Woran erkenne ich, dass mein Baby müde ist?

Hungrig, müde oder Windel voll? Anfangs ist es gar nicht so leicht, die Signale des Babys als solche wahrzunehmen, richtig zu interpretieren und dann passend zu beantworten. Je nach Temperament zeigen sich schon Babys sehr unterschiedlich. Einige zeigen eine langsame Steigerung von Signalen, während andere quasi von Null auf Hundert gehen. 

Auch der individuelle Ausdruck von Müdigkeit kann sich von Kind zu Kind unterscheiden. Sie unterliegt zudem im Laufe der Zeit häufig und immer wieder Veränderungen.

Wichtig für Eltern zu wissen ist, dass das Weinen ein sehr spätes Müdigkeitszeichen ist. Weint das Baby aus Müdigkeit, ist dies die letzte Möglichkeit, auf ein nicht erfülltes Bedürfnis hinzuweisen und zu signalisieren, dass es dringend Hilfe bei der Regulation benötigt. Oft ist es dann viel schwieriger, das Baby wieder in die Ruhe und zum Schlafen zu bringen.

Es ist also hilfreich, die frühen Müdigkeitszeichen zu kennen, um das Fenster zum Schlaf nicht zugehen zu lassen. Wird das Baby müde, sollte es zeitnah in den Schlaf begleitet werden. Gelingt das Einschlafen nicht, dauert es oft rund eine Stunde, bis wieder ein passendes Zeitintervall zum Schlafen besteht. So kommt es, dass Babys manchmal überreizen und dann lange schreien, bis sie den Absprung in den Schlaf zum nächsten Zeitpunkt endlich schaffen.

Blick aufs Baby statt auf die Uhr

Ein frühes Müdigkeitssignal ist es, wenn das Kind ruhiger wird, das Spiel einstellt und sich abwendet. Es wirkt desinteressiert an Spiel- und Interkationsangeboten und hält keinen Augenkontakt mehr. Der Blick wirkt abwesend ins Leere starrend und glasig. In der Mimik lässt sich bei müden Kindern ein Stirnrunzeln, aber auch ein bemühtes Aufhalten der Augen beobachten, die immer wieder zufallen. 

Die Körperspannung lässt nach und das Kinn sinkt in Richtung Brust. Aber auch unkoordinierte, rudernde Bewegungen können Müdigkeit anzeigen. Das Gähnen oder Reiben der Augen sind dagegen schon recht späte Signale, auf die Eltern möglichst umgehend reagieren sollten. 

Ansonsten kommt es schnell zum Zustand der Übermüdung, der sich durch Quengeln, Weinen, starkes Schreien, aber auch durch eine hohe Körperspannung zeigt. Das Baby ballt seine Fäustchen und drückt vielleicht auf dem Arm immer wieder seinen Rücken durch.

Großes Nähe- und Kuschelbedürfnis

Müde Babys zeigen auch ein vermehrtes Saugbedürfnis, weil das Saugen auch der Selbstregulation dient. Bei Neugeborenen und jungen Babys gehen hier aber auch oft Hunger und Müdigkeit miteinander einher.

Bei älteren müden Babys lässt sich meist auch deutlich beobachten, wie die Fortbewegung (Krabbeln, Laufen) fahriger wird und das Explorationsverhalten nachlässt. Müde Baby zeigen in der Regel auch ein großes Nähe- und Kuschelbedürfnis.

Statt den Blick auf die Uhr zu richten, ist es also sinnvoll, gut aufs Baby zu schauen, um einzuschätzen, ob es jetzt Ruhe und Schlaf braucht. Denn auch wenn sich immer wieder Muster und Rhythmen im Schlafverhalten von Babys zeigen, verändern sich altersbedingt sowie auch tagesformabhängig immer wieder die Schlafgewohnheiten.

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