Langzeitstillen, Stillen, Breastfeeding

Stillen mit eins, muss das sein?

von Anja

Unser Babymädchen ist dreizehn, fast vierzehn Monate alt. Sie hat mittlerweile sieben Zähnchen, macht die ersten wackeligen Schritte und weiß genau, was sie will oder auch nicht. Und das zeigt sie deutlich. Auch beim Essen. Sie interessiert sich für vieles, was auf den Tellern von uns Eltern oder ihrer Geschwister liegt. Das will sie dann auch haben. Aber meist nicht, um es zu essen.

Sie unterzieht die Lebensmittel aktuell lediglich einer Konsistenz- oder Wurfprüfung. In ihrem Bäuchlein landet derzeit wenig davon. Vor ein paar Monaten hatte sie deutlich mehr Interesse daran, auch anderes zu essen. Anderes als Muttermilch. Da hat sie genüßlich einen ganzen kleinen Teller Nudeln mit Sauce verputzt und noch eine Schale Blaubeeren hinterher. Doch diese Zeiten sind gerade vorbei.

Doch essen bzw. trinken tut sie ja weiterhin. Sie stillt und sie stillt und sie stillt. So wie sie das bisher die meiste Zeit ihres doch noch sehr jungen Lebens gemacht hat. Damit wächst sie, entwickelt sich prima und ist ein glückliches und gesundes Kind. Alles gut also, könnte man meinen.

Doch auch mit viel innerer Gelassenheit zum Thema Stillen entgehen mir die Blicke mancher Menschen nicht. Es sind Menschen, die generell in Frage stellen, ob ein „so großes Kind“ denn noch gestillt werden muss. Die in Deutschland durchschnittliche Stilldauer von rund sieben Monaten haben wir längst überschritten. Und auch in diversen Ratgebern zum Thema Babyernährung ist ein Kind in diesem Alter doch eher abgestillt. Oder wird maximal vielleicht abends noch mal zum Einschlafen gestillt. Die Denke hier: Babys oder vielmehr Kleinkinder über eins brauchen das Gestille nicht mehr wirklich! Oder vielleicht doch?! Womöglich ist es nur etwas, was sich das Kind einfach angewöhnt hat. Denn Stillen bedeutet ja neben der Nahrungsaufnahme immer auch Beruhigung und Trost.

„Schon wieder“ stillen?!

Manchmal wundere ich mich selbst, wenn das kleine Mädchen hier „schon wieder“ stillen möchte. Doch dann überdenke ich, was sie heute so im Laufe des Tages gegessen hat. Und ich weiß sofort wieder, warum sie gerade so viel stillt. Ein paar Weintrauben, drei Gurkenscheiben, fünf Nudeln und ein Stückchen Vollkornbrot machen nun mal nicht satt. Wenn meine Tochter also gerade stillt, stillt sie nicht nur ihr Nähebedürfnis in dieser aufregenden Entwicklungsphase, sondern tatsächlich auch ihren Hunger und oft auch ihren Durst. Sie trinkt zwar häufig und gerne Wasser, aber davon eher keine großen Mengen. Und meist wird mit dem Wasser lieber gespielt als das Wasser getrunken.

Und wenn also jemand um uns herum diesen „Muss das sein?“-Blick aufsetzt, denke ich gerade nur „Ja, das muss sein.“ Und ehrlich gesagt, bin ich froh, dass sich mein Baby über das Stillen alles holt, was es gerade braucht. Sonst würde ich mir doch schon Sorgen machen, dass es „so wenig“ isst und trinkt. Aber das tut es ja nicht, denn Muttermilch landet gerade in großen Mengen in seinem Bäuchlein. Aber auch wenn Stillen in diesem Alter primär Nähetanken, Trost oder Einschlafhilfe ist, muss das genau so sein. Für dieses Kind und für diese Mutter, die diesen Weg mit ihrem Kind geht. Denn diese Bedürfnisse sind genauso elementar und wichtig wie das Grundbedürfnis nach Essen und Trinken.

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24 Kommentare

Alexandra 6. Juni 2021 - 23:51

Eine Frage in die Runde – wie kommen eure Partner damit zurecht, dass die Kinder 2 oder auch 3 Jahre gestillt werden? Beim ersten Kind dachte ich auch noch, dass 6 Monate voll gestillt wird und dann schauen wir mal. Es wurden fast 2 Jahre, bei ähnlichen Problemen, wie sie hier geschildert werden. Zum Glück hatten wir eine verständnisvolle Kinderärztin. Beim 2. Kind wurden es sogar 3 Jahre und das Abstillen war deutlich einfacher, als beim ersten Kind. Den Druck von außen kenne ich zu gut und man fragt sich, warum so etwas natürliches so missachtet wird. Frauen, die sich gegen das Stillen entschieden, bekommen weniger Antipathie entgegen gebracht, als Langzeit stillende Mütter – wie schade!

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Heidi 11. Juni 2018 - 21:48

Danke für den schönen, entspannten Beitrag. Ich habe meine vier Jungs insgesamt fast 10 Jahre gestillt, es war alles dabei von selbst abstillen mit 16 Monaten bis knapp 3 Jahre und von meiner Seite abstillen mit 14 Monaten (wegen wochenlanger Brustentzündungen und offenen Brustwarzen bei beißendem Kind). Zum Glück haben mich zwei wundervolle Hebammen begleitet in all den Jahren, die in Sachen stillen genau das vermittelt haben, was ich bei dir auch herauslese: es muss natürlich nichts, aber es darf ganz viel. Viel mehr als die Norm und die Gesellschaft und die KiTas und die Anderen alle für gut und richtig halten. So lange es Kind und Mutter gut geht mit dem stillen gibt es einfach kein „besser“ oder „schlechter“. Ich habe nicht abstillen müssen, damit meine Kinder in die KiTa gingen und konnte während der Stillzeit sogar mal eine Nacht weg sein – es ging so vieles, und wir haben so oft Wege für uns gefunden.
Auch wenn ich aus der aktiven Stillzeit schon seit ein paar Jahren raus bin, freue ich mich immer sehr, wenn ich stillende Mütter sehe.

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Cora 6. Juni 2018 - 16:34

So, jetzt gebe ich auch mal meinen Senf dazu. Lese schon seit Jahren begeistert in diesem Blog, habe schon sooo oft Antworten und ein paar Worte voller Gelassenheit hier gefunden, die mich durch den Alltag mit mittlerweile drei Kindern gebracht haben.
Der dritte ist jetzt nämlich exakt sechs Monate und seit ca drei bis vier Wochen geht das Theater und die Diskussion mit dem Füttern los. Momentan stille ich voll und ja, wir haben auch schon probiert Brei zu füttern. Aber geht nicht. Der Kleine schaut zwar interessiert und fasziniert zu wie wir essen, wenn wir ihm etwas hinhalten, leckt er auch interessiert daran, aber wehe wir stecken das angesabberte in den Mund. Da spuckt und würgt er, befördert alles wieder raus und schreit. Mit dem Löffel füttern geht auch nur mit Gewalt. Von selber macht er nicht den Mund auf. Alles Dinge die ich schon von den zwei Großen kenne. Die erste habe ich mühsam mit vielen spielen und tricks gefüttert und habe mich über jeden Löffel gefreut und mit 1,5 Jahren komplett abgestillt. Die Zweite habe ich 12 Monate voll gestillt, weil einfach wirklich alles wieder raus kam und mit 2,5 Jahren abgestillt. Der dritte jetzt war ein Frühchen (sechs Wochen zu früh) und ich habe mich darauf eingestellt auch wieder ewig voll zu stillen. Wenn da nicht der Druck von außen wäre. Ganz speziell und vorne weg unsere Kinderärztin, die sagt der Junge muss essen. Wenn man jetzt den Zeitpunkt verpasst wird das nie was und die Kinder werden immer schlechte Esser. Außerdem kommt ja dann bald der Eisenmangel. Wir sollen doch das Kind festhalten und einklemmen, damit er sich nicht wegdrehen kann und wenn er es ausspuckt wieder auffangen und nochmal rein stopfen. Auch wenn er schreit. Er schreit ja nur, ihm tut ja nichts weh. Was Schwiegermutter alles versucht und erzählt um mich vom stillen abzubringen und zum füttern hin zu bringen sprengt den Rahmen hier. Nervt auf jeden Fall total und füttern ala Kinderärztin kriege ich nicht hin, will ich nicht, kann ich nicht. Aber es arbeitet in mir, beschäftigt mich, quält mich. Was mache ich nur falsch? Bin ich wirklich zu blöd mein Kind zu füttern? Wieso kriege ich das nicht hin? Wieso essen die nicht? Bin ich wirklich einfach nur zu gutmütig (ich bin ganz allgemein ein viel zu gutmütiger Typ mit wenig Durchsetzungsvermögen)? Sind die Frauen aus unserer Elterngeneration einfach noch aus ganz anderem Holz geschnitzt und wir jungen Frauen von heute sind alles nur Weicheier und unsere Kinder werden alle verwöhnte und lebensunfähige Prinzen und Prinzessinnen?
Manchmal habe ich ja den Verdacht da tobt ein saftiger Generationenkonflikt der sich hier an der Frage wann und wie mit Beikost anfangen entlädt.
Muß später weiter schreiben, Kind schreit…

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Anja Constance Gaca 6. Juni 2018 - 18:06

Liebe Cora,

es tut mir so leid zu hören, dass Dir und Deinem Baby in Sachen Essen so viel Stress gemacht wird. Und das ganz unnötigerweise- gerade zum jetzigen Zeitpunkt. Du schreibst, dass Dein Kind sechs Wochen zu früh geboren ist. Wahrscheinlich hat er noch gar keine entsprechende Beikostreife und es ist ohnehin zu früh für einen Beginn.
Meist bewährt es sich, das korrigierte Alter bei bestimmten Entwicklungsschritten( dazu gehört auch die Beikostreife) zu beachten. Nur wenige ehemalige Frühgeborene sind in dem Alter Deines Kindes schon bereit für anderes außer Muttermilch/ Pre(wenn nicht gestillt wird).
Es gibt auch Studien zu dem Thema „Beikosteinführung bei ehemaligen Frühgeborenen“ mit folgenden Ergebnissen: „Die Studie zeigte, dass sich bezüglich der Wachstumsentwicklung keine Unterschiede zwischen den beiden Gruppen ergaben, eine frühere Beikosteinführung also nicht zu einem rascheren Wachstum führte. Allerdings mussten die Kinder, die bereits mit korrigierten 4 Monaten mit der Beikost begonnen hatten, signifikant häufiger wegen Magen-Darm- oder Atemwegserkrankungen in die Klinik als die Kinder der anderen Probandengruppe. Die Forscher schließen daher, dass es für frühgeborene Säuglinge sinnvoll ist, erst mit korrigiert 6 Monaten mit der Beikost zu beginnen. “
Den Link findest Du hier: http://www.stillen-institut.com/de/beikosteinfuehrung-bei-ehemaligen-fruehgeborenen.html
Vielleicht kannst Du Dir damit ein bisschen „Ruhe“ verschaffen. Und Deine Beobachtung, dass das Thema Essen durchaus auch einen Generationenkonflikt aufzeigen kann, teile ich auch.
Während früher auch Nahrungsmangel ein Problem war, ist es heute eher so, dass wir unseren Kindern ein gesundes Essverhalten vermitteln sollten, um mit dem heutigen Überangebot an Nahrung umgehen zu können. Dazu gehört, vor allem die Signale des Kindes wie Hunger, aber auch Sättigung und Ablehnung zu beachten und darauf einzugehen.
Alles Gute für Dich dabei, weiterhin den für Dich und Dein Kind passenden Weg zu gehen.

Liebe Grüße, Anja

P.S.: Vielleicht kannst Du auch Deine Hebamme noch mal für eine Beikostberatung kontaktieren, um Dich sicherer zu fühlen?

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Cora 7. Juni 2018 - 13:15

Hallo Anja,

vielen Dank für die rasche Antwort und die aufmunternden Worte. In dem link steht das sie den Eisenspiegel mit untersuchen, aber nicht das Ergebniss dieser Untersuchung. Mist 😉

Ich wollte ja noch weiter schreiben. Bei mir, bzw. bei uns ist ja noch die Besonderheit, dass ich alle drei Schwangerschaften Probleme mit der Plazenta hatte. Das erste Kind wurde in Ssw 37+1 wegen Plazentainsuffizienz per Kaiserschnitt geholt und wog 2500g. Beim zweiten Kind war die Plazenta am Ende der Schwangerschaft stark verkalkt, hat aber gehalten und dieses Kind konnte sogar spontan geboren werden und wog 3580g. Beim dritten war jetzt irgendwann mal ein Plazentainfarkt und der wurde etwas später bei einer Routinekontrolle festgestellt und Kind noch am selben Tag per Notkaiserschnitt in Ssw 34+0 geholt und wog 1714g. Worauf ich zumindest hinaus will, ist die Frage ob es da einen Zusammenhang mit dem schlechten Essverhalten meiner Kinder gibt. So nach dem Motto, die haben im Bauch schon aufgrund der eingeschränkten Funktion der Plazenta mit wenig auskommen müssen und ihr ganzer Körper hat sich darauf eingestellt mit wenig Kalorien auszukommen. Die haben schlicht und einfach überhaupt gar keinen Grund nach fester Nahrung zu suchen, weil die kalorienreiche Muttermilch noch dicke reicht. Auch nach zwölf Monaten noch, auch mit über zehn Kilo und auch wenn man schon läuft. So geschehen bei dem zweiten Kind. Bisher habe ich nur in der „Barker-Hypothese“ einen Hinweis darauf gefunden, dass da wirklich ein Zusammenhang sein könnte. Bleibt halt nur noch das Problem mit dem Eisen. Und der Druck von außen. Bisher hatte noch kein Kind Eisenmangel und alle sind gesund. Aber wie macht man es denn richtig?

PS: meine Hebamme hatte mir damals schon als das zweite Kind mit zwölf Monaten immer noch nicht essen wollte den link zu eurer seite gegeben. Diesmal auch wieder. Danke Ulrike! 🙂

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Angelaa 28. Juni 2018 - 01:04

Liebe Cora, ich weiß nicht, wie eure Stillgeschichte weiterging, und ich habe auch keine Erfahrung mit Frühgeborenen. Aber zwei Gedanken von mir dazu möchte ich weitergeben: diese ewige Angst vor den „schlechten Essern“ kenne ich auch aus eigener Erfahrung. Ich glaube aber, dass hier jedes Kind einfach seinen eigenen „Stil“ hat – wie eben die Erwachsenen auch (und die meisten der heute Erwachsenen wurden brav „nach Plan“ gefüttert, trotzdem weisen sie sehr verschiedenes Essverhalten auf – how so?!). Ernsthafte (organische) Probleme natürlich ausgeschlossen. Jedenfalls kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass zwanghaftes Füttern aus einem Kind einen „besseren“ Esser macht. Dass so viele Leute (im speziellen Kinderärzte) immer noch dieser Meinung sind, erschreckt mich immer wieder. Unsere Elterngeneration war bestimmt noch aus anderem Holz geschnitzt, immerhin waren sie größtenteils selbst Nachkriegskinder und sind von kriegstraumatisierten Eltern aufgezogen worden. Da hatte die Angst um’s Essen bestimmt einen ganz anderen Stellenwert… Auch wurde tendenziell auf die Bedürfnisse der Kinder viel weniger Rücksicht genommen, und die haben sich aufgrund diverser Repressalien mangels Alternativen eben gefügt. Auch beim Essen. Das ist zumindest mein Empfinden.
Und bzgl. Eisenmangel: ich habe das schon mal unter irgend einem anderen Artikel kommentiert, denn auch hier habe ich die Erfahrung gemacht, dass die meisten Kinderärzte von falschen Rahmenbedingungen ausgehen. Wenn du nämlich dein Kind nicht mit konventioneller Babykost fütterst, die ja oft mit Eisen, Vitaminen u.ä. angereichert ist, sondern es am Familientisch mitnaschen lässt, dann ist die Muttermilch immer noch der wichtigste Eisenlieferant am Speiseplan! Interessant dazu fand ich zwei Studien, die in „Einmal breifrei, bitte!“ genannt werden: „Effect of length of exclusive breastfeeding and mixed feeding on hemoglobin levels in the first six months of life: a follow-up study“ (Oliveira et al.) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20396856 und „Iron status in breast-fed infants“ (Pisacane et al.) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7658275 Leider geht es hier nicht um Frühchen… Vielleicht ist es trotzdem beruhigend. Der Eisenwert bei meiner praktisch voll gestillten 1-jährigen Tochter ist jedenfalls innerhalb von 3 Monaten von 10,3 auf 10,8 gestiegen (die Ärztin meinte, das sei durchaus signifikant – ich habe mich nicht näher dafür interessiert), nachdem ich ihr als (fast ausschließliche) Beikost in Wasser gekochte Hirse mit Obst (es war Sommer 🙂 ) und etwas Zitronensaft (alles püriert) gegeben habe. So was in der Art kannst du ja vielleicht versuchen, wenn es dann mal vom Kind akzeptiert wird.
Ich wünsche euch alles Gute und dir ganz viel Gelassenheit und Stärke!! Liebe Grüße

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Eva 25. Mai 2018 - 20:35

Vielen Dank für diesen Artikel, der mir aus dem Herzen spricht!
Lustigerweise ist unsere Tochter fast genauso alt wie eure Kleine und scheint ihr in vielem ähnlich zu sein. Glücklicherweise ist sie die Nummer zwei und ich schon wesentlich entspannter: sie isst soviel wie sie isst und stillt soviel wie sie stillt. Unseren Sohn hatte ich schon mit 10 Monaten abgestillt, weil Familie, Verwandtschaft und Ratgeber drängten

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Bettina 26. Mai 2018 - 08:36

Ja, solche Kommentare tun gut.
Ich habe meinen Sohn zwar nur 4,5 Monate voll gestillt, aber insgesamt 2 Jahre und fast 8 Monate. Da ich schon 7 Monate nach der Geburt wieder gearbeitet habe, bin ich nach dem klassischen Breifahrplan vorgegangen. Da der kleine Mann in dem Alter keine Fläschchen akzeptierte, habe ich ihm den Getreide-Obst-Brei am Nachmittag etwas früher als nach Fahrplan angeboten. So war er im Alter von knapp 7 Monaten über 6 Stunden am Tag „abgestillt“, konnte ansonsten aber nach Bedarf stillen. Das war für uns beide der Weg, um unser beider Bedürfnisse miteinander zu vereinbaren.
Da er an diese stillfreien Stunden gewöhnt war, ergab es sich auch nur sehr selten, dass ich in der Öffentlichkeit gestillt habe, in der Familie natürlich schon. Falls sich jemand gewundert hat, hat er oder sie es mich jedenfalls nicht merken lassen. Oder ich habe keine komischen Blicke bemerkt, weil ich eh vom Stillen überzeugt war.

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Maria 25. Mai 2018 - 14:25

Oh ja mein Männlein ist jetzt 15 Monate alt und Freunde, Verwandte, Bekannte und auch völlig Fremde… alle haben sie ihre eigene Meinung dazu. Ich weiß nicht, wann wir abstillen. Auf jeden Fall möchte ich zwei Jahre voll stillen. Und ich fühle mich auch nicht gebunden dadurch, da Männlein kein Problem damit hat, andere Nahrung zu sich zu nehmen, wenn ich nicht da bin.
http://mamawege.de/2018/05/20/ja-ich-stille-noch/

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Nina Schoilew 24. Mai 2018 - 16:03

Hat eigentlich niemand hier Probleme damit gehabt mit der zunehmenden Anzahl Zähne auch gebissen worden zu sein? Ich habe meinen Sohn bis 11 Monate gestillt und hätte auch gerne noch länger gestillt. Aber nachdem er mich drei Tage in Folge so derart fest gebissen hatte würde er dann ziemlich abprupt abgestillt. Das fiel ihm dann fast leichter als meinen Brüsten 😉

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Angela 24. Mai 2018 - 01:23

Ich persönlich finde ja, die bessere Antwort auf die Frage „Muss das sein?“ ist: „Nein, es MUSS nicht, aber es DARF sein!“ Weil das mit dem Müssen nämlich immer so eine Sache ist… Schließlich darf es ja offensichtlich auch sein, dass 4-, 5-jährige Kinder untertags mit einem Schnuller herumlaufen. Oder muss das so sein?

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Doro 24. Mai 2018 - 08:27

Ich habe in einem Restaurant auch schon einen bitterbösen Kommentar zu einem vielleicht drei oder vier Jahre alten Kind mit Schnuller zu hören bekommen. Ich weiß nicht, warum immer alle meinen, die Erziehung anderer wildfremder Eltern bewerten zu müssen. Das ist so verletzend, vor allem, wenn du selbst gerade an einem bestimmten Punkt zu kämpfen hast.
Bei Blicken wäre ich vorsichtig. Die sind nicht immer böse gemeint. Manchmal ist es einfach erstaunen, weil ein stillendes Kleinkind noch nicht erlebt wurde und selbstverständlich davon ausgegangen wird, dass es in dem Alter sowas nicht gibt. Erstmal freundlich bleiben und vielleicht sogar mit den Antworten auf Fragen positive Werbung für die eigene Art und Weise zu machen überwindet manchmal Barrieren in den Köpfen.

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Angela 24. Mai 2018 - 22:27

Ich persönlich kann mich interessanterweise an keinen „angriffigen“ Kommentar erinnern (oder habe ich’s nur nie so empfunden??), obwohl ich die 1 3/4-Jährige auch in der Öffentlichkeit stille. Ist mir gerade letztens im Zug erst im Nachhinein aufgefallen, dass das für den Schaffner vielleicht befremdlich war… Hat sich aber niemand was anmerken lassen 🙂 Den Größeren habe ich ab ca. 2 Jahre (glaube ich) nur mehr zu Hause (d.h. auch bei der Verwandtschaft) gestillt, einfach, weil ich’s auswärts meistens ungemütlich gefunden habe, und es in dem Alter kaum mehr so dringend war.
Warum die Leute überhaupt kommentieren? Ich denke, sie wollen das Beste für das Kind – und reden aus Unwissenheit und Selbstüberzeugung ziemlich viel Blödsinn. Wenn der Kinderarzt einem (sinngemäß) erklärt, man kriegt ein asoziales Kind, weil man es mit 2 noch stillt, und man bräuchte zum Abstillen ja nur das „Götzenbild“ verhüllen (als ob ich die ganze Zeit barbusig herumlaufen würde!) dann weiß man ja, was es geschlagen hat…. 🙁

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KriMaEmLa 23. Mai 2018 - 20:29

Ich kann dir von uns sagen, Nächte klappen, wenn Mama nicht da ist, in dem Alter auch ohne Milch, wenn er von sich aus einverstanden ist… unserer wollte nie woanders schlafen, bis er ca vier wurde. Aber wollte ich einen Abend alleine weg, war es gar kein Problem.

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Dodo 23. Mai 2018 - 06:19

Meine Tochter ist inzwischen 3,5 Jahre alt und wird noch gestillt. Nicht mehr häufig und auch nicht mehr zur Nahrungsaufnahme, aber zum einschlafen und manchmal auch am Tag zum Trost oder Nähe tanken. Überlegt euch mal welche Blicke ich damit auf mich ziehe. Bis zum ersten Lebensjahr hatten alle (mehr oder weniger) Verständnis, aber dann fing es an. Die Blicke und am schlimmsten die Kommentare vor allem von meiner Familie (Eltern, Großeltern…) Auch wenn ich wirklich darüber stehe hat es mich zeitweise so gestört, dass ich mit meiner Tochter die Vereinbarung getroffen haben nur noch zuhause zu stillen oder unterwegs auf Toiletten gestillt habe. Inzwischen schäme ich mich dafür. Das ist doch nicht das was ich meiner Tochter vorleben möchte. Das stillen etwas ist das wir „heimlich“ machen müssen. Sogar im Kiga in dem wir sie anmelden wollten war das ein Kriterium uns abzulehnen. Wir wurden gefragt was wir tun um sie zu beruhigen. Und als sie bei zwei Schnuppertagen immer mal wieder zum stillen kam (damals war sie 1,5 Jahre) bekamen wir gesagt das ginge so nicht. Vor allem nicht vor den anderen Kindern. Was sollen die denn denken. Inzwischen bin ich sehr froh das es so gekommen ist und sie nun erst mit 4 in den Kiga kommt. Jedoch ärgere ich mich immer wieder sehr über das Verhalten vieler Mitmenschen und habe Sorge das immer weniger Hebammen auch immer weniger stillen bedeutet.
Ich muss inzwischen schmunzeln wenn ich lese „ich stille mein Kind mit 14 Monaten noch“ und denke „warum auch nicht, es ist ja erst 14 Monate“. Aber ich erinnere mich auch das es bei mir nicht anders war. Also, fröhliches weiter stillen, solange beide Seiten damit glücklich sind.

Antworten
Anja 23. Mai 2018 - 07:02

Liebe Dodo,

das macht mich wirklich auch sehr betroffen, wenn ich solche Geschichten von Kitas höre. Ich dachte, das wird langsam mal besser.
Ich hatte dazu auch mal gebloggt, weil das hier in Berlin auch immer mal Thema ist: https://www.vonguteneltern.de/abstillgrund-kita/
So schade und so unnötig 🙁
Das mit „erst 14 Monate“ denke ich auch oft 😉

Liebe Grüße ,

Anja

Antworten
Mariella 22. Mai 2018 - 22:26

Mein Sohn ist 19 Monate und trinkt auch noch viel Mumi. Nuckeln will er meist nur nachts, tagsüber ist es für ihn hauptsächlich Nahrung. Wie wichtig Nahrung ist, gerade in dieser Form, macht er dann auch deutlich. Das kann man ihm gar nicht abschlagen. Wobei er auch am Familientisch mit isst, aber Mumi ist halt irgendwie noch nicht wegzudenken.
Anstrengend ist es manchmal, aber in seinem Leben ist es noch so wichtig und ja doch eigentlich nur eine kurze Zeit, so das ich noch ein bisschen durchhalte 😉

Lustigerweisen haben alle in meinem Umfeld (Hebamme, Freundin, … außer weibliche Familienmitglieder) lang gestillt. Spricht nur keiner drüber.

🙂

Antworten
Marianne 22. Mai 2018 - 22:13

Das ist das Alter wo man auf dem Spielplatz ständig „beläufig“ von anderen Müttern mit denen man noch nie ein Wort gewechselt hat gewollt beiläufig gefragt wird, wie alt die kleine denn sei….

Antworten
Maike 22. Mai 2018 - 21:11

Mein Knirps ist fast 8 Monate alt und wird quasi noch voll gestillt. Essen findet er ebenso spannend, aber nur zum Kosten. Für mich kein Problem, bisher. Denn mit nur 11 Monaten muss er leider schon in die Kita zur Eingewöhnung, finanziell ist es nicht anders drin. Ich werde wohl noch einen Monat Elternzeit beantragen, aber danach muss er leider in die Krippe. Nur- was mache ich, wenn er bis dahin nichts anderes möchte als meine Brust? Sicher mache ich mich da jetzt noch nicht verrückt, aber ixh denke doch drüber nach, ihm Brei anzudrehen, was so gar nicht mein Plan war. Oh wei. Hast du eine Idee, außer die, es auf uns zukommen zu lassen? Liebste Grüße!

Antworten
Anja 31. Mai 2018 - 12:22

Liebe Maike,

dazu hatte ich mal gebloggt:
https://www.vonguteneltern.de/abstillgrund-kita/

Vielleicht hilft Dir das etwas weiter. Alles Gute für Euch und liebe Grüße, Anja

Antworten
Aless 22. Mai 2018 - 12:24

Danke für deine Worte! Ich hadere gerade mit dem Stillen. Der Zwerg ist 20 Monate alt und ich habe ihm jetzt gesagt, dass wir einmal nach dem Kindergarten und dann eben abends und nachts stillen. Das Stillen an sich stört mich nicht so sehr, eher, dass er überall sehr vehement meine Brust auspackt. (Egal, ob mir dabei der hals abgeschnürt wird, da das Oberteil keinen weiten Ausschnitt hat…)
Das ist das, was mich wirklich stört, dass wir dort nicht einen gemeinsamen Weg finden derzeit.
Die zweite Sache, ich habe langsam das Bedürfnis, auch mal wieder eine Nacht allein (mit dem Partner) zu verbringen. Tagsüber funktioniert das bei Oma und Opa prima, aber ich habe Angst vor der Nacht.
Hast du da vielleicht Erfahrungen?
Vielen Dank für deine Antwort! Liebe Grüße aus Leipzig!

Antworten
Anja 31. Mai 2018 - 12:29

Liebe Aless,

wahrscheinlich ist das Stillen / Brust auspacken nur eines der Themen, die mit einem Kleinkind mitten in der Autonomiephase viel Kraft kosten 😉 Stillen sollte sich für beide Seiten so wie es ist, gut anfühlen. Das heißt immer wieder aushandeln, was für wen gerade machbar ist. Manchmal funktioniert auch Ablenkung in den jeweiligen Situationen.
Nächte ohne die bisherigen primären Bezugspersonen sind immer eine Herausforderung- für Eltern und Kind. Ob mit oder ohne Stillen 😉
Probiert es doch aus mit der Vereinbarung, dass Oma und Opa sich rechtzeitig melden, wenn es für Euer Kind doch (noch) nicht geht.

Alles Gute für Euch und liebe Grüße,

Anja

Antworten
Isa 22. Mai 2018 - 11:46

Mein Sohn kann seinen Hunger und Durst schon lange nicht mehr an der Brust stillen (seit ca. 1 1/4 Jahr) hab ich immer dann gemerkt, wenn er nachts gestillt und gestillt hat, bis ich ihm irgendwann leicht genervt ein Glas Wasser angeboten habe, er das dann zur Hälfte geleert hat und dann prompt eingeschlafen ist. Liegt vermutlich daran, das ich schon mit sieben Monaten voll arbeiten gegangen bin. Wir kuschelstillen jetzt immer noch abends und morgens und selten auch mal zwischendurch, und ich arbeite jetzt 80%.

Antworten
Claudia 22. Mai 2018 - 10:49

Herzlichen Glückwunsch für diese gelassene Haltung.
Mein Zwerg hat mir mit fast vier einen Deal zum Abstillen angeboten. Da hieß es, noch 100 Tage. Die haben wir gezählt und er war auch nach Ablauf der Zeit noch mit seiner Entscheidung einverstanden.
Wenn die Kinder soweit sind, lassen sie uns Eltern das schon merken.

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