen. Außerdem weise ich vorsichtig darauf hin, dass sich dieses Verhalten gerne noch mal ändert. Das gilt für viele – aber nicht alle – Kinder, wenn sie zwei oder drei Wochen alt sind.

Dann nämlich werden viele Babys etwas „anspruchsvoller“. Plötzlich müssen die Bedingungen schon genau stimmen, damit das Baby leicht einschläft. Sicher, satt und geborgen – das sind Babys nun mal meist in enger mütterlicher Nähe. Ich „warne“ die Eltern deshalb vor, weil sie sonst gerne denken, sie hätten etwas falsch gemacht, wenn das Kind auf einmal unruhiger schläft oder insgesamt unzufriedener erscheint. Aber die zunehmende Unruhe bevorzugt in den Abendstunden hat meist andere Ursachen als elterliche Inkompetenz. Aber ob es nun ein Wachstumsschub oder das vermehrte Aufnehmen und Verarbeiten von neuen Eindrücken ist, es ist letztendlich egal. Hebammen nennen es gerne auch einfach Gebärmutterheimweh, wenn die Babys auf einmal nur noch im direkten Körperkontakt und am liebsten mit ständigen Zugang zur Nahrungsquelle zufrieden sind.

Gebärmutterheimweh mit zwei, drei Wochen ereilt viele Babys

Denn dieses Idealszenario hatten die Babys schließlich rund vierzig Schwangerschaftswochen lang. So sind viele Babys, manche von Anfang an, viele etwa ab der dritten Lebenswoche deutlich bedürftiger, was die elterliche Nähe anbelangt. Meist kollidiert diese durchaus anstrengende Phase mit dem Ende des Urlaubs der Väter nach der Geburt. Gut also, wenn noch ein bisschen Elternzeit danach machbar ist und diese nicht erst in zehn Monaten genommen wird, um eine lange Reise mit Baby zu machen. Denn gerade der ganz normale Babyalltag mit Haushalt und Co. ist oft die große Herausforderung. Auch an den permanenten Schlafmangel muss man sich erst mal gewöhnen.

Das Gute an anstrengenden Babyphasen ist, das sie auch enden. Sie werden absehbar immer wieder von Phasen abgelöst, in denen alles ein bisschen leichter läuft. Das passiert häufig im vierten und fünften Lebensmonat. Dann können viele Eltern noch mal ein bisschen Kraft tanken. Sie werden sie brauchen, wenn die Kinder mit einem halben Jahr auf einmal viel Neues lernen und erleben. Dann zählt plötzlich wieder ganz viel Rückversicherung durch vermehrte Nähe oder eine stark erhöhte Stillfrequenz. Natürlich lassen sich diese Phasen nicht für jedes Kind kalendarisch genau einordnen. Aber das Gebärmutterheimweh mit zwei, drei Wochen ereilt viele Babys genauso zuverlässig wie ein verändertes Schlafverhalten und eine große Anhänglichkeit mit circa einem halben Jahr. Ich weiß, die Phrase mit „nur eine Phase“ mag man da manchmal nicht mehr hören…

Stillen, schuckeln, summen…

Aber es ist nun mal so, dass sich unsere Kinder gerade im ersten Lebensjahr in einem rasanten Tempo entwickeln. So wird oft eine für die Eltern aber auch das Kind stressige Phase von einem neuen Meilenstein in der Entwicklung gekrönt. Jeder dieser kleinen und großen Schritte, sei es das erste Drehen oder das selbständige Hinsetzen, macht unsere kleinen Lieblingsmenschen etwas selbständiger. Auch das Gebärmutterheimweh hält nicht ewig an. Es dauert zumindest rückblickend immer nur kurze Zeit, bevor sich die Babys immer weiter weg vom mütterlichen und auch väterlichen Arm bewegen.

Auch unser drittes Kind war in seinen Gebärmutterheimweh-Phasen nachts nicht mehr „nur“ mit gefühlt stündlichem Stillen zufrieden. Es wollte anschließend noch auf dem Arm geschuckelt werden. Das ganze meist noch begleitet von meinem Gesumme, das dass Söhnchen scheinbar beruhigte. An Weiterschlafen war bei dem Programm natürlich nicht zu denken. Von meinen Töchtern war ich so viel nächtlichen Aufwand gar nicht gewohnt, aber jedes Kind ist ja schließlich anders.

Natürlich habe ich das hohe Schlafdefizit am Tage gemerkt und bin in dieser Zeit neben dem Mittagsschläfchen brav um 19.30 Uhr mit allen Kindern ins Bett gegangen. Meist habe ich schon vor den Großen geschlafen. Natürlich hat auch Christian mal geschuckelt und gesummt, aber irgendwie waren es auch meine und Babysohns ganz besonderen Nächte. In denen bekam der kleine Mann hoffentlich jene Geborgenheit und Nähe, um sein Gebärmutterheimweh zu überwinden. Mir hat es gut getan, dass Christian den munteren Schlafräuber dann um 5.30 Uhr übernommen hat.

Unterstützung und Schokolade

Wie lange das so ging? Keine Ahnung. Genau wie man Wehen und sonstige kraft- und nervenzehrende Zeiten als Mutter vergisst, verblassen auch hier meine konkreten Erinnerungen recht schnell. Deshalb entscheiden sich doch immer noch genug Eltern für mehrere Kinder, weil die schönen Momente einfach viel präsenter im Kopf bleiben.

Ja, man braucht Unterstützung in diesen anstrengenden Babyphasen. Man braucht gutes Essen und an manchen Tagen auch viel Schokolade oder was einem auch sonst immer gut tun mag. Ein gutes Netzwerk von Familie und Freunden ist hier die beste Ressource. In den heutigen Kleinfamilienzeiten ist es leider eine viel zu seltene. Darum muss man lernen, Prioritäten zu setzen. Der Haushalt zum Beispiel darf und wird zu kurz kommen. E-Mails können auch später oder auch mal gar nicht beantwortet werden. Wenn es wirklich wichtig ist, wird sich derjenige schon noch mal melden. Einkäufe und Essen dürfen gerne geliefert werden.

Es ist letztlich nur eine kurze Zeit, in der uns unsere Kinder so intensiv brauchen. Und wenn man merkt, dass die hohen Bedürfnisse des Babys einen überfordern, so darf man sich Hilfe holen – auch ganz ohne die „Diagnose: Schreibaby“. Die betreuende Hebamme ist da sicher ein guter erster Ansprechpartner. Manchmal reichen Entspannungstechniken für Mutter und Kind sowie kleine Tipps zur Entlastung im Alltag, manchmal ist ein weiterführendes Hilfsangebot wie zum Bespiel die Schreibabyambulanz der richtige Weg. Es gibt auch hier kein Patentrezept, das für alle Eltern und Babys gilt. Anstrengend dürfen sich solche Phasen anfühlen – schlecht gehen sollte es den Eltern aber nicht. Denn elterliche Kraft ist und bleibt nicht verhandelbar.

Dieser Beitrag wurde aktualisiert im Dezember 2016.

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40 Kommentare

Tine 30. Juli 2019 - 15:49

Danke für diesen wunderbaren Artikel.
Meiner kleinen Tochter wurde von einigen – wenn auch wenigen – Menschen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis der Stempel „Schreikind“ aufgedrückt. Das war wirklich stigmatisierend. Dabei lag es doch auf der Hand, dass meine Kleine mit ihren 5 Wochen einfach Stress und Eindrücke verarbeiten muss. Im Mehrfamilienhaus war Baustellenlärm, und mit „der Großen“ wurde oft im Duett geweint. Da lagen einfach bei beiden Kindern die Nerven blank und ich selbst – müde und verletzlich – versuchte mit ganz viel Liebe allen gerecht zu werden. Meine liebe Hebamme, meine Osteopathin und mein toller Ehemann haben mir ganz viel Sicherheit aber gegeben. Danach konnte ich einfach den Menschen antworten: „Nein – das stimmt nicht was Du sagst. Sie ist kein Schreibaby. Sie ist einfach müde. Das ist normal.“. Es ist traurig, dass sich einige Menschen meine Kleine nicht mal richtig anschauen geschweige denn sich und en Arm legen lassen wollten – weil sie ja „so viel“ schreien würde. Ein Baby merkt doch so viel. Danke, dass es einen Blogg wie Deinen gibt.

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Finja | finjalarsson.de 10. August 2017 - 09:09

Ein wahnsinnig gut geschriebener Artikel. Habe ihn gern gelesen und bin gespannt. Mein kleiner Herzmann ist kurz vor 3 Wochen. Bislang ist es noch recht routiniert bei uns. Aber wie du schon meintest, ist da ja keine genaue Zeitprognose möglich. Bin also gespannt, was die kommenden Tage und Wochen vielleicht so auf und zu kommt.

Aber Dank seines Artikel würde es mich nun nicht mehr so sehr verunsichern.. Danke dir vielmals

Liebe Grüße,
Finja

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Antonia 26. Juni 2017 - 21:10

Wunderbar geschrieben, einfach ehrlich, genauso ist es! 🙂

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Tine 22. Dezember 2016 - 17:21

Liebe Anja,
Danke, danke, danke! Gebärmutterheimweh..Ein schönes Wort.Ich hatte Tränen in den Augen beim Lesen. Wenn ich das nur in den ersten drei Monaten gelesen hätte! Das hätte mir viel Mut gemacht. Mein kleiner Sohn ist jetzt 7,5 Monate. Er wurde viel getragen, jetzt auch, schläft auch bei mir, braucht viel Nähe und Geborgenheit. Die Sprüche „du verwöhnt dein Kind“, “ kriegst nie mehr aus dem Ehebett“ ignoriere ich. Ich genieße die Zeit mit meinem kleinen Schatz.

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Lena 16. Dezember 2016 - 12:22

So passend zu unserem 3 Wochen alten Minimenschen, der seit vorgestern ausschließlich auf dem Arm oder in der Trage lebt….

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Olga 15. Dezember 2016 - 15:02

Danke!!!!! Einfach danke….!! So klar, so nah, so offen, so herzlich, …..Ich habe mich beim Gedanken erwischt, dass ich „damals“ soooo gerne eine Hebamme, wie dich Anja, gehabt hätte 😉
Alles Gute!

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Steffi 15. Dezember 2016 - 14:12

Liebe Anja,
den Beitrag hast du zur passenden Zeit nochmalsaugegraben. Nach stürmischer Geburt und extrem entspannten ersten drei Wochen, meint der Babysohn, es nachts nur auf meinem Bauch aushalten zu können 😉 Das läuft noch immer entspannt und ohne großes Gebrüll ab, so dass ich damit bislang gut klarkomme. Aber mit deinem Hinweis auf’s Gebärmutterheimweh kann ich ihm diese Nähe noch viel leichter und lieber geben. Vielen Dank dafür 🙂 LG Steffi

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Liza 15. Dezember 2016 - 10:36

Hallo Anja,
gibt es deinen Blog oder etwas vergleichbares auch in Englisch? Und auch das Buch „Wochenbett“? Ich würde es so gern einer guten Freundin empfehlen, leider spricht sie kaum deutsch.

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Anja 15. Dezember 2016 - 10:48

Liebe Liza,

konkret fällt mir da jetzt kein englischer Blog oder ein Buch ein. Habe zwar viel gute englische Fachliteratur, aber im Bereich der Elternratgeber nicht so viel.
Vielleicht ist dieser Blog in englisch hier- von einer Berliner Hebammenkollegin – interessant für Deine Freundin?

https://midwifeinberlin.com/about-me/

Liebe Grüße, Anja

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Fritzi 16. Dezember 2016 - 14:15

„Bump – how to make, grow and birth a baby“ (Kinderwunsch + Schwangerschaft + Geburtsvorbereitung) sowie „The food of love“ (Wochenbett+Stillzeit) von Kate Evans (http://www.cartoonkate.co.uk/) sind sehr zu empfehlen – gut recherchiert und ausgesprochen witzig.

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Anna 12. Februar 2015 - 12:11

Ich hatte bei beiden Kindern „Phasen“. Diese Phase hat lange gedauert, ich glaube mit 5-6 Monaten hörte es nach und nach auf. An „guten“ Tagen ging es mit Tragetuch ganz gut, an „schlechten“ Tagen bin ich gar nicht aus dem Bett gekommen und habe am Stück dauergestillt. Mein Mann hat mich dann mit allem versorgt, essen und trinken ans Bett gebracht. Es war hart, echt anstregend und nicht einfach, denn bei meinem Mann auf dem Arm fühlten sie sich nicht wohl und liessen sich kaum beruhigen. aber irgendwann muss man auch mal duschen 🙂
Beim 2. Kind habe ich in den ersten Wochen zuhause Besuchsverbot erteilt. Es passte zwar vielen nicht, war mir aber egal – so war die Zeit für uns entspannt und trotz Anstrengung gut zu meistern. Ich habe immer geschlafen, wenn die Babies schliefen.

Und durchschlafen … so „richtig“ mehrere Stunden am Stück durchgeschlafen hat unsere Große erst mit ca. 5/5,5 Jahren. Unsere Kleine mit 2,5 schläft gut, aber wird noch abends/nachts kurz wach, schläft aber sofort ein, sobald ich komme und mich dazulege.

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Nadja 12. Februar 2015 - 10:15

Ich muss an diesen Text immer wieder denken, wenn meine Kinder (jetzt 4,5 Jahre und 21 Monate alt) krank sind – auch dann habe ich, vor allem bei Kleinen, oft das Gefühl, jetzt würde er gerne wieder in mich reinkriechen.. Danke fürs nochmalige Teilen dieses schönen Textes! Viele Grüße

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Julie 20. Dezember 2014 - 19:28

Ich wäre sehr dankbar gewesen, wenn mir meine Hebamme sucht etwas vom Gebärmutterheimweh erzählt hätte! Mit 5-6 Wochen fing unser Kleiner immer mehr an zu weinen. Ja, er hatte ständig und immer Luft im Bauch, ist ein Speih-Gedeihkind und hat viel zu viel unter Bauchschmerzen leiden müssen (sowie die Luft nach oben oder unten entwichen war herrschte glückliche Ruhe). Aber anstatt nur auf den noch nicht so gut funktionierenden Magenpförtner zu verweisen, hätte uns der Hinweis auf das Gebärmutterheimweh noch viel mehr geholfen: als ich irgendwann nicht mehr könnte habe ich mich auf die Suche begeben, wie wir zu mehr Ruhe und Schlaf kommen können ohne die Tortur des Ferberns. Die Lösung: „Das glücklichste Baby der Welt“ von Karp. Ist keine höhere Literatur und die Argumentation scheint mir nicht an jeder Stelle ganz stringent, aber Fakt ist: Pucken, sanftes (!) Rütteln (nicht schütteln!!!), laute (!) Schhhh-Laute, Seitlage und Saugen – all das GLEICHZEITIG angewandt und unser Kleiner verfällt (ohne Luft im Bauch) innerhalb von Minuten in seligen Schlaf. Nicht einfach drauflos legen, sondern erst noch Techniken anlesen (insbesondere wegen des sanften rüttelns). Warum das alles? Man spielt auf diese Weise Gebärmutter für die Kleinen (wenig Raum, lautes Blutrauschen und viel Bewegung) und kann ihr Heimweh lindern. Für uns war es Segen und eine Freude zu entdecken wie einfach wir unserem Schatz in dieser großen Welt helfen können :). Weil danach gefragt wurde: Die Nonomo-Federwiege haben wir ausgeliehen bekommen – ein Segen für den Rücken 🙂 Und äußerst hilfreich, wenn es für Sohnemann mal wieder tagsüber zu schwer ist in den Schlaf zu finden

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Elena 15. Dezember 2016 - 10:26

Ganz genauso war es bei uns .. auch mit dem Buch und Nonomo:)

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Kein Kind muss schlafen lernen… 19. September 2013 - 07:56

[…] Es braucht Verständnis, Hilfe und Entlastung, damit Eltern einfühlsam ihr Kind mit solch hohen Bedürfnissen begleiten können, ohne dabei komplett selbst auf der Strecke zu […]

Antworten
Güner 29. Juli 2013 - 14:48

Hallo Anja,
ich würde gerne deine Meinung hören zu den Federbabywiegen, die ja dem Baby das Gefühl von Geborgenheit wiedergeben soll, wie im Mutterbauch. Ich habe gelesen z. B. dass die NONOMO – Federwiege bei sogenannten „Schreibabys“ (ich finde den Ausdruck auch schrecklich) in sehr vielen Fällen geholfen hat und auch von Hebammen und Eltern empfohlen wird.
Hast du schon Erfahrungen mit der NONOMO -Wiege gesammelt oder eine Meinung dazu, würde mich wirklich interessieren.

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Anja 29. Juli 2013 - 17:36

Liebe Güner,

persönliche Erfahrungen als Mutter habe ich mit der Nonomo nicht, kenne aber einige Familien und auch Kolleginnen, die gute Erfahrungen damit haben. Die Begrenzung und die leichte Bewegung hilft manchen Kindern bei der Selbstregulation (was natürlich nicht heißt, dass das schreiende Kind dort alleine abgelegt werden sollte). Allerdings ist die Anschaffung nicht die erste Maßnahme bei einem Baby mit hohen Bedürfnissen bzw. ersetzt sicher nicht die Beratung und Begleitung. Manchmal gibt es auch die Option, eine Federwiege auszuprobieren, bevor man sie kauft. Liebe Grüße, Anja

Antworten
Tina 14. Juli 2013 - 00:40

Auch von mir ein herzliches Danke! Wie auch beim Lesen von „Oje, ich wachse!“ Habe ich mit Staunen und mit Tränen in den Augen festgestellt, wie ähnlich sich viele Babys doch sind. Gerade geht unsere ruhige Phase vorbei – die ersten 4 Monate waren schlimm, die letzten vier Wochen dagegen fast traumhaft, auch wenn der Popelprinz nach wie vor anspruchsvoll war. Jetzt wird es wieder anstrengender, doch auch das werden wir überstehen. 🙂
Viel Gerede, genug jetzt, lange wird auch diese Nacht nicht sein, fürchte ich!
Beste Grüße, ich schaue ab sofort öfter rein! 🙂

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Stefanie 12. Juli 2013 - 14:28

Gebärmutterheimweh…was für ein unglaublich liebevoller Begriff.

Ich hab mit großem Interesse Ihren Bericht gelesen und möchte auch einen Kommentar hinterlassen..auch wenn ich das sonst nie tue.

Ich bin Heilpraktikerin und auf Kinder und ihre Eltern spezialisiert. Ich habe öfters junge Eltern die mit ihren Babys kommen weil „es immer noch nicht durchschläft“..“die Nacht zum Tag macht“..“weil die Schwiegermutter..Freundin..Ärztin..wer auch immer..schon wieder fragte: „ja schläft es denn noch immer nicht“ usw.

Es ist so unglaublich wichtig auch den Eltern Halt zu geben, ihnen zu vermitteln es ist okay das sie erschöpft sind, es ist nicht schlimm wenn der Haushalt leidet, es muss kein Besuch empfangen werden und falls doch muss vorher nicht noch geputz oder ein Kuchen gebacken oder sonstwas veranstaltet werden.
Es ist okay sich für eine Zeit zuhause einzuigeln, sich nicht zu melden, nicht nach ein paar Wochen schon wieder perfekt gestylt, mit der Figur vor der Schwangerschaft usw. sich auf Partys oder ähnlichem zu tummeln.

Sich genießen, kennenlernen, sich Zeit zu nehmen für dieses kleine perfekte Wunder, Zeit eine Familie zu werden – das ist wichtig. Und dazu gehört eben (manchmal) auch Schlafmangel, eine chaotische Wohnung, der Lieferservice und vollgespuckte T-Shirts.

Und fürs wieder Kraft bekommen (bzw. diese Zeiten durchzustehen) bin ich als Heilpraktikerin dann da 🙂 Ob das nun die homöopathische Unterstützung für die Mama ist oder Sachen für das kleine Mäuslein um sich geborgen und willkommen zu fühlen auf der Welt….

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Ines 11. Juli 2013 - 21:26

Oh wie wunderschön geschrieben. Ich habe mich in deinem Bericht wiedergefunden und sitze jetzt hier mit einem Lächeln und tränennassen Augen.
Danke für diesen ergreifenden Text.

Antworten
Mein Baby 151 - Juli 2013 - Seite 21 11. Juli 2013 - 21:07

[…] […]

Antworten
“Schreiende Babys haben sich das antrainiert” | Nähbastelkochtantenblog 11. Juli 2013 - 18:23

[…] die ein traumatisches Erlebnis hatten (mehr oder weniger stark), siehe auch dieser Artikel dazu: http://www.zockt.com/vonguteneltern/?p=633 Babys schreien zu lassen ist das Schlimmste, was man ihnen antun kann. Und wenn auf Ihrer website […]

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Miriam 11. Juli 2013 - 15:52

Sehr schöner Beitrag! Die Anstrengungen der ersten besonderen Zeit mit Baby als etwas Normales zu sehen, ist mir erst beim 3. Kind gelungen. Schade! Es ist schwer, wenn von außen Kommentare kommen:“Wie, es schläft noch nicht durch?“, „Musst du es nach 2 Stunden schon wieder stillen?“, „Ihr verwöhnt es nur, wenn ihr immer sofort springt!“. Daher danke für den wunderbaren Text.

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Susanne 11. Juli 2013 - 15:35

Danke. Unser erster Sohn war und ist ein high-need Child – umso gelassener sind wir jetzt mit unserer acht Wochen alten Tochter. Aber was mussten wir uns an sinnfreien und tlw übergriffigen Vorschlägen anhören, weil wir unserem Sohn das gaben/ geben, was er braucht… Der Begriff „Gebärmutterheimweh“ trifft es wunderschön…

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Ulrike 11. Juli 2013 - 12:14

„Gebärmutterheimweh“- toller Begriff, passt total! Kann man ja auch irgendwie verstehen…

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RoteFee 11. Juli 2013 - 10:52

Vielen Dank für diesen Bericht. Ich wünschte, es hätte ihn schon vor drei Jahren gegeben. Allein das Wort „Gebärmutterheimweh“ hätte schon vieles geändert. Denn wir hatten mit unserem 2.Kind ein „Schreikind“. Und das sehr lange. Selbst die Schreiambulanz hat uns nicht geholfen und Nervenzusammenbrüche gehörten bald dazu…. Und immer hab ich mich gefragt WARUM?

Bei uns hat es ugf. drei Jahre gedauert, bis wir nachts auch mal durchschlafen konnten…

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Bemerkenswert 7. Juli 2013 - 05:40

[…] Gebärmutterheimweh, so nennt eine Hebamme die Ursache von Anhänglichkeit der Babies und schreibt über ‘Schreikinder’. […]

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junge Mama 3. Juli 2013 - 18:41

Wo findet man Hebammen wie dich,liebe Anja? Bei meiner war ich erst ganz froh, nach der Geburt todunglücklich. Beim nächsten Kind heißt es wieder neu suchen. Diesmal weiß ich immerhin, welche Fragen ich stellen muss.
Danke für diesen (wiedermal)wundervollen Artikel!

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Dani Mechacek 3. Juli 2013 - 04:10

Wahnsinn, dass ich das jetzt gelesen habe!

Mein engel ist jetzt 9 wochen alt und die ersten 5 wochen waren ein traum! Er war wirklich „pflegeleicht“ und schlief sogar nachts schon mal 7 stunden durch. Doch dann ganz plötzlich kippte alles. Er schrie viele viele stunden am tag und schlief gerade mal 5 minuten am stück tagsüber und das nur, wenn er auf mamis körper schlief. Unter lauten gebrull schlief er auch hin und wieder auf papa, oma und tante ein. Wären die nicht gewesen, wäre ich wahnsinnig geworden! Ich habe noch nie ein kind so viel und so laut schreien hören. Auch das nächtliche stillen wurde anstrengend und fand nun fast jede stunde statt. Ich hatte kaum noch schlaf, war fertig mit den nerven und hab mich gefragt was ich flasch gemacht habe! Hätte mein partner den kleinen morgens um 5uhr nicht jeden tag genommen und wäre mit dem tragetuch spazieren gegangen, wäre ich sicher zusammen gebrochen vor schlafmangel! Es ermutigt mich gerade sehr das hier zu lesen! Das klingt nämlich wie meine geschichte!
Seit beginn dieser woche schreit er nun nicht mehr so viel. Wir tragen ihn sehr viel im tuch und pucken ihn nun auch..das hilft ihm besser zu schlafen..
Ich freue mich gerade sehr über diesen artikel!!

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Sonja 2. Juli 2013 - 22:42

Auch mein krähenvogel war in dieser Phase und ich habe versucht mich zu belesen wie eine Wilde. Ab der 11. Woche war es dann vorbei. Dann hat er dann plötzlich die Menschen im Raum verfolgen können. Jetzt ist er 16monate und für uns ein großer junge. Lebenshungrig, lebenslustig und im Herzen und der Seele gut (wie alle Kinder). Das meiste, „aus der Reihe tanzende“ war eine Phase, so dass ich immer dem: das einzig konstante ist die Veränderung zustimmen musste.
Die kleinen Menschen sind ein Segen und eine riesige Bereicherung für uns Eltern. Mögen wir alle immer die nötige kraft haben, gute Menschen aus ihnen zu machen.

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Lisa 2. Juli 2013 - 20:37

Wirklich mal wieder zum Weinen schön dieser Text. Ich liebe „Von guten Eltern“. Liebe Grüße nach Berlin und: Weiter so!

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Katharina 2. Juli 2013 - 19:21

Sehr schön geschrieben!! Wie gern ich dich als meine Hebamme gehabt hätte, als mein Sohn mit ca. drei Wochen in diese Phase gekommen ist, meine Hebamme meinte zu mir als ich sie um rat gefragt habe, dass ich mich nicht so bemitleiden solle und das es schließlich kein wunder wäre das er sich so aufführt, ich würde ihn ja ständig bei mir im Bett schlafen lassen, deshalb wäre er so unruhig und „hungrig“ (er wollte ständig nur gestillt werden)…ich sollte mit ihm das „Jedes Kind kann schlafen lernen“ Programm durchziehen und dann wäre alles besser!!!

Obwohl ich total verunsichert war, ich war (bin es eigentlich immer noch) ziemlich jung und es war mein erstes Kind, habe ich auf mein Gefühl gehört, ihm nähe und Geborgenheit gegeben und siehe da es wurde recht bald besser!!

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Einfach klein 2. Juli 2013 - 13:39

@Kirsche1210
Da hat bei uns immer gut das Mütterteam geholfen! http://windelfrei.blog.de/2009/01/29/muetterteams-iii-5465835/

Toller Artikel Anja, Febärmutterheimweh kannte ich auch noch nicht! Aber stimmt total!!
😉

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BIne 2. Juli 2013 - 11:51

Passender hätte man es nicht schreiben können!Wie für uns geschrieben!
Ich hatte auch bis zur 3. Woche ein relativ entspanntes Kind,Klar schreien wenn er hunger hatte und extremes nähebedürfnis, nicht alleine schlafen…er ist ja noch so klein……..und schlagartig mit dem ersten Arbeitstag meines Mannes, mit der 3. Lebenswoche wurde alles anders und das ist jetzt nach 15 Wochen noch so.ein Ende in sicht?Ich hoffe doch, glaube aber schon nimmer daran.
Schreibabyambulanz Heilpraktiker Osteopath…alle mit im Boot.Tragetuch im Dauerbetrieb.Die Erschöpfung steigert sich ins Bodenlose.
Und was bleibt?Allen Gleichbetroffenen Kraft und Mut zu sprechen und hoffen dass es IRGENDWANN besser wird.

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Saskia 4. Juli 2013 - 11:34

Hei Bine, ich hatte das genau so bei meiner ersten Tochter. 5 Monate lang die ganze Nacht geschrien und vielleicht mal gegen 4.00uhr morgens eine halbe stunde geschlafen. dann ging das weinen weiter. irgentwann hat mir ne gute Freundin eine craniosacral Therapeutin empfohlen.bei uns in der schweiz gibt’s auch solche, die speziell auf Kinder und Säuglinge ausgebildet sind.schau doch mal im netz. meine grosse hat dann nach zwei Behandlungen durch geschlafen und war ganz zufrieden:-)ich konnte dann aber trotzdem ein paar tage nicht ruhig schlafen,ich traute dem frieden nicht:-)jetzt ist sie fünf und schlaft wie ein Murmeltier…. ja irgentwann geht’s auch vorbei! ganz viel power und dass es hoffentlich bald geschafft ist. und immer schön aufs mamabauchgefühl hören und nicht was andere sagen!liebe grüsse

Antworten
Katharina 17. August 2017 - 09:07

Uns geht es ähnlich…unsere Tochter ist jetzt 3 Monate alt. Seit ihrer Geburt kann sie tagsüber nur schlafen, wenn sie im Tragetuch oder dem Bondolino getragen wird, manchmal schläft sie auch an der Brust ein, dann aber nie länger als 20 Minuten. Da sie von Beginn an recht groß und schwer war (56 cm und 3920 g, mittlerweile aber gute 7 kg), habe ich in den letzten Wochen und Monaten 18 kg abgenommen, und fühle mich körperlich vollkommen ausgebrannt. Selbst wenn ich mal eine vergleichsweise lange Nacht hatte, reicht eine Stunde Tragetuch tragen aus, um mich wieder völlig erschöpft zu fühlen. Dazu kommt ihr hohes Saug- und Trinkbedürfnis, Clusterfeeding schon ab dem frühen Nachmittag ist keine Seltenheit, sowieso trinkt sie in der Regel alle 1-2 Stunden. Mein Mann versucht mich zu entlasten, ist aber durch seine Arbeit sehr wenig zuhause, und unsere Tochter ist meist genau in diesen Stunden besonders Mama-bedürftig, und kann sich bei ihm nicht gut beruhigen. In ihren wachen Stunden ist sie lebhaft, fröhlich, agil, hat ein freundliches und zugewandtes Wesen – ich habe aber den Eindruck, dass sie das nur zeigen kann, wenn wir zu 100 % auf ihre Bedürfnisse eingehen, und dafür an unsere körperlichen und seelischen Grenzen gehen. Mir hilft es, viel zu lesen („Das 24h-Baby“, „Oh je, ich wachse“, verschiedene Internet-Blogs und Foren), um mich immer wieder zu vergewissern, dass unser „Verwöhn-Programm“ aus tragen, tragen, tragen, Stillen nach Bedarf, Schlafen im Elternbett und nicht schreien lassen, genau richtig ist, und aus ihr einen sicher gebundenen Menschen machen wird. Meine wichtigste Lektion bislang war, die Uhr zu vergessen. Wenn das Mädchen Hunger hat, hat sie Hunger, wenn sie müde ist, ist sie müde, egal um welche Zeit sie es das letzte Mal war. Leider habe ich außer meinem nur wenig anwesenden Ehemann keine Unterstützer in der Nähe, sodass das Weinen vor Erschöpfung einmal öfter sein muss. Ich hoffe sehr, dass sie mit zunehmender Mobilität weniger getragen werden möchte, sodass ich mich ein wenig erholen kann.

Antworten
Katharina 17. August 2017 - 09:19

Damit will ich sagen: ich bin mir sehr sicher, dass wir nur deshalb kein ständig (sondern nur ab und zu) weinendes Baby haben, ein „Schreibaby“, weil wir so intensiv auf das Gebärmutterheimweh eingehen.

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KIrsche1210 2. Juli 2013 - 09:51

Sehr gut geschrieben und das man sich Familie ect. ranholen sollte für eine kleine Auzeit ist auch sehr wichtig! Bei uns hat das leider nicht geklappt, trotz dessen das die Familie neben an wohnt… Desinteresse ect. aber alles vergeht auch die ersten Monate 😉

Antworten
Lajulitschka 2. Juli 2013 - 09:23

Wunderbar geschrieben.
Vielen Dank
Lajulitschka

Antworten
Rita 25. März 2021 - 23:16

Hallo,
kann es sein, dass mein Sohn mit 2 Jahren und 8 Monaten immer noch Gebärmutterheimweh hat?

Er konnte noch nie alleine einschlafen, ich habe es ihm aber auch nicht durchs Schreien lassen „antrainiert“. Er hat sehr viel geweint, ich habe ihn das ganze erste Jahr in den Schlaf getragen. Wenn ich ihn nach dem Stillen ins Bett gelegt habe weil er eingeschlafen ist hat er sofort zu weinen begonnen. Er ist bis zu 10 Mal in der Nacht wach geworden. Wenn ich nicht bei ihm bin, wenn er nschts aufwacht weint er jetzt noch. Er schläft immer noch AUF mir ein (dauert jeden Abend ca. 1,5h) Wange an Wange, eng umschlungen oder er sitzt am liebsten an meinem Bauch angelehnt. Dabei will er, dass ich meine Arme um ihn lege und er fährt mit seiner Hand in meinen Pullover und will meine Haut spüren.
Ich glaube, dass das mit der Geburt zusammen hängt. Es war ein ungeplanter Kaiserschnitt. Dabei wurde ihm das Schlüsselbein gebrochen und niemand hat es gemerkt – außer meiner Osteopathin. Bei der 2ten MuKi-Untersuchung hat es die Kinderärztin diagnostiziert, aber da war die Verletzung wieder verheilt.
Ich würde nich über eine Rückmeldung freuen!

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