Stillen, Stillfrequenz, Kleinkind

Wie oft stillt das Kleinkind noch?

von Anja

Immer wieder werde ich gefragt, wie häufig die mittlerweile 20 Monate alte Tochter noch stillt. Eine Antwort darauf kenne ich nicht. Gute Frage trotzdem, ich beschließe also mal einen Tag lang darauf zu achten.

Also fange ich morgens mit dem ersten Stillen an. Doch was ist das erste Stillen eigentlich? Das frühmorgens um fünf, wenn sie unruhig wird und “droht“, das erste Mal aufzuwachen und wir dann einschlafstillend weiterschlafen? Das Stillen um Sechs, bei dem ich nicht genau weiß, ob sie schon wieder oder immer noch stillt? Oder erst das um 7.30 Uhr, wenn sie nach der ersten Spielrunde nochmal vor dem Frühstück Energie tankt?

Und überhaupt… Frühstück. Das gibt’s aktuell mal mit Muttermilch davor, mal danach oder dabei und mal mehr oder weniger. Dazu wird natürlich im Wechsel weniger anderes gegessen und getrunken.

Stillen als vertrautes Ritual

Um neun Uhr rennt das zurzeit immer rennende Kleinkind durch die Wohnung und stolpert dabei über ein Spielzeugauto. Es tut weh, sie weint. Und stillt dann zum Trösten. Ist das auch eine Stillmahlzeit? Oder was ist das eigentlich? Ebenso verhält es sich mit dem Einschlafstillen zur Mittagszeit. Wenn sie nicht gerade bei Christian in der Trage einschläft, ist das Stillen ihr vertrautes Ritual. Und selbst wenn sie dort eingeschlafen ist, bin ich nach dem Aufwachen stillend da. Es ist ihr ebenso vertrautes Ritual, bei einer kleinen Portion Mamamilch aufzuwachen.

Eigentlich geht das dann den ganzen Tag so weiter. Einen Anlass zum Stillen findet sie zwischendurch immer wieder mal. Und auch abends begleitet sie das Stillen in den Nachtschlaf. Wer jetzt mitgezählt hat, kommt vermutlich auf über zehn Stillgelegenheiten. Und dabei ist das nächtliche Stillen noch nicht eingerechnet.

Mal wird kurz gestillt, mal lang, mal nachts häufiger, mal seltener. Wenn ich nicht da bin, unterwegs für einen Vortrag zum Beispiel, wird überhaupt nicht gestillt, auch mal einen ganzen Tag lang. Was ich sagen will: Es lässt sich einfach nicht sagen, wie oft so ein Kleinkind eigentlich stillt. Genauso wenig kann ich sagen, wie häufig wir kuscheln, beruhigen, auftanken, trösten – denn Stillen ist so viel mehr als reine Muttermilchaufnahme.

Auch das sonstige Essen und Trinken des Kleinkindes lässt sich hier so gar nicht derzeit in konkreten Mengen beziffern. Es ist an jedem Tag anders, und genauso ist das mit dem Stillen. Beides lässt sich nicht in feste Schemata pressen, zumindest nicht bei uns. Die Erkenntnisse aus meinem Hebammenalltag bestätigen, dass die meisten Mutter, die ihre Kleinkinder einfach weiter nach Bedarf stillen, diese Frage ebenfalls nicht werden beantworten können. Und wenn es sich richtig anfühlt, muss man auf diese Frage vielleicht keine Antwort finden müssen.

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36 Kommentare

Lisa 3. Oktober 2020 - 10:24

Hallo Anja,

Vielen Dank für diesen bestärkenden Beitrag! Meine kleine ist jetzt 10 Monate alt, isst recht gut aber wird tagsüber sowie nachts, insbesondere in Verbindung mit dem Einschlafen, noch regelmässig gestillt. Solange ihr das gut tut möchte ich auch noch einige Zeit damit weitermachen.
Ich hätte eine Frage zu den Tagen ohne Stillen. Musst du an den Tagen wo du wegen räumlicher Trennung mal nicht stillst dann abpumpen, oder ist die „erfahrene“ Brust flexibel genug, um diese Unregelmässigkeiten einfach so wegzustecken?

Vielen Dank und liebe Grüsse!
Lisa

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Martina 2. Dezember 2020 - 21:40

Ich musste eben so lachen . Vor Kurzem wurde ich gefragt, wie oft ich denn meinen 14 Monate alten Sohn noch stillen würde.
Hab dann selbst mal 2/3 Tage beobachtet und kann auch nur Eines sagen: Eine Antwort auf diese Frage habe ich nicht.
Danke für den Text. Es tut gut zu wissen, dass alles in normalen Bahnen läuft

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SV 15. November 2019 - 18:12

Hallo, vielen Dank für den Text, den ich durch eine Suchmaschinensuche gefunden habe. Momentan isst meine beinahe zweijährige Tochter extrem wenig, teilweise über Tage und Wochen. Sind Dir ‚Fälle‘ bekannt in denen das Stillen absichtlich unterbunden bzw. ‚gedrosselt‘ werden musste, damit das Kind mehr isst? Eine Blutabnahme wegen Eisenmangels, die der schon recht alte und stillkonservative KiA angeordnet hatte, hat normale Werte ergeben, längenmäßig ist sie etwas zu klein und es gab mit ca. 6-8 Monaten einen Perzentilenknick in Länge und Gewicht, zu wenig wiegt sie aber nicht. Liebe Grüße! S

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Mama Mia 12. November 2019 - 21:51

Ich habe 2 Kinder: das erste habe ich nach 11,5 Monaten abgestillt. Das war recht einfach und kam mir deshalb richtig vor. Bei meiner zweiten Maus ist es anders: sie ist nun anderthalb und wird immer noch nach bedarf gestillt. Wir genießen es beide noch sehr und ich denke, dass es ihren Abwehrkräften auf die Sprünge hilft. Das Abstillen verläuft ganz, ganz allmählich, ich merke nach Monaten, wie sich das Stillverhalten meiner Kleinen in kleinen Schritten verändert. Ich schätze Beiträge wir deinen Blog sehr, die mir Bestätigung über die Stillbeziehung meiner Tochter und mir geben. Mittlerweile frage ich mich, ob ich mein erstes Kind nicht länger gestillt hätte, wenn ich mehr auf meine Instinkte vertraut hätte als auf den Zug aller aufzuspringen. Vielleicht macht dein Beitrag anderen Muttis Mut. Dafür vielen Dank!

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Christin 6. Februar 2019 - 21:39

Vielen Dank! Meine jüngere Tochter ist auch im März 2017 geboren und ich habe deswegen damals auch bei euch irgendwie „mitgefiebert“ als es auf die Geburt zuging. Umso mehr freue ich mich, zu lesen, dass sie sich ganz „normal“ verhält wenn ich sie nach Bedarf stille. Ich bin seit einigen Wochen stark verunsichert, was das Stillen und die Häufigkeit angeht, da mein Kind leider schon Karies hat und es momentan ohne zahnärztliche Behandlung fortschreitet (per Vollnarkose wollte ich sie nicht gleich behandeln lassen). Die Ärztin meinte nun man müsse nachts abstillen und tagsüber nicht ständig was „essen“. Aber diese Empfehlung entspricht nun gar nicht dem Stillverhalten meines Kindes. Nachts schaffen wir es immerhin, dass sie bis zu 8 Stunden nichts zu sich nimmt. Tagsüber geht das nicht, wenn ich sie weiter nach Bedarf stille, was ich schon am liebsten beibehalten würde.

Ich bin ein bisschen verzweifelt und habe keine Idee, wie ich das umsetzen soll, außer komplett abzustillen.

Liebe Grüße und danke für die tolle Arbeit, die ihr hier leistet!
Christin

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Anja Constance Gaca 7. Februar 2019 - 15:31

Liebe Christin,

kennst Du diesen Artikel hier: https://www.still-lexikon.de/stillen-und-karies/? Da stehen viele gute Infos drin. Zum nächtlichen Abstillen hatte ich auch mal gebloggt: https://www.vonguteneltern.de/das-kleinkind-nachts-abstillen/

Ich hoffe, das hilft Euch vielleicht ein bisschen weiter.
Alles Gute für Euch und herzliche Grüße ,

Anja

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Katja Eckstein 14. Februar 2019 - 14:14

Lass Dich nicht verunsichern! Stillen und Karies haben in meinen Augen (Zahnärztin und Dauerstillende Mama von zwei Kleinkindern) nix primär miteinander zu tun. Da gibt es viele Dinger rundherum, die eher für Karies sorgen, als das liebgewonnene Stillen. Es gibt so viele um dich herum, die Dich vom Stillen abbringen wollen. Wenn ihr beide das braucht, dann ist das so und soll auch so bleiben!
Die karies muss natürlich irgendwann versorgt werden. beim 2-jährigen nicht so lustig, aber wenn alles drumherum stimmt (Ernährung, Zahnpflege), kann man das auch noch ein kleines bisschen bis in ein besseres Alter für eine Behandlung hinauszögern! Liebe Grüße

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Christin 18. Februar 2019 - 14:17

Ganz lieben Dank für eure Hinweise! Ich fühle mich jetzt viel besser! 🙂

Liebe Grüße

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Lena 29. November 2018 - 09:24

Vielen Dank für das Teilen. Mein Kind ist jetzt 1,5 Jahre alt und zeigt ein ähnliches Stillbedürfnis. Vor dem Artikel fing ich an, mir Gedanken zu machen, ob das noch „normal “ sei und habe Stillwünsche öfter abgelehnt und mit anderen Dingen abgelenkt.
Jetzt bin ich beruhigt, dass andere Kinder auch noch so oft stillen. In der Öffentlichkeit stille ich aber seit einem halben Jahr tatsächlich nicht mehr; das traue ich mich leider nicht mehr.

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Anne 28. November 2018 - 20:45

Hallo Anja,
Ich lese deine Blog immer wieder gerne, teilweise die Artikel auch mehrfach da deine Worte mich immer wieder bestärken weiter unseren Weg zu gehen. Unser zweiter Sohn ist nun fast 11 Monate alt und stillt sehr gerne, mir macht es nichts aus (meistens :-)) jetzt habe ich dennoch eine Frage zum Thema Beikost. Verhindere ich durch das stillen nach Bedarf den Hunger den unser Sohn ggf. benötigt um „vernünftig“ am Tisch mit zu essen? Ich bin mir da etwas unsicher, da es wirklich nur homöopathische Mengen sind die er zu sich nimmt, egal ob brei oder Familientisch. Was meinst du? Lieben Dank für deine Antwort und natürlich für den tollen Blog

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Anja 30. November 2018 - 09:34

Liebe Anne,

die Intention andere Dinge zu probieren sollte nicht Hunger, sondern Interesse und Neugier sein. Deshalb ergänzt die Beikost ja eben auch zunächst nur die Milch und ersetzt sie nicht. Das Tempo dabei ist von Kind zu Kind individuell. Elternaufgabe ist das gesunde Angebot von Muttermilch/ Pre und babygerechter Familienkost anzubieten, so dass das Kind selbst entscheiden kann, was es davon in Anspruch nimmt.
Ein „Vorhalten“ des Stillens bei Hunger führt eher zu Stress beim Baby und damit zu weniger Bereitschaft, neue Dinge auszuprobieren.
Also kurz gesagt: macht ruhig weiter so:)
Umgedreht machen sich übrigens auch Mütter Sorgen, wenn das Baby recht schnell große Beikostmengen zu sich nimmt und gefühlt „zu wenig“ Milch trinkt.
Beides ist in Ordnung und normal, wenn Entwicklung, Gewicht und Ausscheidung im individuellen Rahmen liegen.

Liebe Grüße,

Anja

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Katrin 30. Dezember 2018 - 20:58

Hallo Anja,
genau das zweite Thema ist hier bei uns gerade aktuell.
„Umgedreht machen sich übrigens auch Mütter Sorgen, wenn das Baby recht schnell große Beikostmengen zu sich nimmt und gefühlt „zu wenig“ Milch trinkt.“
Vielleicht könntest Du hierzu ein bisschen beruhigende Info geben.
Mein Mädel ist jetzt 9 Monate alt und isst tagsüber fleißig.
Gestillt wird meist nur noch morgens. Reicht ihr das aus? Premilch bekommt sie keine.
Würde mich freuen, zu diesem Thema etwas zu lesen.
Viele liebe Grüße und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

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Christiane 19. November 2018 - 15:30

Hallo Anja,
Ich lese sehr gerne euren Blog, denn hier finde ich nochmal die schriftliche Bestätigung dafür wasich mache – und das tut meiner europäischen Denkweise ganz gut. Ich stille nun das dritte Kind über ein Jahr hinaus, versuche aber das nächtliche Stillen seit einer Woche abzugewöhnen, um mehr Erholung zu bekommen. Der Bruder hat das mit etwa 17monaten auch akzeptiert. Dieses 13 Monate alte Kindlein findet es (verständlicherweise) dann doof, beruhigen geht nur durch herumtragen. Tja, nun frage ich mich, ob ich einfach weiter machen muss, oder wieder zum nachtstillen zurück kehren sollte… hast du da Erfahrungen /Tipps. Ich weiß, dass nachts v.a. das „Stillhormon“ gebildet wird, hoffe aber ja, weil“stillen ja bunt „ ist, dass wir es mit dem häufigen Tagstillen hinbekommen.. hast du auch dazu Erfahrungen gesammelt.
Mit herzlichen Grüßen,
Christiane

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TAC 16. November 2018 - 07:24

So ein schöner Text. Ich konnte eigentlich nie so genau sagen, wie oft am Tag ich stille,
Ich hab meine ersten beiden Kinder je rund 3 Jahre gestillt. Die Kleine ist jetzt 18 Monate und stillen findet hauptsächlich im Bett statt. Je nach Tagesverlauf kann das nur noch einmal in der Nacht sein, manchmal aber auch sehr viel häufiger (so wie aktuell, letzte Nacht war sie bestimmt 5mal wach, sie muss derzeit viel verarbeiten). Ich bin sehr froh, stillen zu können und genieße es.
Klar ist das Umfeld manchmal irritiert, wenn es doch mal noch an einem öffentlichen Platz stattfindet (Troststillen). Aber da steh ich inzwischen drüber.
Ich wünsche allen Mamas genau das richtige Maß an Akzeptanz, Unterstützung und Mut für s Stillen, das sie brauchen, dass die Zeit für Mutter und Kind schön ist.
LG von TAC

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Claudi 14. November 2018 - 09:29

Hallo liebe Anja!
Danke für den tollen Text, der mal wieder zeigt, dass alles „normal“ und richtig ist, was gut tut!
Ich bin bei meinem zweiten Kind (ich stille) noch voll) jetzt schon deutlich entspannter, was das „wieviel“ und „wann“ stillen angeht. Trotzdem bin ich einfach eine Denkerin und was mir nicht aus dem Kopf will, ist die Frage, ob ich durch Stillen bei Kummer, Schmerz, Unruhe nicht einen falschen Umgang mit der Nahrungsaufnahme vermittel… verstehe mich nicht falsch, ich stille auch in diesen Situationen. Trotzdem möchte ich ja nicht, dass mein Kind vermittelt bekommt „wenn ich Kummer habe, dann esse ich“.
Verstehst du, was ich meine? Irgendwie „kämpft“ dieser Gedanke in mir mit dem sorgenlosen Stillen, wenn es uns beiden gut tut. Vielleicht ist dann doch Nähe auf eine andere Weise als durch Stillen eine gute Alternative.
Mich würde einfach interessieren, was du dazu denkst. Vielleicht kann ich dann mehr genießen und weniger denken

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Anja 14. November 2018 - 14:01

Liebe Claudi,

beim Stillen lässt sich natürlich Nahrungsaufnahme und non-nutritives Saugen zur Beruhigung nie ganz konkret unterscheiden, aber es erfüllt beide Bedürfnisse und kann deshalb auch so „eingesetzt“ werden. Darüber hinaus hat es sogar eine schmerzstillende Funktion:
„Stillen reduzierte während Blutentnahmen und Impfungen übereinstimmend in allen Studien die Dauer des Weinens und die Punktwerte auf der Schmerzskala. Stillen war dabei effektiver als eine Zuckerlösung, lokale Schmerzgels, Kühlungssprays oder die Liebkosung bzw. eine Massage durch die Mutter.
Diese schmerzlindernde Wirkung des Stillens ist sowohl für die Neugeborenenperiode als auch für das gesamte erste Lebensjahr wissenschaftlich nachgewiesen. Es ist davon auszugehen, dass Stillen auch jenseits des ersten Lebensjahrs weiterhin zur Linderung von Schmerzen effektiv ist.“

Quelle: https://www.still-lexikon.de/stillen-als-wirksame-schmerzlinderung-bei-impfungen-und-blutentnahmen/

Die persönliche Erfahrung hier aus drei ja bereits schon lange abgestillten Kindern ist auch, dass keine „Kummeresser“ aus den ehemaligen trostgestillten Kleinkindern geworden sind . Ebenso verhält es sich mit dem Einschalfstillen, wofür keiner hier Essen oder Trinken braucht:)

Also in den Fall ruhig mehr genießen und weniger denken 😉

Liebe Grüße,

Anja

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Kim 13. November 2018 - 23:12

Mein Sohn ist jetzt 18 Monate und – da ich pumpstille und langsam vom Pumpen wegkommen will (und muss, da eine Erkältung kürzlich meine Pumpmenge drastisch reduziert hat). Er bekommt jetzt also nur noch ca. 100-150ml MuMi zum Einschlafen abends. Er wacht aber noch ca. alle 2h auf und zieht da noch mal je 100ml weg. Weil mir die Zeit einfach zum Pumpen fehlt und er ja echt noch gute 600-800ml trinken würde, muss ich diesen Schritt für mich schweren Herzens gehen, sonst bin ich den ganzen Tag nur noch an der Pumpe und habe, besonders abends, keine Zeit um mit ihm zu spielen.

Antworten
Anja 14. November 2018 - 14:07

Liebe Kim,

wie wunderbar, dass Du Dein Kind so lange mit Deiner wertvollen Milch versorgen konntest. Es ist richtig, wichtig und gut, immer dann etwas zu verändern und anzupassen, wenn sich Umstände oder Bedürfnisse verändern.
Du darfst also auch frohen Herzens diesen Schritt gehen und sehr stolz auf Dich sein <3

Alles Gut für Euch und liebe Grüße,

Anja

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Svea 13. November 2018 - 13:16

Meine kleine ist fast genauso alt wie Eure kleinste (am 21.3.17 geboren) und so kann ich immer zum aktuellen Alter bei Euch lesen! Gerade hadere ich nämlich mal wieder wegen akuter Übermüdung mit dem Stillen, welches hier vor allem nachts stattfindet bzw. frage mich, ob die Häufigkeit in dem Alter wohl noch „normal“ ist. Und das „wenige“ Essen. Danke!

Antworten
Claudia 13. November 2018 - 09:02

Danke für deine Worte! Gut zu hören das es nicht nur bei uns so ist. Meine Maus ist 10 Monate alt. Wir haben die ersten Monate sehr ums stillen gekämpft. Leider hatten wir viele Probleme damit. Umso mehr genieße ich es jetzt. Nun frage ich mich langsam wie lange ich noch stillen kann/soll. Ich bin die Einzige in der Spielgruppe die noch stillt und auch aus dem Umfeld kommt immer wieder die Frage wie lange ich noch stillen will. Ich muss bald wieder anfangen zu arbeiten und die Oma hat sorge das sie mit der Maus nicht zurecht kommt wenn sie noch gestillt wird. Sie ja generell sehr auf mich fixiert. Fände es schade wenn wir aufhören müssten.

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Hmm 17. November 2018 - 21:56

Du kannst ja immer noch abends, morgens und vielleicht auch noch einmal nachts stillen.

Ich selber arbeite Vollzeit seitdem mein Sohn acht Monate alt ist. Tagsüber bekam er Beikost, zum Einschlafen und nachts einmal gab’s die Brust, bei Bedarf wenn er zweimal pro Nacht essen wollte vom Papa noch eine Flasche Premilch. Man muss absolut nicht komplett abstillen wenn man wieder anfängt zu arbeiten.

Inzwischen sind wir anscheinend im Abstillprozess weil er von sich aus immer kürzer und weniger an der Brust trinken will, aber ich habe drei Monate lang noch zwei volle Stillmahlzeiten am Tag mit der Arbeit vereinen können.

Bis zur Vollendung des ersten Lebensjahrs haben arbeitende Mütter übrigens das Recht auf Stillpausen bzw. Abpumppausen.

Von meinem Umfeld kommen übrigens auch immer mehr sie Nachfragen, nervt mich auch sehr. Einfach nicht beirren lassen 🙂

Antworten
Nicole 13. November 2018 - 07:28

Liebe Anja,

Schön, dass deine liebevollen Texte immer wieder so vielen Eltern Mut machen.

Meinen heute 12jährigen Sohn durfte ich beinahe 3 Jahre stillen. 12 Monate davon beinahe voll, da er mit der lehrbuchartigen Beikosteinführung (schade, dass ich damals noch nicht auf Baby-led-weaning gestoßen war) nicht zufrieden war und wir dann mit den beruhigenden Worten eines Carlos Gonzales zurückgekehrt sind zum vollen Stillen, bis mein Sohn dann mit 12 Monaten langsam am Tisch einfach mitgegessen hat.

Das Stillen hat wunderbar geklappt und wir haben es beide geliebt. Selbst mit Kindergarten und Arbeit war das dann kein Problem und es gab nur sehr wenig Gegenwind (Oder ich hab es vergessen). Noch heute erinnere ich mich gern daran, wie wir immer zuerst in der Garderobe gestillt haben.

Ich bin voller Dankbarkeit für diese 3 Jahre Stillen nach Bedarf. Wir haben beide so viel Nähe getankt in dieser Zeit.

Habt den Mut, zu tun, was ihr für richtig haltet. Es kann keiner diese Zeit zurück bringen.

Liebe Grüße

Nicole

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Sandra 12. November 2018 - 21:59

Wir stillen nach fast genau 24 Monaten auch noch immer und gerne. Ebenfalls mal mehr, mal weniger.
Sie kann auch allein einschlafen, z.B. bei der Tagesmutter oder wenn Papa sie ins Bett bringt. Aber wenn Mama das macht, besteht sie aufs Einschlafstillen.
Für uns ist es okay so, also wird nichts verändert, wenn die Maus das nicht möchte.
Andere Kinder kriegen ja mit 2 auch noch die Flasche, warum sollen WIR dann aufhören zu stillen
Egal was andere sagen
Danke für die tollen Texte

Antworten
Marie 12. November 2018 - 21:54

Insbesondere die ersten Stillphasen gegen 5 Uhr morgens krnn ich sehr gut hier! Ich habe teilweise nachts abgestillt, weil ich das zweistündliche Aufwachen nicht mehr verpackt habe (zw Einschlafen und ca 5 Uhr kein Stillen), aber ab 5 Uhr gehts immer wieder los 🙂 ich hoffe dann auch immer, dass wir beide ganz schnell wieder einschlafen bis ich um 6:30 Uhr aufstehen muss. Und auch sonst sieht unser Alltag ähnlich aus!

Antworten
Sarah 12. November 2018 - 14:08

Ach ja… diese Fragerei nach dem stillen kenne ich leider auch. Als meine Tochter auf die Welt kam dachte ich noch, ich stille sechs Monate und das war es dann. Die Realität sieht bei uns krass anders aus. Sie wird in drei Monaten drei Jahre alt und ich stille noch zum einschlafen, nachts, wenn sie unruhig ist (manchmal 2 Mal, manchmal hängt sie die halbe Nacht an mir dran). Und morgens zum aufwachen und manchmal auch mittags nach der Kita oder wenn sie krank ist. Wenn ich sie frage, ob wir bald damit aufhören sollen, sagt sie nein. Ich will nicht stillen bis sie in die Schule kommt, aber so richtig zwingen aufzuhören, mag ich auch nicht. Ich hoffe, dass sie irgendwann nicht mehr will. Viele meiner Freunde und Familienmitglieder wissen das wir noch stillen. Denen ist das egal. Aber ich erzähle es nicht jedem, weil die Reaktionen von außen manchmal sehr übergreifend sind. Obwohl es jedem scheißegal sein könnte was wir zuhause machen. Aber leider haben „die Leute“ ja immer eine Meinung… stillen nur sechs Monate, Schnuller geht vielleicht noch bis zwei oder drei Jahre, aber dann Schnellweg mit dem Ding, Beikost ab vier Monate usw. Mich nervt das. Alle sollen machen was sie für Richtig halten.

Liebe Grüße und danke für den Text
Sarah

Antworten
Stephanie 12. November 2018 - 13:47

Mich würde interessieren, inwiefern der Energiebedarf (also die tatsächliche Kalorienzufuhr) wohl noch von der Muttermilch gedeckt wird. Nicht dass es darauf ankäme, denn der Mehrwert des Stillens liegt meines Erachtens vor allem im Kleinkindalter in den vielen anderen Vorteilen. Aber Dein Körper leistet da schon wahnsinnig viel. Wie schaffst Du es mit Deinem eigenen Energiebedarf hinterherzukommen? Zumal das Leben mit einem Kleinkind ja noch aktiver ist und mir es zu Babyzeiten schon schwer fiel, selbst ausreichend zu essen.

Antworten
Anja 12. November 2018 - 14:27

Liebe Stephanie,

bei Regine Gresens auf der Seite https://www.stillkinder.de/haeufige-fragen-zum-langzeitstillen/ ist das sehrt gut zusammengefasst:

„Studien aus vielen Ländern machen deutlich, dass die Menge der täglich produzierten Muttermilch zwischen dem 6. und 24. Lebensmonat des Kindes zwar abnimmt, aber dennoch durchschnittlich rund 500 ml beträgt und nach Bedarf erhöht werden kann.
Kinder im 2. Lebensjahr decken ihren Energiebedarf zu 31 % durch Muttermilch. Stillkinder im Alter von 13 – 18 Monaten erhalten bei gleicher Nahrungsmenge 25 % mehr Energie als nicht gestillte. Ältere gestillte Kinder erhalten dadurch 17 % mehr Energie.
Weiter decken Kinder im 2. Lebensjahr aus der Muttermilch ihren Eiweißbedarf zu 38%, außerdem ihren Vitamin- und Mineralienbedarf anteilig folgendermaßen: Vitamin A zu 100 %, Vitamin C zu 95 %, Niacin zu 41 %, Riboflavin zu 21 %, Folsäure zu 26 %, Kalium zu 44 %, Eisen zu 50 %.“

Es ist also bei vielen Kleinkindern doch auch noch ein hoher Ernährungssaspekt dabei.
Ich muss auch immer ein bisschen aufpassen, dass ich nicht zu viel abnehme in den Stillzeiten, aber da kann man ja dagegen an
essen. Wobei ich das in der Babyzeit oft einfacher fand 😉 Dass sich der Körper aber „schützt“, merke ich persönlich auch daran, dass ich noch keinen Zyklus wieder habe. Für eine neue (nein, nichts geplant!!) Schwangerschaft wären die Reserven gerade also eher ein bisschen zu wenig bzw. gibt es so gerade auch keinen monatlichen zusätzlichen Blutverlust. Eins von vier Kindern hat mit einem Jahr doch schon wesentlich mehr gegessen, da kam auch der Zyklus eher zurück.

Liebe Grüße, Anja

Antworten
Elena 19. November 2018 - 10:14

Sehr interessanter Beitrag! Gibt’s zu der Zyklusrückkehr eigentlich Daten oder auch einen Post? Beim ersten Kind habe ich erst nach dem Abstillen wieder einen gehabt, obwohl wir zum Ende hin nur noch einmal nachts gestillt haben und im Moment ist nach bisher 14 Monaten stillen weder ein Zyklus noch ein Ende des Stillens in Sicht.
Liebe Grüße
Elena

Antworten
Anja Constance Gaca 19. November 2018 - 11:24

Liebe Elena,

es gibt auch Untersuchungen dazu, da ja die Lakatationsamenorrhö auch die Geburtenfolge mit beeinflusst. Hier in D wird ja durchschnittlich mit knapp sieben Monaten abgestillt und auch Kleinkinder nicht mehr unbedingt nach Bedarf gestillt. Frauen, die das weiterhin häufig stillen, haben oft erst nach ein oder auch zwei Jahren wieder einen Zyklus. Mir begegnet in der Stillberatung das Thema öfter, weil es manchmal einen weiteren Kinderwunsch gibt und das viele Stillen aber dann tatsächlich den Eisprung verhindert. Letztlich ja auch ganz schlau von der Natur geregelt;) Aber schwanger werden kann man natürlich auch in der Stillzeit, auch wenn man noch keine Periode bisher hatte. LAM ist auch nur unter Beachtung bestimmter Kriterien bzw. vor der Beikosteinführung relativ sicher (Pearl Index dann bei 2). Der Artikel hier dazu ist auch interessant:
https://www.still-lexikon.de/verhuetung-und-sexualitaet/

Liebe Grüße, Anja

Antworten
Francine 26. November 2018 - 00:17

Oh, da bin ich ein wenig neidisch… trotz voll gestillten Kinds hatte ich nicht mal drei Monate nach Entbindung schon wieder meine Tage. Hätte gerne drauf verzichtet, zumal ich jetzt nach zwei Jahren immer noch nach Bedarf stille.

Nadine Nelson 12. November 2018 - 12:38

Danke für diesen Text. Als „Neu“-Mama eines 6-Monate alten Winzlings, lasse ich mich leider doch immer wieder verunsichern, vor allem jetzt, wo Beikost Thema ist. Zu oft stehen feste Mahlzeiten im Raum, die wir plötzlich zu ganz bestimmten Zeiten einnehmen sollen. Das passt so wenig zu unserem bisherigen Stillen nach Bedarf und wenn es dann nicht klappt, frage ich micj immer, ob denn nun auch „nur“ Milch genügt.
Dein Text macht mir Mut, weiter flexibel, spontan und eben nach Bedarf zu stillen.
Herzliche Grüße, Nadine

Antworten
katharina 12. November 2018 - 12:23

danke für den text. ich kann mich dem oberen kommentar 1:1 anschließen.
hab manchmal das gefühl, mein sohn (1,5) findet nachts bei kleinen „aufwachern“ überhaupt nicht wieder selbst bzw. durch kuscheln etc. in den schlaf, sondern nur durch das stillen. wie empfindest du das bei euch?
liebe grüße

Antworten
Anja 12. November 2018 - 14:31

Liebe Katharina,

wenn Dein Sohn bisher primär das Stillen als Brücke in den Schlaf kennt, dann ist das tatsächlich meist so, dass andere Beruhigungsstrategen nicht so effektiv funktionieren. Das kann man aktiv verändern, wenn es einen stört bzw. die eigenen Nächte dadurch zu belastend werden. Oder das ändert sich auch irgendwann von alleine. Wie und wann ist natürlich immer bei jedem Kind unterschiedlich:)

Liebe Grüße, Anja

Antworten
Martina 14. August 2020 - 22:59

Hallo!
Mein Sohn ist jetzt 18 Monate alt und ich Stille auch nach Bedarf. Danke für den Artikel. Leider bekomme ich immer wieder blöde Kommentare seitens meiner Familie und ich habe auch festgestellt,dass beinahe jeder/ jede eine ziemlich festgelegte Meinung hat, wie lange man stillen sollte: Die Tendenz ist eher nach ca. 1 Jahr abzustillen.
Auch habe ich von anderen Müttern immer wieder gehört,dass es ihnen peinlich in der Öffentlichkeit ist, oder sie negative Kommentare oder Blicke ernten. Ich finde es sehr schade,dass unsere Gesellschaft großteils so ist und Frage mich immer wieder, wie negative Gerüchte über das Stillen sich so in unserer Gesellschaft halten können. Definitiv sprechen sehr wenige darüber, dass das stillen gesund ist und auch gut für die Mutter – Kind Bindung und die psychische Entwicklung des Kindes ist.
Ich Stille gerne, mein Sohn genießt es definitiv – und ich auch.
Bald kommt er in eine Kleinkindergruppe und die Betreuerin hat mich schon wieder verunsichert ( er ließe sich dann womöglich nicht anders beruhigen,…).
Gott sei Dank haben mich andere Betreuerinnen eines Mutter- Kind- Zentrums wieder beruhigt.
Für mich fühlt es sich richtig an und ich hoffe, dass ich mich nicht von den Meinungen anderer unterdrücken lasse.
Die Menschen sollten mehr Beiträge wie diese lesen und sich genauer und fachkundig informieren.

Antworten
Dana 12. November 2018 - 10:32

Vielen Dank für den tollen Text. Ich stille meine anderthalbjährige Tochter auch immer noch nach Bedarf. Mal mehr, mal weniger. Für mich fühlt es sich richtig an. Außenstehende finde es aber komisch und lassen mich das auch wissen. Daher machen mir solche Texte Mut genauso weiterzumachen wie mein Instinkt es mir sagt.

Antworten
Dascha 13. November 2018 - 21:32

Sehr sehr hilfreicher Text! Ich stille meinen jetzt fast 14 Monate alten Sohn nach Bedarf. Im Bekanntenkreis wurde munter mit 10 Monaten oder noch früher abgestillt, so kam es mir jedenfalls vor, zack, mit Kita Beginn waren die Kleinen abgestillt- keine Ahnung, wie das gehen soll- bei uns hat es „nicht geklappt“, was daran lag, dass ich weiterstillen wollte und das Kind ebenfalls. Ich hatte zwischenzeitlich kurz die Hoffnung, mein Kind würde auch einfach nicht mehr nach der Brust verlangen, so, wie es anscheinend bei den zwei, drei Mamas aus meiner Umgebung der Fall war.- Dann stand bei uns aber der Kita Beginn an und eine sehr liebe erfahrene Mama von drei Kindern sagte mir, ich sollte vor der Kita- EIngewöhnung abgestillt haben, wenn dies mein Wunsch wäre ODER aber erst dann mit dem Abstillen beginnen, wenn die Eingewöhnung im Kindergarten abgeschlossen sei. Nun sind wir mitten drin in der EIngewöhnung und ich werde so lange stillen, wie mein Gefühl mir sagt, dass es richtig ist! Im Moment ist alles richtig. „Wie oft stillt das Kleinkind noch?“EIn wirklich schöner Text, denn er macht Mut, sich nicht verunsichern zu lassen, auf die eigene Intuition zu hören UND er zeigt auf, wie variabel das Stillen sein kann. DANKE.

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